Aventin Blog: Essen
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Dienstag, 19. April 2016

Der Großvater und der Enkel | Märchen der Gebrüder Grimm




Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er bei Tisch saß und den Löffel kaum halten konnte, verschüttete er Suppe auf das Tischtuch und es floss ihm auch immer etwas wieder aus dem Mund. 

Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor und deswegen musste sich der alte Großvater hinter den Ofen in die Ecke setzen. Sie gaben ihm sein Essen in eine irdene Schüssel und noch dazu nicht einmal genug; da sah er betrübt nach dem Tisch und die Augen wurden ihm nass. 

Einmal konnten seine zittrigen Hände die Schüssel nicht mehr festhalten, sie fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm eine hölzerne Schüssel für ein paar Heller, daraus musste er nun essen. 

Wie sie nun einmal so da sitzen, hält der Enkel von vier Jahren auf dem Boden sitzend kleine Holzleisten zusammen. "Was machst du da?" fragte der Vater. "Ich mache einen kleinen Trog" antwortete das Kind, "daraus sollt Ihr essen, wenn ich einmal groß bin!" Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen an zu weinen, holten den alten Großvater wieder an den Tisch zurück und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.


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Montag, 11. Januar 2016

Der Fuchs und der Storch ⋅ Goldene Regel ⋅ Fabel von Aesop


Ein Fuchs hatte einen Storch zu Gast gebeten, und setzte die leckersten Speisen vor, aber nur auf ganz flachen Schüsseln, aus denen der Storch mit seinem langen Schnabel nichts fressen konnte. Gierig fraß der Fuchs alles allein, obgleich er den Storch unaufhörlich bat, es sich doch schmecken zu lassen. 

Der Storch fand sich betrogen, blieb aber heiter, lobte außerordentlich die Bewirtung und bat seinen Freund auf den andern Tag zu Gast. Der Fuchs mochte wohl ahnen, dass der Storch sich rächen wollte, und wies die Einladung ab. Der Storch ließ aber nicht nach, ihn zu bitten, und der Fuchs willigte endlich ein. 

Als der Fuchs nun anderen Tages zum Storch kam, fand er alle möglichen Leckerbissen aufgetischt, aber nur in langhalsigen Geschirren. "Folge meinem Beispiele", rief ihm der Storch zu, "tue, als wenn du zu Hause wärest." Und er schlürfte mit seinem Schnabel ebenfalls alles allein, während der Fuchs zu seinem größten Ärger nur das Äußere der Geschirre belecken konnte und nur das Riechen hatte. 

Hungrig stand er vom Tisch auf und gestand zu, dass ihn der Storch für seinen Mutwillen hinlänglich gestraft habe. 

Lehre:
Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu.

Dienstag, 24. Februar 2015

Büffel- oder Ziegenbraten | Entscheidung | Fabel Indonesien


Ein Indonesier erhielt für den gleichen Tag zwei Einladungen: Ein Freund an der Flussmündung veranstaltete ein Ziegenschlachtfest, ein anderer am Oberlauf des Wassers versprach Büffelbraten und leckeren Klebereis. "Wohin gehe ich nun?", sprach der Geladene zu sich selbst und schnalzte mit der Zunge, denn Ziegenfleisch war sein Lieblingsessen. Auf Büffelbraten mit Klebereis wollte er aber auch nicht verzichten. Nachdem er lange hin und her überlegt hatte, schritt er endlich flussaufwärts. Nach einer Stunde aber hielt er inne und sagte zu sich: "Ein Büffel ist ein gewaltiges Tier, das nicht so rasch verzehrt werden kann. Da komme ich später immer noch zurecht. Ich nehme zunächst den süßen Ziegenbraten als Vorgericht." Also wendete er und lief der Mündung zu. 

