Aventin Blog: Mai 2016

Dienstag, 31. Mai 2016

Der Prinz | Das Leben ein Traum | Märchen von Bertolt Brecht


Es war einmal ein Prinz, weit drüben im Märchenland. Weil der nur ein Träumer war, liebte er es sehr, auf einer Wiese nahe dem Schloss zu liegen und träumend in den blauen Himmel zu starren. Denn auf dieser Wiese blühten die Blumen viel größer und schöner wie sonstwo. Und der Prinz träumte von weißen, weißen Schlössern und hohen Spiegelfenstern und leuchtenden Söllern.

Es geschah aber, dass der alte König starb. Nun wurde der Prinz sein Nachfolger. Und der neue König stand nun oft auf den Söllern von weißen, weißen Schlössern mit hohen Spiegelfenstern. Und träumte von einer kleinen Wiese, wo die Blumen größer und schöner blühen denn sonstwo.





Montag, 30. Mai 2016

Die beiden Pflugscharen | Fleiß und Faulheit | Fabel von Meissner


Zwei Pflugscharen kamen miteinander neu vom Schmied und waren von völlig gleichem Ansehen. Die eine wurde hingeworfen und lag jahrelang müßig herum, sodass sie vom Rost verunstaltet wurde. Die andere aber kam alsbald an den Pflug und musste das Land pflügen, wobei sie wunderschön blank wurde. 

Als die beiden einmal wieder zusammenkamen, sahen sie einander voll Verwunderung an. Die so lange müßig herum gelegen hatte, sprach zu ihrer fleißigen Schwester: "Sage mir doch, wodurch bist du so schön geworden und ich so hässlich? Ich habe doch lauter gute Tage gehabt und lag still und warm hier in diesem Winkel." --- "Das ist es ja eben", erwiderte die andere, "die träge Ruhe hat dich verunstaltet; ich aber bin schön durch meinen Fleiß geworden."


Lehre: 
Wer rastet, der rostet.





Freitag, 27. Mai 2016

Im Hafen von Genua | Topographie | Novelle von Emmrich

Die Hafenstadt Genua hat von jeher den Horizont meiner Wünsche gefärbt wie die rosenfingrige Eos den Morgenhimmel der homerischen Helden. Es war ein goldener Tag, an dem das Glück mich in die alte Hafenstadt am Tyrrhenischen Meer verschlug.

In Genua gerät man in die alltäglich Gegenwart eines noch nicht erloschenen Mittelalters. Genua ist die Geburtsstadt des Kolumbus. Es wäre sonderbar, wenn die Historiker das nicht bezweifelt hätten. Aber die Legende stolpert nicht über plumpe Tatsachen. Nirgendwo anders als hier darf der Mann geboren sein, der den neuen Kontinent entdeckte, hier in dieser Stadt, deren kühne Befestigungen  die Vermählung des Gebirges mit dem Meer feiern, hier in dieser Stadt, die der Nabel des Mare Nostrum ist. 

Dicht drängen sich die hohen Häuser auf engem Raum. Die Straßen sind schmal und voll einer warmen Luft der Beweglichkeit, des Eifers der Hilarität. Die unbestimmten Gerüche der Waren, die aus allen Teilen der Welt in den Speichern dieser Stadt zusammenströmen, geben der Atmosphäre das Geheimnisvolle der Ferne, des Unbekannten, des Kostbaren. Die Ausdünstungen der Säcke, des geteerten Holzes, der Häute mischen sich mit Yerba vom Parana, mit Salzfisch, Ananas und Reis aus Karachi und mit Kaffee aus Santos und Java zu einer Symphonia aromatica von köstlichem Reiz für den, der die Nuancen zu unterscheiden weiß. Über allem liegt der Geruch von Meerwasser, Öl und Ruß und diese wunderbare Hitze, in der die Früchte die Köstlichkeit der vollen Reife erreichen. 

Die Fassaden der Renaissance- und Barockpaläste der alten Genueser Familien ragen aus dem Getümmel der Straßenschluchten mit ihren Giebeln bis in die Sonne hinauf. Die Reichtümer, die der Handel in die Stadt gebracht hat, haben in diesen Fassaden ihre Wiederauferstehung gefeiert. Die stillen Höfe, in denen Palmen Springbrunnen beschatten, haben etwas vom Zauber maurischer Architektur. Hier wie Jahrhunderte früher in Byzanz traf der Orient mit dem christlichen Abendland zusammen. Der Mohammedaner, der in das Seitenportal von S. Matteo seine Datteln eingebaut hat, ist hier so zu Haus wie der griechische Agent, der armenische Shipchandler, der Heuerbaas aus Amsterdam und die Jollenführer von der Insel Korsika. Die hundert Sprachen der Mittelmeerküste schwirren durcheinander in dem unbegreiflich verwirrten und unbegreiflich simplen Hafenslang, in dem man sich über die Geschäfte verständigt, die das Money bringen, das bei irgendeinem Drink irgendeines Landes in einer der zahllosen kleinen Trattorias am Hafen zur Auszahlung gelangt und an einem Tage oft dreimal verdient wird. 





