Aventin Blog: Januar 2012

Dienstag, 31. Januar 2012

Die Ameise und die Grille | Vorsorge treffen | Fabel von Aesop

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Es war ein kalter Winter und Schnee fiel vom Olymp. Der Ameise ging es gut, sie hatte zur Erntezeit viel Speise eingetragen und ihren Vorratsraum damit aufgefüllt. Die Grille hingegen kauerte nun in ihrem Loch und litt gar sehr, von Hunger und arger Kälte geplagt. Sie bat darum die Ameise, ihr etwas von ihrer Speise abzugeben, damit sie davon essen könne und nicht zu sterben brauche. Doch die Ameise sprach zu ihr: "Wo warst du denn im Sommer? Warum hast du zur Erntezeit nicht Speise eingetragen?" Darauf die Grille: "Ich habe bei schönem Wetter gesungen und mit meinem Gesang die Wanderer erfreut." Da lacht die Ameise laut und rief: "So magst du im Winter tanzen!"

Lehre: 
Sorge in der Zeit, so hast du in der Not.











Montag, 23. Januar 2012

Der Löwenanteil | Kuh-Ziege-Schaf-Löwe | Fabel von Aesop

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Eine Kuh, eine Ziege und ein Schaf schlossen mit einem Löwen Freundschaft. Als sie in einem Gebirge auf Jagd gegangen waren, brachten sie einen großen Hirsch zur Strecke und wollten ihn teilen. Da sprach der Löwe: "Den ersten Teil erhalte ich, weil ich der Löwe bin; der zweite gehört mir, weil ich so viel stärker bin als ihr. Den dritten Teil nehme ich für mich in Anspruch, weil ich mehr gelaufen bin als ihr, und wer endlich den vierten anrührt, der muss mit meiner Feindschaft rechnen." So trug er dank seiner Unverschämtheit die ganze Beute allein davon.


Lehre:
Die Fabel mahnt, wenn man sich mit Mächtigen einlassen sollte, vorsichtig zu sein. In einem Sprichwort heißt es: Immer wenn Mächtige mit Armen teilen sollten, ging es nicht ganz ordentlich zu. Außerdem: Mächtige sind oftmals auch keine Vegetarier wie Kuh, Ziege und Schaf!









