Aventin Blog: Kinder
Posts mit dem Label Kinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kinder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 21. März 2018

Eckige Kinder Satire von Georg Danzer

Eckige Kinder Satire von Georg Danzer:

Meine Damen und Herren! Ich habe jetzt endlich die Lösung. Und zwar: Eckige Kinder! Ja -- Sie haben schon richtig gehört. Eckige Kinder! Keine runden oder ovalen oder flachen. Nein -- eckige! Die sind nämlich viel leichter zu stapeln. Und rollen nicht so leicht herunter.


Mittwoch, 6. Juli 2016

tik tak | Alles geht nach der Uhr | Allegorie von Irmela Wendt

aventin.blogspot.com

"Alles geht nach der Uhr", sagte, Frau Ureburegurli. "Um ein Uhr haben die Kinder gegessen, bis drei Uhr arbeiten sie an den Schulaufgaben, bis fünf Uhr dürfen sie spielen, um halb sechs essen sie Abendbrot, danach lernt die Oma noch mit den Kindern, und von abends sieben bis morgens sieben schlafen sie. Um acht Uhr gehen sie zur Schule, und um zwölf Uhr dreißig sind sie wieder zu Hause."

"Ich bin mal gespannt", sagt Frau Lustibustigiero, die Nachbarin, "wie lange es dauern wird, bis Ihre Kinder nur noch 'tik tak' sagen."







Mittwoch, 1. Juni 2016

An was allem zu zweifeln ist | Zitat von Renatus Cartesius


An allem ist zu zweifeln!

Da wir als unwissende Kinder geboren werden und von den sinnlichen Dingen vielerlei Urteile vor dem Erwachsen werden gefällt haben, ehe wir den vollkommenen Gebrauch unserer Vernunft hatten, werden wir durch viele uns in der Kindheit zugelegten Vorurteile von der Kenntnis des Wahren abgestoßen. 

Von eben diesen Vorurteilen scheinen wir uns nicht anders befreien zu können, als dass wir im Leben an allem zweifeln, worin wir nur den geringsten Verdacht einer Ungewissheit zu erkennen vermögen. (René Descartes)





Montag, 15. Februar 2016

Der Adler und die Dohle | Arroganz | Fabel von Aesop

Ein Adler stürzte sich hoch aus der Luft auf ein Lamm, fasste es mit seinen Krallen und trug es mit Leichtigkeit davon. Eine Dohle hatte dies mit angesehen, und da sie sich ebenso stark glaubte wie der Adler, flog sie auf einen Widder zu. Aber vergeblich bemühte sie sich, ihn fortzubringen, sie verwickelte sich in die Wolle und konnte nun auch nicht wieder davonfliegen. 

Als ein Hirte sie zappeln sah, haschte er sie, beschnitt ihr die Flügel und nahm sie seinen Kindern zum Spielzeug mit. "Ei! Ei!" riefen hocherfreut die Kinder, "wie nennt man diesen Vogel?" "Vor einer Stunde noch", antwortete der Vater, "hielt er sich für einen Adler, musste aber bald einsehen, dass er nur eine kleine Dohle ist." 

Lehre:
Wage dich nicht an Dinge, die deine Kräfte übersteigen; es gibt sonst zum Schaden noch Spott.





Dienstag, 19. Januar 2016

Das Lied vom wilden Wassermann und der schönen Lilofee





Es freit ein wilder Wassermann vor der Burg wohl über dem See. Er freit nach königlichem Stand um die schöne junge Lilofee.

Er ließ eine Brücke bauen vor der Burg wohl über dem See, darauf sollt sie spazieren gehen, die schöne junge Lilofee. 

Als sie auf die Brücke kam vor der Burg wohl über dem See, der Wassermann zog sie hinab, die schöne junge Lilofee.

Drunten war sie sieben Jahr vor der Burg wohl über dem See, und sieben Kinder sie ihm gebar, die schöne junge Lilofee.

Sie hörte drunt die Glocken gehn vor der Burg wohl über dem See, wollt' Vater und Mutter wiedersehn, die schöne junge Lilofee.

Und als sie aus der Kirche kam vor der Burg wohl über dem See, da stand der wilde Wassermann vor der schönen jungen Lilofee.

Willst du hinunter gehn mit mir vor der Burg wohl über dem See? Deine Kinder drunten weinen nach dir, schöne junge Lilofee.