Mittwoch, 25. Mai 2016

Foto mit Kaktusfeigen | Eine Delikatesse der besonderen Art


Die Kaktusfeige galt seit jeher als Delikatesse. Sie ist die Frucht des bis zu vier Meter hoch werdenden Opuntienkaktus. Die Kaktusfeige wird gänseeigroß und kann von unterschiedlicher Farbe (grün, gelb bis rot) sein. Die Schale mit den Stacheln entfernt man leicht, indem man die mit einer Gabel aufgespießte Frucht unter fließendem Wasser schält. Das Fleisch der Feige steckt voller Vitamine und schmeckt süß-säuerlich. Der Geschmack erinnert leicht an eine Mischung aus Birne und Melone. Die im Fruchtfleisch liegenden Samen können unbedenklich mitgegessen werden.





Dienstag, 24. Mai 2016

Die Lorelei | Ballade von Heinrich Heine


Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin:
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein:
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.









Montag, 23. Mai 2016

Der Löwe mit dem Esel | Begleitung und Gesellschaft | Fabel von Lessing



Als der Löwe des Aesop mit einem Esel, der ihm mittels seiner fürchterlichen Stimme bei der Jagd behilflich sein sollte, in einen nahen Wald ging, rief ihm eine nasenweise Krähe, welche auf dem Ast eines Baumes saß, folgendes zu: "Da hast du ja einen schönen Begleiter und Gesellschafter bei dir! Schämst du dich nicht, mit einem Esel zu gehen?"

Darauf antwortete der Löwe: "Wen ich brauchen kann und wer mir behilflich ist, den kann ich ja wohl auch zeitweise an meiner Seite gehen lassen."

Lehre:
Ehre, wem Ehre gebührt. Recht, wem Recht zusteht





Freitag, 13. Mai 2016

Die Menschen haben den Himmel vergessen | Gedanken von Emmrich


Keine einzige Entdeckung hat die Welt des Mittelalters so sehr erschüttert wie die Entdeckung der Tatsache, dass die Erde eine Kugel sei. Die Kardinäle, die den Galilei verbrennen wollten, hatten entschieden ein richtiges Gefühl dafür, wie gefährlich die Wissenschaft dieses Mannes wäre. -- Sie haben ihn nicht verbrannt. Dafür ist die Welt des Mittelalters in Flammen aufgegangen. 

Unterdessen haben die Astronomen Millionen von neuen Sternen entdeckt, unter denen sich möglicherweise einige Dutzend bewohnte Welten befinden. Die Wirkung dieser Entdeckung auf die menschliche Seele ist aber sehr merkwürdig. 

Auch früher war die Welt ein Jammertal. Immerhin lag sie vor den Toren des Paradieses. Das Wichtigste, was es auf ihr gab, war die unsterbliche menschliche Seele. Damals hätten die Leute wohl Grund zu einigem Stolz gehabt. Die Sonne stand am Mittag zu ihren Häupten, und der Mensch war der Mittelpunkt des Kosmos und die Leute waren bescheiden, dankten Gott und dachten an den Himmel. 

Heute, wo wir zu wissen glauben, dass wir lächerliche Mikroben in einer unfassbaren Unendlichkeit sind, haben wir den Himmel vergessen und sind hochmütig geworden. Wir haben allen Respekt vor den irdischen Gegebenheiten verloren und hantieren mit der Welt, als ob sie ein Spielzeug zu unserem Vergnügen wäre. 





Mittwoch, 11. Mai 2016

Nun kenn ich die Himmelsstiege | Gustav Kühne | Foto Aventin


Auch mir hast Du die Erlösung gebracht;
Meine Seele lag tief in der Wiege,
Als Kind schlief ich still, - nun bin ich erwacht,
Nun kenn ich die Himmelsstiege.


Gustav Kühne • Metamorphosen







Dienstag, 10. Mai 2016

Jorinde und Joringel | Märchen der Gebrüder Grimm


Es war einmal ein altes Schloss mitten in einem großen dicken Wald, drin wohnte eine alte Frau ganz allein, das war eine Erzzauberin. Am Tage machte sie sich zur Katze oder zur Nachteule, des Abends aber wurde sie wieder ordentlich wie ein Mensch gestaltet. Sie konnte das Wild und die Vögel herbeilocken, und dann schlachtete sie, kochte und briet es. Wenn jemand auf hundert Schritte dem Schloss nahe kam, so musste er stille stehen und konnte sich nicht von der Stelle bewegen, bis sie ihn lossprach; wenn aber eine keusche Jungfrau in diesen Kreis kam, so verwandelte sie dieselbe in einen Vogel und sperrte sie dann in einen Korb ein und trug den Korb in eine Kammer des Schlosses. Sie hatte wohl siebentausend solcher Körbe mit so raren Vögeln im Schloss.