Als er nach einem langen Marsch eben das Dorf des Freundes erreicht hatte, begegnete ihm eine lustige Gruppe von Menschen, und er fragte sie, woher sie kämen. "Vom herrlichen Ziegenschlachtfest - es ist eben vorüber -, wir sind satt und fröhlich!" Da bekam der Mann einen großen Schreck, machte kehrt und eilte spornstreichs zum Dorf am Oberlauf. "Da werde ich mich am Büffelfleisch mit Klebereis doppelt schadlos halten. Und die Anstrengung gibt guten Hunger!" 

Endlich langte er schweißbedeckt am Ziele an. Rings um die Hütte des Freundes duftete es wundervoll nach Büffelbraten und Klebereis; doch drinnen war es merkwürdig still. Da trat auch schon der Gastgeber heraus, freudig rot im Gesicht, und rief verwundert: "Warum kommst du so spät? Die Geladenen sind eben fortgegangen und alles ist aufgegessen worden." 






Freitag, 13. Februar 2015

Von schlechten Sitten bei Tisch | Text aus "Das Narrenschiff"

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Wenn ich die Narrheit ganz durchsuche,
setz billig ich zuletzt im Buche
etliche, die für Narren man acht
an die zuvor ich nicht gedacht.

Denn ob sie schon viel Missbrauch treiben
und feiner Hofzucht treu nicht bleiben,
auch grob und ungezogen sind,
so sind sie doch nicht also blind,
dass sie die Ehrbarkeit verletzten,
wie die, die wir zuvor hinsetzten,
sie haben auch nicht Gott vergessen,
sondern beim Trinken und beim Essen
sind sie so grob und unerfahren,
dass man sie heißt bäurische Narren.

Sie waschen ihre Hände nicht,
wenn man die Mahlzeit zugericht,
oder wenn sie sich zu Tische setzen,
sie andre in dem Platz verletzen,
die vor ihnen sollten sein gesessen;
Vernunft und Hofzucht sie vergessen,
dass man muss rufen: "Heda, munter,
mein guter Freund, rück weiter runter!

Lass den dort sitzen an deiner Statt!"
Ein andrer nicht gesprochen hat
den Segen über Brot und Wein,
eh er bei Tische Gast will sein,
ein andrer greift zuerst in die Schüssel
und stößt das Essen in den Rüssel
von ehrbarn Leuten, Frauen Herrn,
die er vernünftig sollte ehrn,
dass sie zum Ersten griffen an
und er nicht wär zuvorderst dran.

Der auch so eilig essen muss,
dass er so bläst in Brei und Mus,
strengt an die Backen ungeheuer,
als setzte er in Brand 'ne Scheuer.
Mancher beträuft Tischtuch und Kleid,
legt auf die Schüssel wieder breit,
was ihm ist ungeschickt entfallen,
Unlust bringt es den Gästen allen.

Andre hinwieder sind so faul,
wenn sie den Löffel führen zum Maul,
dann hängen sie den offnen Rüssel
so über Platte, Mus und Schüssel,
dass, fällt ihnen etwas dann darnieder,
dasselbe kommt in die Schüssel wieder.

Etliche sind so naseweise,
sie riechen vorher an der Speise
und machen sie den andern Leuten
zuwider, die sie sonst nicht scheuten.
Etliche kauen etwas im Munde
und werfen das von sich zur Stunde
auf Tischtuch, Schüssel oder Erde,
dass manchem davon übel werde.
Wer einen Mundvoll gegessen hat
und legt es wieder auf die Platt',
oder lehnt sich über den Tisch
und lugt, wo sei gut Fleisch und Fisch,
wenn das auch andern näher lag.

Ein andrer füllt die Backen so,
als ob sie steckten ihm voll Stroh,
er pflegt beim Essen rings zu gaffen
in alle Winkel wie die Affen
und schaut auf jeden mit Begehr,
ob der vielleicht mehr isst als er,
und eh der einen Mund voll zuckt,
hat er vier oder fünf verschluckt,
und dass ihm sonst auch nichts gebreste,
trägt er noch Teller voll zum Neste,
und dass er sich ja nicht versäume,
lugt er, wie er die Platten räume.