Die Kinder lass uns teilen vor der Burg wohl über dem See, nehm' ich mir drei, nimmst du dir drei, ich arme junge Lilofee.

Das siebte lass uns teilen vor der Burg wohl über dem See, nehm' ich mir ein Bein, nimmst du dir ein Bein, du schöne junge Lilofee.

Eh, dass ich die Kinder teilen lass vor der Burg wohl über dem See, scheid' ich von Laub und grünem Gras, ich arme junge Lilofee.













Dienstag, 15. Dezember 2015

Der Rattenfänger von Hameln • Sage aus Deutschland


Im Jahre 1284 ließ sich in Hameln ein sonderbarer Mann sehen. Er trug einen Rock von vielfarbigem, buntem Tuch, weswegen er Bundting geheißen haben soll, und gab sich für einen Rattenfänger aus. Er versprach für einen bestimmten Lohn die Stadt von allen Ratten und Mäusen zu befreien. Die Bürger wurden mit ihm einig und sicherten ihm den verlangten Betrag zu. Der Rattenfänger zog demnach ein Pfeifchen aus der Tasche und begann eine eigenartige Weise zu pfeifen. Da kamen sogleich die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Sobald der Fänger glaubte, es sei keine mehr zurückgeblieben, schritt er langsam zum Stadttor hinaus, und der ganze Haufen folgte ihm bis an die Weser. Dort schürzte der Mann seine Kleider, stieg in den Fluss, und alle Tiere sprangen hinter ihm drein und ertranken.

Nachdem die Bürger aber von ihrer Plage befreit waren, reute sie der versprochene Lohn, und sie verweigerten dem Mann die Auszahlung unter allerlei Ausflüchten, so dass er sich schließlich zornig und erbittert entfernte. Am 24. Juni, am Tage Johannis des Täufers, morgens früh um sieben Uhr erschien er wieder, diesmal in Gestalt eines Jägers, mit finsterem Blick, einen roten, wunderlichen Hut auf dem Kopf. Wortlos zog er seine Pfeife hervor und ließ sie in den Gassen hören. Und in aller Eile kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mädchen, vom vierten Lebensjahr angefangen, in großer Zahl dahergelaufen. Darunter war auch die schon erwachsene Tochter des Bürgermeisters.

Der ganze Schwarm von Kindern zog hinter dem Mann her, und er führte sie vor die Stadt zu einem Berg hinaus, wo er mit der ganzen Schar verschwand. Dies hatte ein Kindermädchen gesehen, das mit einem Kind auf dem Arm weit rückwärts nachgezogen war, dann aber umkehrte und die Kunde in die Stadt brachte. Die Eltern liefen sogleich haufenweise vor alle Tore und suchten jammernd ihre Kinder. Besonders die Mütter klagten und weinten herzzerreißend. Sofort wurden Boten zu Wasser und zu Land an alle Orte umhergeschickt, die nachforschen sollten, ob man die Kinder oder auch nur einige von ihnen irgendwo gesehen habe; aber alles Suchen war vergeblich.

Hundertdreißig Kinder gingen damals verloren. Zwei sollen sich, wie man erzählt, verspätet haben und zurückgekommen sein, wovon aber das eine blind, das andere taubstumm war. Das blinde Kind konnte den Ort nicht zeigen, wo es sich aufgehalten hatte, wohl aber erzählen, wie sie dem Spielmann gefolgt waren, das taubstumme Kind nur den Ort weisen, da es nichts gehört hatte und auch nicht sprechen konnte. Ein kleiner Knabe war im Hemd mitgelaufen und nach einiger Zeit umgekehrt, um seinen Rock zu holen, wodurch er dem Unglück entgangen war; denn als er zurückkam, waren die andern schon in der Senkung hinter dem Hügel verschwunden. Die Straße, auf der die Kinder zum Tor hinausgezogen waren, hieß später die bunge-lose (trommeltonlose, stille) Straße, weil kein Tanz darin abgehalten und kein Saitenspiel aufgeführt werden durfte. Ja, wenn eine Braut mit Musik zur Kirche geführt wurde, mussten die Spielleute in dieser Gasse ihr Spiel unterbrechen. Der Berg bei Hameln, wo die Kinder verschwanden, heißt der Poppenberg. Dort sind links und rechts zwei Steine in Kreuzform zur Erinnerung an dies traurige und seltsame Ereignis errichtet. Die Bürger von Hameln haben diese Begebenheit in ihrem Stadtbuch verzeichnen lassen. Im Jahre 1572 ließ der Bürgermeister die Geschichte auf den Kirchenfenstern abbilden.