Nun war einmal eine Jungfrau, die hieß Jorinde; sie war schöner als alle andere Mädchen. Die und ein gar schöner Jüngling namens Joringel hatten sich zusammen versprochen. Sie waren in den Brauttagen, und sie hatten ihr größtes Vergnügen eins am andern. Damit sie nun vertraut zusammen reden könnten, gingen sie im Wald spazieren. »Hüte dich«, sagte Joringel, »dass du nicht so nahe ans Schloss kommst« Es war ein schöner Abend, die Sonne schien zwischen den Stämmen der Bäume hell ins dunkle Grün des Waldes, und die Turteltaube sang auf den alten Maibuchen. Jorinde und Joringel setzten sich hin im Sonnenschein, sie sahen sich um, waren verirrt und wussten nicht, wie sie nach Hause gehen sollten. Noch halb stand die Sonne über dem Berg, und halb war sie unter. Joringel sah durchs Gebüsch und sah die alte Mauer des Schlosses nah bei sich; er erschrak und wurde todbang.

Joringel sah nach Jorinde. Aber Jorinde war in eine Nachtigall verwandelt, die sang 'zicküth, zicküth'. Joringel konnte sich nicht regen – er stand da wie ein Stein, konnte nicht weinen, nicht reden. Nun war die Sonne unter; eine Eule flog in einen Strauch, und gleich darauf kam eine alte krumme Frau aus diesem hervor. Sie murmelte, fing die Nachtigall und trug sie auf der Hand fort. Joringel konnte nichts sagen, nicht von der Stelle kommen; die Nachtigall war fort. Endlich kam die Frau wieder und da wurde Joringel wieder los. Er fiel vor der Frau auf die Knie und bat, sie möchte ihm seine Jorinde wiedergeben, aber sie sagte, er sollte sie nie wiederhaben.

Joringel ging fort und kam endlich in ein fremdes Dorf; da hütete er die Schafe sieben Jahre lang. Endlich träumte er einmal des Nachts, er fände eine blutrote Blume, in deren Mitte eine schöne große Perle war. Die Blume brach er ab, ging damit zum Schloss: alles, was er mit der Blume berührte, ward von der Zauberei frei; auch träumte er, er hätte seine Jorinde dadurch wiederbekommen. Des Morgens, als er erwachte, fing er an, durch Berg und Tal zu suchen, ob er eine solche Blume fände; er suchte bis an den siebten Tag, da fand er die blutrote Blume im Morgenrot. In der Mitte war ein großer Tautropfen, so groß wie die schönste Perle. 

Diese Blume trug er Tag und Nacht bis zum Schloss. Joringel berührte die Pforte mit der Blume, und sie sprang auf. Er ging hinein, durch den Hof, horchte, wo er die vielen Vögel vernahm; Er ging und fand den Saal, darin war die Zauberin und fütterte die Vögel in den siebentausend Körben. Wie sie den Joringel sah, ward sie sehr böse, spie Gift und Galle gegen ihn aus, aber sie konnte nicht an ihn kommen. Er besah die Körbe mit den Vögeln; da waren aber viele hundert Nachtigallen, wie sollte er nun seine Jorinde wiederfinden? Indem er so zusah, merkte er, dass die Alte heimlich ein Körbchen mit einem Vogel wegnahm und damit nach der Tür ging. Flugs sprang er hinzu, berührte das Körbchen mit der Blume und auch die Zauberin – nun konnte sie nichts mehr zaubern, und Jorinde stand da, hatte ihn um den Hals gefasst, so schön, wie sie ehemals war. Da machte er auch alle die andern Vögel wieder zu Jungfrauen und ging mit seiner Jorinde nach Hause, und sie lebten lange vergnügt zusammen.







Montag, 9. Mai 2016

Das Geschenk der Feen | Fabel von Gotthold Ephraim Lessing


Zu der Wiege eines jungen Prinzen, der in der Folge einer der größten Regenten seines Landes ward, traten zwei wohltätige Feen. "Ich schenke diesem meinem Liebling", sagte die eine, "den scharfsichtigen Blick des Adlers, dem in seinem weiten Reich auch die kleinste Mücke nicht entgeht."

"Das Geschenk ist schön", unterbrach sie die zweite Fee. "Der Prinz wird ein einsichtsvoller Monarch werden. Aber der Adler besitzt nicht allein Scharfsichtigkeit, die kleinsten Mücken zu bemerken, er besitzt auch eine edle Verachtung, ihnen nicht nachzujagen. Und diese nehme der Prinz von mir zum Geschenk!"