Dienstag, 17. Januar 2012

Die lykischen Bauern | Die Frösche | Metamorphosen Ovid

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Oftmals erzählen sich Leute alte Geschichten. Einer berichtet: „Auch Lyciens Bauern, des fruchtbaren Landes, mussten vor Zeiten büßen, die Göttin verachtet zu haben. Wenig bekannt ist es zwar, da niedere Leute betroffen, aber doch erstaunlich. Ich sah selbst den Teich und die Stätte, die durch das Wunder bekannt sind. Denn mein schon älterer Vater, welcher nicht mehr zu größerer Reise fähig ist, befahl mir, erlesene Rinder von dort zu holen und gab mir selber aus jenem Volk einen Führer. Und wie ich mit diesem die Weiden durchwandre, siehe, da steht inmitten eines Sees, schwarz von der Asche der Opfer, ein alter Altar, umgeben von schwankendem Schilfrohr. „Sei mir gnädig“ sagt mein Führer stehend bleibend in scheuem Gemurmel und gleich ihm sage auch ich: „Sei mir gnädig!“ Dennoch frage ich, ob dieser Altar den Najaden, dem Faunus, oder einem heimischen Gott geweiht sei. Der Fremde erwidert: „Nicht einer Gottheit der Berge, o Jüngling, gehört der Altar hier; Latona gehört er, der Gemahlin des Königs, die einst von der Erde verwiesen wurde. Kaum nahm sie auf ihre Bitten Delos auf, die irrende Insel, die damals noch flüchtig umher schwamm, brachte sie dort, an die Palme und an den Baum der Pallas sich stemmend, Zwillinge zur Welt - die Stiefmutter sah es mit Ingrimm - . Aber auch hier, so erzählt man, entfloh die junge Mutter vor Juno und trug am Busen ihre Kinder, zwei göttliche Wesen. Und schon war sie in Lykien, die Göttin, im Land der Chimaera. Glühende Sonne verbrannte hier die Felder. Ermüdet von langer Mühe, war sie durstig geworden. Gierig hatten die Kinder die Milch der Brüste getrunken. Da sah sie durch Zufall dieses kleine Gewässer im Grunde des Tales und Bauersleute darin, die buschige Weiden schnitten, Binsengebüsch und Feuchtigkeit liebendes Schilfrohr. Näher trat sie heran, die Titanin. Sie kniete zur Erde nieder, um sich so kühlendes Wasser zum Trunk zu schöpfen, aber die Menschenmenge verbot es ihr. Da sprach die Göttin zu den Bauern: „Wie? Ihr verwehrt mir das Wasser? Das ist doch allen gemeinsam! Niemand gab die Natur, die Sonne, die Luft und das feine Wasser zu eigen. Ich kam zu Gaben, die allen gehören! Dennoch bitte ich euch innig, es mir zu schenken! Ich wollte nicht meinen Leib hier waschen noch meine ermüdeten Glieder, einzig meinen Durst will ich löschen. Mir fehlt beim Sprechen die Feuchte, mir ist die Kehle vertrocknet, kaum kann sie die Stimme durchdringen. Ein Schluck des Wassers ist mir Nektar! Ich bekenne auch, Leben empfangen zu haben: ihr schenkt mir das Leben im Wasser. Auch diese sollten euch rühren, die hier am Busen die zarten Ärmchen strecken!“ Und wirklich, die Kinder streckten die Arme aus. Konnte man da den gewinnenden Worten der Göttin widerstehen? Die Bauern aber blieben dabei, es ihr zu wehren, trotz all der Bitten, sie drohten ihr sogar, wenn sie nicht ginge und wagten es zudem, sie zu schmähen. Nicht einmal das genügte ihnen, sie trübten mit Händen und Füßen noch das Gewässer und wühlten mit neidischen Sprüngen den weichen Schlamm des Sees aus dem untersten Grund, bald hierhin, bald dorthin. Zorn übermannte nun den Durst der Geliebten des Zeus, sie flehte nimmer Unwürdige an. Sie ertrug es nicht länger, in Worten sich zu ergeben, die die Göttin entehrten. Zum Himmel erhob sie die Arme und rief: „So lebt denn auf ewig in eurem Teiche!“ Und es geschah, was die Göttin gewünscht. Mit großem Vergnügen leben sie nun im Wasser. Bald tauchen sie ganz in den Sumpf ein und strecken nur den Kopf hervor, bald schwimmen sie an der Oberfläche. Häufig sitzen sie auch am Ufer des Teiches und springen wieder zurück in das kalte Gewässer. Noch immer üben sie sich gern im Streit mit schändlichen Zungen und versuchen, wenn auch im Wasser, die Göttin schamlos quakend zu schmähen. Ihre Stimmen sind rau und die Hälse sind ihnen geschwollen. Gerade das Schimpfen dehnt ihnen die geräumigen Mäuler. Rücken und Köpfe sind zusammengerückt, die Hälse verschwunden. Grün ist der Rücken und weißlich der mächtige Bauch und als neue Wesen springen sie jetzt im schlammigen Gewässer: die Frösche!








Donnerstag, 5. Januar 2012

Von dem Frosch und dem Ochsen | Hochmut | Fabel von Aesop

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Ein Frosch sah einst einen stattlichen Ochsen auf der Weide gehen und dachte bei sich selbst: "Wenn ich meine runzlige Haut aufblähte, so würde ich wohl auch so groß werden wie dieser Ochse da." 

Darauf hin fing er an, sich zu blähen, so stark er nur konnte, und fragte seine Jungen: "Was denkt ihr? Bin ich bald auch so groß wie jener Ochse da?" Sie antworteten: "Nein." Da blähte er sich noch mehr auf und sprach zu ihnen: "Und wie groß bin ich jetzt?" Sie antworteten wie zuvor. Da begann er, sich zum dritten Mal zu blähen und zerplatzte und starb.

Lehre:
Hochmut kommt vor dem Fall









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