Dienstag, 19. Mai 2015

Der stolze Schmetterling und die Raupe • Fabel aus Afrika

Foto piqs.de tanakawho
Ein wunderschöner Schmetterling flatterte auf eine duftende Blume zu; da bemerkte er eine hässliche Raupe, die im Staub dahin kroch. Verächtlich rief der Schmetterling ihr zu: "Wie darfst du es wagen, dich in meiner Nähe sehen zu lassen? Fort mit dir! Sieh, ich bin schön und strahlend wie die Sonne, und meine Schwingen tragen mich hoch in die Lüfte, während du auf der Erde umher kriechst. Fort mit dir, wir haben nichts miteinander zu schaffen!" 

"Dein Stolz, du bunter Schmetterling, steht dir schlecht an", erwiderte die Raupe ruhig. "All deine Farbenpracht gibt dir nicht das Recht, mich zu verachten. Wir sind und bleiben Verwandte, so schmähst du dich also selbst. Bist du nicht früher eine Raupe gewesen? Und werden deine Kinder nicht Raupen sein wie du und ich?"

Empört wegen dieser 'Unterstellung' flog der Schmetterling wütend davon …






Donnerstag, 14. Mai 2015

Der überlistete Teufel • Sage aus Deutschland

In Soest lebte ein Schuster, ein armer Tropf zwar, aber ein Kerl, der nicht auf den Kopf gefallen war. Obwohl er sein Handwerk verstand wie nur wenige in der Stadt, gelang es ihm nicht, auf einen grünen Zweig zu kommen. Er wusste kaum noch das Leder zu bezahlen, und schon lange war Schmalhans Küchenmeister im Hause und setzte den Kindern ein dünnes Süppchen auf den Tisch. 

Eines Abends hatte der Meister wiederum bis Mitternacht den Pechdraht gezogen bis ihm die Arme lahm waren. Er saß auf dem Schemel und sann über sein Elend nach. Und wie es so geht, wenn einem Menschen die Verzweiflung ankommt, ohne es recht zu bedenken, sagte er vor sich hin: "Geld muss mir her, und wenn es vom Teufel kommt." 

Er hatte wohl selbst nicht geglaubt, dass ein solches Wort Wahrheit werden könnte. Als er aufblickte, stand wirklich der Belzebub vor ihm, aber bekleidet wie ein vornehmer Herr im Wams mit Silberknöpfen und Schuhen mit kostbaren Spangen, begrüßte ihn lächelnd, tat, als sähe er das Erschrecken des Meisters gar nicht und sprach: "Ihr habt von mir gesprochen, und nun bin ich da. Das Geld, das ihr begehrt, habe ich gleich mitgebracht, erst in zehn Jahren muss ich es zurückhaben." Dabei stellte er ein Maß auf den Tisch, das bis über den Rand hinaus mit blanken Goldstücken gefüllt war. "Nehmt das", sagte er, "und wenn ihr es mir zurückgebt, braucht es nicht gerade so gehäuft zu sein wie jetzt, sondern nur gestrichen voll. Ich will nicht so genau rechnen, weil ihr mir in eurem Jammer leid tut. Und nun unterschreibt mir den Vertrag." 

Der Schuster wollte wohl oder übel schon die Feder nehmen, die er ihm hinhielt. Da aber schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf, und den sprach er auch aus. "Darf ich euch das Geld auch schon früher zurückgeben?" fragte er. "Das dürft ihr zu jeder Zeit, Meister. Aber in zehn Jahren muss ich es bestimmt wieder haben, sonst gehört mir eure Seele." Damit schob der Teufel ihm das Maß mit dem Gold zu. Der Meister aber fuhr mit seiner großen Hand darüber hin und wischte alle Stücke, die über den Rand quollen, weg, so dass sie auf den Tisch fielen, strich sie zusammen, steckte sie zu sich und gab dem Teufel das Maß selber zurück. "Hier", sagte er, "ich bedanke mich auch schön. Das brauche ich nicht mehr. Ich habe an dem, was Ihr nicht wiederhaben wolltet, genug", und er klopfte auf seine Tasche. 