"Ich danke dir, Schwester, für diese weise Einschränkung", versetzte die erste Fee. "Es ist wahr; viele würden weit größere Könige gewesen sein, wenn sie sich weniger mit ihrem durchdringenden Verstand bis zu den kleinsten Angelegenheiten hätten erniedrigen wollen."





Mittwoch, 4. Mai 2016

Berlin - Ein großes Dorf | Redegewandtheit | Johann Wilhelm von Archenholtz


Eine preußische Hofdame, die einst in dem Gemach der Königin einen französischen Obersten unterhielt, fragte ihn, was er von Berlin dächte. Die Antwort des Franzosen war: "Ich betrachte es wie ein großes Dorf."

Die durch diese so unerwartete Grobheit beleidigte Hofdame hatte aber Gegenwart des Geistes genug, um folgende schöne Antwort zu geben: "Sie haben wohl recht, mein Herr, seitdem die französischen Bauern in Berlin sind, hat es mit einem Dorf viel Ähnliches, sonst aber ist es eine recht gute Stadt."





Dienstag, 3. Mai 2016

Das alte Mühlrad | Parabel | Zusammenhalt und Gemeinsamkeit


In einem weit entlegenen Dorf stand an einem reißenden Bach eine alte Mühle, die immer sehr gehegt und gepflegt wurde. Seit Jahrzehnten wurde sie angetrieben von einem mächtigen Wasserrad. Jetzt aber bebauten die Bauern ihre Felder nicht mehr, weil sich die Arbeit nicht mehr lohnte. Man konnte das fertige Mehl jetzt billiger im Laden kaufen, als man es hätte selber herstellen können. 

So bekam die alte Mühle eine neue Aufgabe zugewiesen. Statt Getreide zu mahlen, trieb sie jetzt wartungsfrei und voll automatisiert einen riesigen Generator an, einen sogenannten Stromerzeuger. Dieser versorgte das ganze Dorf mit seinen zweihundert Einwohnern mit Strom. Wenn abends die Sonne unterging und die Lichter eingeschaltet wurden, kam der Strom dazu von der alten Mühle am Bach.

Da nahte eine seltsame Nacht. Wie von einem Zauber berührt, wurden die einzelnen Teile des Rades mit einem Male mit Leben erfüllt und sie begannen zu reden, die Speichen, die Schaufeln, die Nabe und die Hölzer des Reifens. Das war kein schönes Reden, da wurde geschimpft und gemault. Eine Speiche donnerte los: "Wir drehen uns ganz verkehrt, ab morgen bewege ich mich rückwärts." Und die andere meinte: "Nein, das ist falsch, seitwärts müssen wir uns neigen." Da begannen auch die Schaufeln zu klagen, die eine wollte mehr nach links, die andere mehr nach rechts schauen. Da waren sogar die Hölzer dabei, die riefen. "Ich will kein Wasserrad mehr sein, ich will an einem Wagen sitzen und auf der Straße fahren", und ein anderes wollte sogar zu einer Windmühle gehören. Ein paar Stimmen hörte man auch warnen: "Seid doch zufrieden! Bleibt zusammen!" Doch der Streit wurde immer fürchterlicher. Auch der Bach toste jetzt ganz grausig und mit einem lauten Lärm barst plötzlich das alte Mühlrad auseinander. Jedes Teil ging seine Wege.

Der Generator blieb stehen, der Strom fiel aus und in den Häusern wurde es dunkel.

Lehre:
Nur gemeinsam sind wir stark, wenn alle an einem Strang ziehen und Zufriedenheit ist ein sehr wertvolles Gut. 





Montag, 2. Mai 2016

Die Eidechse | Lebensweisen | Fabel von Hellmut von Cube

Es waren einmal viele Tiere auf dem Wege zum Himmel. Ein Weiser mit dem gleichen Ziel schloss sich ihnen an und fragte sie der Reihe nach nach ihrem Leben. Da zählte ein Fuchs seine Abenteuer auf, ein Eichhörnchen berichtete von seinem beweglichen Dasein, eine Schleie schwamm ihr Leben in großen Zügen vor, ein Hahn tat sich groß mit seinen Pflichten hervor, ein Regenwurm murmelte über dunkle Dinge, und ein Floh wusste viel über Menschen zu erzählen. 

Als es aber an der Eidechse war, zu reden, schwieg sie. Der Weise wartete, die Eidechse schwieg. Der Weise gab ihr gute Worte und die Eidechse schwieg weiter. Da bot der Weise seine ganze Weisheit auf, aber die Eidechse schwieg noch immer. Schließlich, als sie schon fast dem Himmel nahe waren, züngelte sie ein bisschen, blinzelte ein paar Mal und sagte: "Ich habe mich gesonnt!"

Lehre: 
Was dem einen sin Uhl, dem anderen sin Nachtigall! 





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