Aventin Blog: Flug
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Freitag, 24. Juli 2015

Schwarz und Weiß • Aus dem Alltag einer Stewardess

Folgendes geschah bei einer bekannten Fluglinie. Eine etwa 50-jährige weiße Frau kam zu ihrem Sitz und sah, dass der Passagier neben ihr ein schwarzer Mann war. Sichtlich wütend, rief sie die Stewardess. "Was ist das Problem? Kann ich ihnen weiterhelfen?" fragte diese die Dame. "Sehen Sie das nicht?" antwortete die Frau - "ich habe einen Platz neben einem schwarzen Mann bekommen. Ich kann und möchte nicht neben ihm sitzen. Bitte geben sie mir einen anderen Platz!" 

"Bitte, beruhigen Sie sich" - sagte daraufhin die Stewardess. "Leider sind alle Sitzplätze besetzt, aber ich werde noch mal nachschauen, ob wir vielleicht noch einen anderen haben." 

Die Flugbegleiterin ging weg und kam einige Minuten später wieder. "Madam, wie ich Ihnen bereits sagte, es gibt keinen freien Platz mehr in dieser Economy-Class. Jedoch sprach ich mit dem Kapitän und der sagte mir, dass es zwar keine freien Plätze mehr in der normalen Economy-Class gibt, aber durchaus noch in der ersten Klasse! 

Und noch bevor die Dame antworten konnte, fuhr die Stewardess mit ihrer Erläuterung fort. "Schauen Sie, es ist durchaus ungewöhnlich für unsere Fluglinie, Passagiere im Nachhinein von der Economy-Class in die erste Klasse umzubuchen. Doch angesichts der Umstände, und so denkt auch der Flugkapitän, wäre es eine Zumutung, während des ganzen Fluges neben einer solch unangenehmen Person sitzen zu müssen."

Dabei wandte sich die Stewardess an den schwarzen Mann und sagte: "Das bedeutet, Sir, wenn sie so nett wären Ihr Handgepäck zu nehmen, dass wir für sie einen Platz in der ersten Klasse reserviert haben ...!"

Die übrigen Passagiere, die die Szene zunächst schockiert mit verfolgt hatten, begannen nun zu applaudieren und einige standen dabei sogar auf.





Montag, 13. Februar 2012

Daedalus und Icarus | Mythologie | Metamorphosen von Ovid


aventin.blogspot.com

Daedalus sah sich von Meer umschlossen. Er hasste Kreta und seine lange Verbannung. Ergriffen von Heimweh, rief er: „Mag er mir die Erde und die Wellen versperren, aber der Himmel ist mir sicher offen. Hier wollen wir fliehen! Minos mag gar vieles besitzen, aber die Luft besitzt er nicht!“ So sprach er und richtete sein Sinnen auf fremde Künste und schuf etwas Neues. Er legte Federn, mit der kleinsten beginnend, in eine Reihe und ließ auf die kürzeren stets längere folgen, so wie man Gräser am Abhang sieht. Er baute die Federn der Länge nach wie eine Panflöte auf. Dann verband er sie in der Mitte mit Faden und Wachs und bog sie leicht, so dass sie die Gestalt von Vogelschwingen hatten. 

Der kleine Icarus war mit dabei, nicht wissend, dass er seine eigene Gefahr anfasste. Bald haschte er strahlend vor Lust nach dem Flaum, den ein leichtes Lüftchen bewegte, bald knetete er gelbliches Wachs mit seinem Daumen und behinderte durch sein Spiel des Vaters erstaunliches Tun. Nachdem die letzte Hand an das Unternehmen gelegt worden war, schwang sich der Baumeister selbst mit Leichtigkeit in die doppelten Flügel und schwebte schon in der Luft.

Er unterrichtete seinen Sohn, und sagte ihm, "Ich ermahne dich, Icarus, halte dich stets auf der mittleren Bahn, damit, wenn du zu tief fliegst, nicht die Wellen die Federn beschweren, oder wenn du zu hoch bist, nicht das Feuer der Sonne sie versengt. Fliege also stets in der Mitte! Ich befehle dir auch, nicht den Bootes, den großen Wagen oder das gezückte Schwert des Orion anzusehen. Nimm deinen Weg unter meiner Führung." Er gab ihm zugleich noch Flugvorschriften und passte die neuen Flügel seinen Schultern an.

Zwischen dieser Arbeit und seinen Mahnungen waren dem greisen Vater die Wangen nass geworden und die väterlichen Hände hatten zu zittern begonnen. Jetzt gab er seinem Sohn noch Küsse, die nicht wiederholt werden sollten. Durch die Federn erhoben, flog er voraus und fürchtete zugleich um seinen Begleiter wie ein Vogel, der vom Nest seine zarten Nachkommen zum ersten Mal in die Luft führt. Er ermahnte ihn nochmals ihm zu folgen und warnte ihn von verhängnisvollen Künsten abzusehen. Er bewegte seine Flügel und schaute auf die seines Sohnes zurück.

Irgendein Mensch, ein Fischer beim Angeln, ein Hirte, gestützt auf seinen Stab oder ein Bauer beim Pflügen, der sie so sehen mochte, wäre erstaunt gewesen sein und hätte sicherlich geglaubt, die Segler der Lüfte wären wohl Götter gewesen. 

Schon lag zur linken Seite Samos, die Insel der Juno, da sie an Delos und Paros vorübergeflogen waren, und rechts breitete sich Lebinthos und das an Honig so reiche Kalymnos aus. Da begann sich der Knabe des kühnen Flugs zu erfreuen und verließ die Bahn und seinen Führer. Von Himmelssehnsucht angezogen, stieg er noch höher hinauf. Die Nähe der raffenden Sonne aber schmolz das duftende Wachs, das Bindemittel der Federn. Schon war das Wachs zerflossen; er schwang nur noch die Arme, fasste keine Luft mehr, es fehlten im gleichsam die Ruder, und nach der Hilfe des Vaters schreiend, versank er im blauen Wasser. Dieses Meer hat nach ihm seinen Namen erhalten. 

Der unselige Vater rief „Icarus! Icarus, wo bist du? Wo muss ich dich suchen, mein lieber Icarus?“ Er rief und rief, da sah er auf den Wellen Federn schwimmen. Er verfluchte seine Kunst des Fliegens, barg die Leiche und brachte sie an Land zu Grabe. Die Insel, wo Icarus seitdem ruht, ist nach seinem Namen benannt - Ikaria.









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