So war denn der Teufel in Soest an einen geraten, der klüger war als er selber. Es blieb ihm nach seinen Worten nichts anders übrig, als zu gehen, woher er gekommen war. Dem Meister aber, der sich so klug wie bescheiden gezeigt hatte, war das Glück wieder hold und verhalf ihm zu dem alten Wohlstand.






Montag, 20. April 2015

Die Taube und die Krähe • Freude und Leid • Fabel von Aesop

Eine Taube brüstete sich unter andern Vögeln mit ihrer Fruchtbarkeit: "Ich brüte", sagte sie, "jährlich acht bis zwölf Junge aus, füttere sie, lehre sie fressen und fliegen, fliege mit ihnen auf die Kornfelder und lebe froh mit Kindern, Enkeln und Urenkeln, während ihr andern Vögel kaum ein Paar aushecket!" "Still!" sagte eine Krähe, die dies mit anhörte, "prahle nicht mit etwas, was dir so unendlich viel Kummer und Leid verursachen kann! So viele Junge du hast, so viele Male könntest du auch Kummer und Trauer anlegen müssen. Kaum haben sie die ersten Federn, liegen sie womöglich schon auf den Tafeln der Menschen." 

So kann es manchmal im Leben sein: Kurze Freude und viel Leid - und doch halten Freuden im Gedächtnis länger Stand.






Donnerstag, 16. April 2015

Schatzgräber im Weinberg • Gedicht von Gottfried August Bürger


Ein Winzer, der am Tode lag,
Rief seine Kinder an und sprach:
"In unserem Weinberg liegt ein Schatz:
Grabt nur danach!" - "An welchem Platz?",
Schrie alles laut den Vater an. -
"Grabt nur!" - O weh! da starb der Mann.
Kaum war der Alte beigeschafft,
Da grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
Der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
Man warf die Erde gar durchs Sieb.
Und zog die Harken kreuz und quer
Nach jedem Steinchen hin und her.
Allein da ward kein Schatz verspürt,
und jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
So nahm man mit Erstaunen wahr,
Dass jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
und gruben nun jahrein, jahraus
Des Schatzes immer mehr heraus. 






Freitag, 10. April 2015

Ehem. Zisterzienserkloster Maulbronn | Topographie von H. Hesse

Im Nordwesten des Landes liegt zwischen waldigen Hügeln und kleinen stillen Seen das große Zisterzienserkloster Maulbronn. Weitläufig, fest und wohl erhalten stehen die schönen alten Bauten und wären ein verlockender Wohnsitz, denn sie sind prächtig, von innen und außen, und sie sind in den Jahrhunderten mit ihrer ruhig schönen, grünen Umgebung edel und innig zusammengewachsen. Wer das Kloster besuchen will, tritt durch ein malerisches, die hohe Mauer öffnendes Tor auf einen weiten und sehr stillen Platz. Ein Brunnen läuft dort, und es stehen alte ernste Bäume da und zu beiden Seiten alte steinerne und feste Häuser und im Hintergrunde die Stirnseite der Hauptkirche mit einer spätromanischen Vorhalle, Paradies genannt, von einer graziösen, entzückenden Schönheit ohnegleichen. Auf dem mächtigen Dach der Kirche reitet ein nadelspitzes, humoristisches Türmchen, von dem man nicht begreift, wie es eine Glocke tragen soll. Der unversehrte Kreuzgang, selber ein schönes Werk, enthält als Kleinod eine köstliche Brunnenkapelle; das Herrenrefektorium mit kräftig edlem Kreuzgewölbe, weiter Oratorium, Parlatorium, Laienrefektorium, Abtwohnung und zwei Kirchen schließen sich massig aneinander. Malerische Mauern, Erker, Tore, Gärtchen, eine Mühle, Wohnhäuser umkränzen behaglich und heiter die wuchtigen alten Bauwerke. Der weite Vorplatz liegt still und leer und spielt im Schlaf mit den Schatten seiner Bäume; nur in der Stunde nach Mittag kommt ein flüchtiges Scheinleben über ihn. Dann tritt eine Schar junger Leute aus dem Kloster, verliert sich über die weite Fläche, bringt ein wenig Bewegung, Rufen, Gespräch und Gelächter mit, spielt etwa auch ein Ballspiel und verschwindet nach Ablauf der Stunde rasch und spurlos hinter den Mauern. 
Auf diesem Platz hat schon mancher sich gedacht, hier wäre der Ort für ein tüchtiges Stück Leben und Freude, hier müßte etwas Lebendiges, Beglückendes wachsen können, hier müßten reife und gute Menschen ihre freudigen Gedanken denken und schöne, heitere Werke schaffen. Die Stiftung, auf deren Kosten die Seminaristen leben und studieren dürfen, hat hierdurch dafür gesorgt, dass ihre Zöglinge eines besonderen Geistes Kinder werden, an welchem sie später jederzeit erkannt werden können - eine feine und sichere Art der Brandmarkung. Mit Ausnahme der Wildlinge, die sich je und je einmal losreißen, kann man denn auch jeden schwäbischen Seminaristen sein Leben lang als solchen erkennen.