Eh er die Speis herunterschluckt,
er einen Stich in den Becher guckt,
macht sich 'ne Suppe mit dem Wein
und schwenkt damit die Backen rein,
und hat damit oft solche Eil,
dass aus der Nas ihm rinnt ein Teil,
oder spritzt gar einem andern wohl
das Trinkgeschirr und Antlitz voll.

Den schmutzgen Mund wischt keiner mehr,
im Becher schwimmt das Fett umher,
schmatzen beim Trinken ist nicht fein,
kann andern Leuten nur widrig sein.
Durch die Zähne sürfeln klingt nicht schön,
solch Trinken gibt ein schlecht Getön.
Manch einer trinkt mit solchem Geschrei
als käme eine Kuh vom Heu.

Nachtrinken Ehre sonst gebot,
jetzt ist dem Weinschlauch nur noch Not,
dass er schnell möge trinken vor,
Das Trinkgeschirr hebt er empor
und bringt dir einen "frohen Trunk",
damit sein Becher macht glunk, glunk.
Er meint, dass er den andern ehrt,
wenn er den Humpen leer umkehrt.

Ich misse gern die feine Sitte,
dass man vor mir das Glas umschütte
oder dass man mich zu trinken bitte,
ich trink für mich, doch keinem zu,
wer sich gern füllt, ist eine Kuh.

Ein andrer schätzt bei Tisch allein,
lässt nicht das Wort sein allgemein,
es muss vielmehr ihm jedermann
zuhörn, wie er gut schätzen kann.
Keinem andern er das Wort vergönnt,
doch sein Wort gegen jeden rennt
und verleumdet gern zu jeder Frist
manchen, der nicht zugegen ist. 

So gibt's bei Tisch seltsamen Brauch,
wenn alles ich erzählen sollte,
ein ganzes Buch ich schreiben wollte,
wie man sieht in den Becher pfeifen,
mit Fingern in das Salzfass greifen,
was mancher achtet für sehr grob,
doch hat dasselbe mehr mein Lob,
als dass man Salz nimmt mit dem Messer,
gewaschene Hand ist wahrlich besser
und sauberer als jene Klingen,
die wir in der Scheide mit uns bringen
und wissen nicht, ob wir vor Stunden
vielleicht 'ne Katze damit geschunden.

Für Unvernunft kann man auch halten
die Eier zu schlagen und zu spalten
und ander dergleichen Gaukelspiel,
wovon ich jetzt nicht schreiben will,
denn das soll feine Sitte sein,
ich schreib von Grobheit hier allein,
nicht von subtilen, feinen Sachen,
ich müsst sonst eine Bibel machen,
sollt ich den Missbrauch all beschreiben,
denn man beim Essen pflegt zu treiben.

Sebastian Brant - Das Narrenschiff






Montag, 17. September 2012

Der Palast und die Hütte | Novelle von Khalil Gibran

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Die Nacht brach herein, und die Lichter im Palast des reichen Mannes funkelten hell. Diener, in Samt gekleidet und mit silbernen Knöpfen an der Brust, standen da und erwarteten die Gäste. Musik erklang, und Herren und Damen fuhren in ihren Kutschen, die von prächtigen Pferden gezogen wurden, von allen Seiten auf den Palast zu. Sie traten ein, und ihre kostbaren Kleider waren herrlich anzusehen. Die Herren führten die Damen zum Tanz, und die Halle wurde zu einem Garten, durch den leise Melodien zogen und dessen Blumen sich vor Ehrfurcht und Bewunderung verneigten. Als es Mitternacht war, schritt man zur Tafel, die mit erlesensten Früchten und den besten Speisen beladen war. Kelche wurden herumgereicht, und der Wein spielte mit den Sinnen der Gäste, bis diese sich Spielen zuwandten. Als der Morgen nahte, trennte man sich, denn alle waren müde von der Lustbarkeit, vom Weine benebelt und des Tanzens und Schlemmens überdrüssig. Und ein jeder begab sich in sein Bett. 



