Aventin Blog: Speise
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Dienstag, 23. Juni 2015

Die Glieder und der Magen • Beistand • Fabel Romulus

Man erzählt von den Gliedern des menschlichen Körpers, dass die Hände und Füße unwillig wurden und dem Magen keine Speise mehr reichen wollten, deswegen, weil er ohne Mühe täglich sich anfüllen und tatlos sitzen bleiben könne. Daher empörten sich gegen ihn die Hände und Füße und wollten nicht arbeiten und versagten ihren Dienst. Vor Hunger schrie der Magen; aber jene wollten auf ihrer Missgunst beharren und ihm noch einige Tage lang nichts geben. Da nun der Magen leer war, so erschlafften die Glieder. Nachher wollten sie zwar dem Magen wieder Speise beibringen, aber er konnte sie nicht mehr zu sich nehmen, weil er seine Zugänge schon geschlossen hatte. So gingen die Glieder und der Magen zugleich erschöpft miteinander zugrunde. 

Die Fabel lehrt, dass niemand etwas ohne seiner Gehilfen Beistand vermag.






Freitag, 20. Februar 2015

Das gesamte Leben ist Verwandlung | Marc Aurel


Solltest du dich wirklich vor der Verwandlung fürchten? Es geschieht ja nichts in der Welt ohne Verwandlung. Das eigentliche Wesen der Allnatur ist Verwandlung. Man kann kein Wasser wärmen, ohne dass dabei eine Verwandlung des Holzes vor sich gehe, die Ernährung ist unmöglich, ohne dass die Speisen sich verwandeln. Das gesamte Leben der Welt ist nichts anderes als eine Umwandlung. Begreife also, dass deine eigene Verwandlung ganz denselben Sinn hat, dass sie als eine Folge der Natur der Dinge notwendig ist. Auf eines muss man nur bedacht sein, dass man nicht irgend etwas der wahren Menschennatur zuwider tue, dass man in allem so handle, wie und wann es jener entspricht. 





Freitag, 21. September 2012

Die Stadt- und die Landmaus | Fabel von Aesop


aventin.blogspot.com

Eine Landmaus hatte ihre Freundin, eine Stadtmaus, zu sich eingeladen und empfing sie in ihrer sehr bescheidenen Wohnung aufs freundlichste. Um ihren Mangel der sehr verwöhnten Städterin nicht merken zu lassen, hatte sie alles, was das Landleben Gutes bot, herbeigeschafft und aufgetischt. Da waren frische Erbsen, getrocknete Traubenkerne, Hafer und auch ein Stückchen Speck, wovon die Landmaus nur bei außergewöhnlichen Gelegenheiten aß. Mit großer Genugtuung überschaute sie ihre Tafel und unterließ nicht, ihrer Freundin unablässig zuzusprechen. Aber die Stadtmaus, durch die vielen gewohnten Leckereien verwöhnt, beroch und benagte die Speisen nur sehr wenig und stellte sich der Höflichkeit halber so, als wenn es ihr schmecke, konnte aber doch nicht umhin die Gastgeberin merken zu lassen, dass alles sehr wenig nach ihrem Geschmack gewesen sei. "Du bist eine recht große Törin", sprach sie zu ihr, "dass du hier so kümmerlich dein Leben fristest, während du es in der Stadt so glänzend führen könntest wie ich. Gehe mit mir in die Stadt unter Menschen, dort hast du Vergnügen und Überfluss." Die Landmaus war bald entschlossen und machte sich zum Mitgehen bereit. 

Schnell hatten sie die Stadt erreicht, und die Städterin führte sie nun in einen Palast, in welchem sie sich hauptsächlich aufzuhalten pflegte; sie gingen in den Speisesaal, wo sie noch die Überbleibsel eines herrlichen Abendschmauses vorfanden. Die Stadtmaus führte ihre Freundin nun zu einem prachtvollen, mit Damast überzogenen Sessel, bat sie, Platz zu nehmen, und legte ihr von den leckeren Speisen vor. Lange nötigen ließ sich die Landmaus nicht, sondern verschlang mit Heißhunger die ihr dargereichten Leckerbissen. Ganz entzückt war sie davon und wollte eben in Lobsprüche ausbrechen, als sich plötzlich die Flügeltüren öffneten und eine Schar Diener hereinstürzte, um die Reste des Mahles zu verzehren. Bestürzt und zitternd flohen beide Freundinnen, und die Landmaus, unbekannt in dem großen Hause, rettete sich noch mit Mühe in eine Ecke der Stube. Kaum hatte sich die Dienerschaft entfernt, als sie auch schon wieder hervorkroch und noch vor Schrecken zitternd zu ihrer Freundin sprach: "Lebe wohl! Einmal und nie wieder! Lieber will ich meine ärmliche Nahrung in Frieden genießen, als hier bei den ausgesuchtesten Speisen schwelgen und stets für mein Leben fürchten müssen."

Lehre:
Genügsamkeit und Zufriedenheit macht glücklicher als Reichtum und Überfluss unter großen Sorgen.





Dienstag, 31. Januar 2012

Die Ameise und die Grille | Vorsorge treffen | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com

Es war ein kalter Winter und Schnee fiel vom Olymp. Der Ameise ging es gut, sie hatte zur Erntezeit viel Speise eingetragen und ihren Vorratsraum damit aufgefüllt. Die Grille hingegen kauerte nun in ihrem Loch und litt gar sehr, von Hunger und arger Kälte geplagt. Sie bat darum die Ameise, ihr etwas von ihrer Speise abzugeben, damit sie davon essen könne und nicht zu sterben brauche. Doch die Ameise sprach zu ihr: "Wo warst du denn im Sommer? Warum hast du zur Erntezeit nicht Speise eingetragen?" Darauf die Grille: "Ich habe bei schönem Wetter gesungen und mit meinem Gesang die Wanderer erfreut." Da lacht die Ameise laut und rief: "So magst du im Winter tanzen!"

Lehre: 
Sorge in der Zeit, so hast du in der Not.











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