Das Kloster Maulbronn ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in der Ortsmitte von Maulbronn. Die Anlage gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Hier sind alle Stilrichtungen und Entwicklungsstufen von der Romanik bis zur Spätgotik vertreten. Das Kloster Maulbronn ist seit 12/1993 Weltkulturerbe der UNESCO. (Wikipedia)








Dienstag, 31. März 2015

Knobel - Rätsel • Ein Ehepaar hat mehrere Kinder ...


Ein Ehepaar hat mehrere Kinder, Jungen und Mädchen. Jedes Mädchen hat ebenso viele Schwestern wie Brüder, jeder Junge dagegen nur halb so viele Brüder wie Schwestern. 

Wie viele Jungen und Mädchen sind es?



▂ ▃ ▄ ▅ ▆ ▇   Antwort   ▇ ▆ ▅ ▄ ▃ ▂









Freitag, 7. September 2012

Von Gesetzen und Anwälten | Khalil Gibran

aventin.blogspot.com

Es bereitet euch Freude, Gesetze aufzustellen. Aber noch größere Freude bereitet es euch, sie zu brechen, wie spielende Kinder am Meeresufer, die mit Ausdauer Sandburgen bauen und sie dann lachend zerstören. Während sie Sandburgen bauen, trägt das Meer weiteren Sand an den Strand und wenn sie sie einreißen, lacht der Ozean mit ihnen.

Doch was ist mit denen, für die das Leben kein Ozean ist und menschliche Gesetze keine Sandburgen, sondern für die das Leben ein Fels ist und das Gesetz ein Meißel, mit dem sie es zu ihrem Bild gestalten möchten? Was ist mit dem Krüppel, der den Tänzer verabscheut? Was ist mit dem Ochsen, der sein Joch liebt und den Hirsch und das Reh des Waldes für hauslose Vagabunden erachtet? Was ist mit der alten Schlange, die ihre Haut nicht mehr abwerfen kann und alle anderen schamlos und nackt nennt? Und mit dem, der als erster zum Hochzeitsmahl kommt und sich dann, übersättigt und müde, mit den Worten entfernt, jedes Fest sei ein Frevel und jeder Feiernde ein Gesetzesbrecher?

Was soll ich von all diesen sagen außer, dass auch sie im Sonnenlicht stehen, aber mit dem Rücken zur Sonne! Sie sehen nur ihren eigenen Schatten und ihr Schatten ist ihr Gesetz. Und was ist die Sonne für sie mehr als eine Schattenwerferin? Was ist die Befolgung des Gesetzes für sie anderes, als sich nieder zu beugen und ihren eigenen Schatten auf den Boden nach zu zeichnen.

Ihr aber, die ihr mit dem Gesicht in der Sonne wandelt, welche Zeichen im Staub könnten euch schon aufhalten? Ihr Gefährten des Windes, welche Wetterfahne sollten wohl euren Kurs bestimmen? Welches Menschengesetz sollte euch binden, wenn ihr euer Joch zerbrecht, doch vor niemandes Kerkertür? Welche Gesetze solltet ihr fürchten, wenn ihr tanzt, aber über niemandes Ketten stolpert und wer dürfte euch richten, wenn ihr euer Gewand von euch reißt, es aber auf niemandes Weg liegen lasst?

Menschen von Orfalis, ihr könnt die Trommeln dämpfen und die Saiten der Leier entspannen, doch wer soll der Lerche das Singen verbieten?

(Khalil Gibran *1883 +1931)






LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...