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Als die Sonne langsam hinter den Hügeln versank, stand ein Mann, der das Gewand eines Landarbeiters trug, an der Tür eines ärmlichen Hauses und klopfte an. Es wurde ihm aufgemacht, er trat ein, grüßte die Anwesenden mit heiterer Miene und setzte sich mitten unter seine Kinder an das Feuer. Bald darauf bereitete seine Frau das Essen, und sie setzten sich alle um einen hölzernen Tisch und aßen. Als die Mahlzeit beendet war, standen sie auf und ließen sich unter der Lampe, die ihre gelben Strahlen wie Pfeile in die Dunkelheit sandte, nieder. Als die erste Nachtstunde vorbei war, begaben sie sich zur Ruhe und vertrauten sich dem Schlafe an. Am nächsten Morgen stand der arme Mann von seinem Lager auf und teilte Brot und Milch mit seiner Frau und seinen Kindern. Dann küsste er sie und ging mit einem schweren Spaten auf der Schulter zum Feld, um es mit seinem Schweiß zu bewässern und fruchtbar zu machen, damit es jene Reichen, die am Abend zuvor so ausgelassen waren, ernähre. Die Sonne erhob sich jenseits des Berges, und die Hitze legte sich schwer auf das Haupt des Arbeiters, während die Reichen noch in ihren Palästen schliefen.

So ist das Los des Menschen: ein Trauerspiel, das auf der Bühne der Zeit aufgeführt wird. Zahlreich sind die Zuschauer, die applaudieren; aber nur wenige gibt es, die das Stück verstehen. (Khalil Gibran)







Freitag, 23. Dezember 2011

Weihnachten eines Kellners | Novelle von Heinrich Böll

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Ich weiß nicht, wie es hat geschehen können; schließlich bin ich kein Kind mehr, bin fast fünfzig Jahre und hätte wissen müssen, was ich tat – und hab's doch getan, noch dazu, als ich schon Feierabend hatte und mir eigentlich nichts mehr hätte passieren können. 

Aber es ist passiert, und so hat mir der Heilige Abend die Kündigung beschert. Alles war reibungslos verlaufen: Ich hatte beim Dinner serviert, kein Glas umgeworfen, keine Soßenschüssel umgestoßen, keinen Rotwein verschüttet, mein Trinkgeld kassiert und mich auf mein Zimmer zurückgezogen, Rock und Krawatte aufs Bett geworfen, die Hosenträger von den Schultern gestreift, meine Flasche Bier geöffnet, hob gerade den Deckel von der Terrine und roch: Erbsensuppe. Die hatte ich mir beim Koch bestellt, mit Speck, ohne Zwiebeln, aber sämig, sämig. Es würde zu lange dauern, wenn ich es Ihnen erklären wollte: Meine Mutter brauchte drei Stunden, um zu erklären, was sie unter sämig verstand. 

