Aventin Blog: Körper
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Montag, 4. Mai 2015

Der Fuchs und die Statue • Bildung • Fabel von Aesop

Ein Fuchs betrachtete in der Werkstätte eines Bildhauers mit Entzücken verschiedene schöne Statuen. Besonders gefiel ihm eine derselben wegen ihrer vorzüglichen Arbeit und Schönheit. Er untersuchte sie endlich näher und bemerkte nicht das geringste Zeichen von Leben oder Verstand. "Oh!" rief er aus, "wie schade ist, dass ein so schöner Kopf kein Gehirn hat!" 




Die Bildung des Geistes gibt erst 
der Schönheit des Körpers einen Wert.






Freitag, 1. Mai 2015

Denken ist kein Verharren, sondern Bewegung • Hermann Hesse

Selbsttäuschung ist ein Wort, Sie können statt dessen Mythus, Religion, Ahnung, Weltanschauung sagen. Was ist denn wirklich? Sie, ich, das Haus, das Dorf? Warum? Diese Rätsel sind unlösbar, selbstverständlich, aber sind sie denn so wichtig? Wir fühlen uns selbst, wir stoßen mit dem Körper an andere Körper und mit dem Verstand an Rätsel. Es gilt nicht, die Wand wegzuschaffen, sondern die Tür zu finden. Der Zweifel an der Realität der Dinge ist ein Zustand; man kann in ihm verharren, aber man tut es nicht, wenn man denkt. Denn Denken ist kein Verharren, sondern Bewegung!







Montag, 9. März 2015

Zeus und das Kamel • Verlust und Gewinn • Fabel von Aesop


Ein Kamel, das einen Stier erblickte, welcher auf seine Hörner stolz war, beneidete diesen und wünschte sich denselben Schmuck; deshalb trat es vor Zeus und bat ihn gleichfalls um Hörner. Der Gott, welcher dem Tiere einen großen Körper und Stärke des Leibes, die ihm nötig waren, verliehen hatte, zürnte über die Unbescheidenheit desselben und versagte ihm nicht bloß die Hörner, sondern nahm ihm auch etwas von der Länge der Ohren hinweg.  

Viele verlieren, indem sie mehr zu gewinnen streben, dasjenige, was sie in Sicherheit genießen könnten.






Dienstag, 6. März 2012

Der Esel im Löwenfell | Verkleidung | Fabel von Aesop


aventin.blogspot.com

Ein Esel fand ein Löwenfell, bekleidete sich damit und bedeckte seine Glieder, so gut er konnte. Nachdem er seinen unförmigen Kopf mit den viel zu großen Ohren unter das Fell gesteckt hatte, erschien er anderen unheimlich und Furcht erregend, zertrat den Schafen und Lämmern ihre Speise und erschreckte in den Wäldern die ängstlichen Tiere, Hasen, Hirschkälber, Hirsche und andere.

Der Bauer aber erkannte seinen verlorenen Esel in stolzer Haut mit trägen Gliedern und ergriff ihn bei den Ohren, die er nicht verdecken konntfe. Er band ihn fest, zog ihm das Löwenfell aus und sprach zu dem elenden Tier: "Du kannst diejenigen, die dich nicht kennen, leicht in Furcht und Schrecken versetzen, aber wer dich kennt, hat keine Angst vor dir. Bleibe daher ein Esel, wie du es bisher immer gewesen bist. Ziehe wieder dein ursprüngliches Kleid an und begehre nicht fremdes Gut, damit du nicht geschmäht wirst, wenn man es dir wieder auszieht."

Lehre:
Auch wenn er sich mit fremden Federn schmückt, ein Esel bleibt ein Esel!






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