Na die Suppe roch herrlich, und ich tauchte die Schöpfkelle ein, füllte meinen Teller, spürte und sah, dass die Suppe richtig sämig war - da ging meine Zimmertüre auf, und herein kam der Bengel, der mir beim Dinner aufgefallen war: klein, blass bestimmt nicht älter als acht, hatte sich den Teller hoch füllen und alles, ohne es anzurühren, wieder abservieren lassen. Truthahn und Kastanien, Trüffeln und Kalbfleisch, nicht mal vom Nachtisch, den doch kein Kind vorübergehen lässt, hatte er auch nur einen Löffel gekostet, ließ sich fünf halbe Birnen und 'nen Eimer Schokoladensoße auf den Teller kippen und rührte nichts, aber auch nichts an und sah doch dabei nicht mäklig aus, sondern wie jemand, der nach einem bestimmten Plan handelt. Leise schloss er die Tür hinter sich. Was ist denn das? fragte er. Das ist Erbsensuppe, sagte ich. Die gibt es doch nicht, sagte er freundlich, die gibt es doch nur in dem Märchen von dem König, der sich im Wald verirrt hat. Ich hab's gern, wenn Kinder mich duzen; die Sie zu einem sagen, sind meistens affiger als die Erwachsenen. Nun sage ich, das ist Erbsensuppe. Darf ich mal kosten? Sicher, bitte ,sagte ich, setz dich hin. Nun er aß drei Teller Erbsensuppe, ich saß neben ihm auf meinem Bett, trank Bier und rauchte und konnte richtig sehen, wie sein kleiner Bauch rund wurde, und während ich auf dem Bett saß, dachte ich über so viel nach, was mir inzwischen entfallen ist; zehn Minuten, fünfzehn, eine lange Zeit da kann einem schon viel einfallen, auch über Märchen, über Erwachsene, über Eltern und so. Schließlich konnte der Bengel nicht mehr, ich löste ihn ab, aß dann den Rest von eineinhalb Teller während er auf dem Bett neben mir saß. 

Vielleicht hätte ich nicht in die leere Terrine blicken sollen, denn er sagte: Mein Gott, jetzt habe ich dir alles aufgegessen. Macht nichts, sagte ich, ich bin noch satt geworden. Dann fragte ich ihn: Bist du zu mir gekommen, um Erbsensuppe zu essen? Nein, ich suchte nur jemand der mir helfen kann, eine Kuhle zu finden; ich dachte, du wüsstest eine. Kuhle, Kuhle, dann fiel mir's ein, zum Murmelspielen braucht man eine, und ich sagte: Ja, weißt das wird schwer sein hier im Haus irgendwo eine Kuhle zu finden. Können wir nicht eine machen, einfach eine in den Boden des Zimmers hauen? Ich weiß nicht, wie es hat geschehen können, aber ich hab's getan, und als der Chef fragte: Wie konnten Sie das tun?, wusste ich keine Antwort. Vielleicht hätte ich sagen sollen: Haben wir uns nicht verpflichtet unseren Gästen jeden Wunsch zu erfüllen, ihnen ein harmonisches Weihnachtsfest zu garantieren? Aber ich hab's nicht gesagt, ich hab' geschwiegen. Schließlich konnte ich nicht ahnen, dass seine Mutter über das Loch im Parkettboden stolpern und sich den Fuß brechen würde, nachts, als sie betrunken aus der Bar zurückkam. Wie konnte ich das wissen? Und das die Versicherung eine Erklärung verlangen würde, und so weiter, und so weiter. Haftpflicht, Arbeitsgericht und immer wieder: Unglaublich, unglaublich. 

Sollte ich ihnen erklären, dass ich drei Stunden, drei geschlagene Stunden mit den Jungen Kuhle gespielt habe, dass er immer gewann, und sogar von meinem Bier getrunken hat - bis er schließlich todmüde ins Bett fiel? Ich hab' nichts gesagt, aber als sie mich fragten, ob ich es gewesen bin, der das Loch in den Parkettboden geschlagen hat, da konnte ich nicht leugnen, nur von der Erbsensuppe haben sie nichts erfahren, das bleibt unser Geheimnis. Fünfunddreißig Jahre im Beruf, immer tadellos geführt. 

Ich weiß nicht, wie es hat geschehen können, ich hätte wissen müssen, was ich tat, und hab's doch getan: Ich bin mit dem Aufzug hinuntergefahren, hab' Hammer und Meißel geholt, bin mit dem Aufzug wieder raufgefahren, hab' ein Loch in den Parkettboden gestemmt. 

Schließlich konnte ich nicht ahnen, dass seine Mutter über das Loch im Parkettboden stolpern würde, als sie nachts um vier betrunken aus der Bar zurückkam. Offen gestanden, ganz so schlimm finde ich es nicht, auch nicht, dass sie mich rausgeschmissen haben. Gute Kellner werden überall gesucht.








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