Posts mit dem Label Angst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Angst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 20. August 2018

Löwe, Prometheus und Elefant

Löwe, Prometheus und Elefant:

Oft beschwerte sich der Löwe bei Prometheus; er habe ihn zwar groß und schön erschaffen, auch seine Kiefer mit Zähnen, seine Füße mit Klauen bewehrt und ihn zum stärksten aller Tiere gemacht.


Freitag, 20. Juli 2018

Die Bombe - Novelle - Unterhaltung

Die Bombe:

Der Feuerwerker hatte eine Bombe entschärft. Er winkte uns, und der Herr Bürgermeister winkte mir, wir traten nun an das Ungetüm heran.  Es lag da in seinem Erdloch, dickbäuchig u. verrostet. Arbeiter vom Baugeschäft legten die Ketten des Flaschenzuges um die Bombe.


Freitag, 1. Juni 2018

Radi - Novelle von Wolfgang Borchert

Radi Novelle von Wolfgang Borchert:

Heute Nacht war Radi bei mir. Er war blond wie immer und er lachte in seinem weichen breiten Gesicht. Auch seine Augen waren wie immer: etwas ängstlich und etwas unsicher. Auch die paar blonden Bartspitzen hatte er. Alles wie immer. Du bist doch tot, Radi, sagte ich. Ja, antwortete er, lach bitte nicht.


Freitag, 23. März 2018

Freitag, 17. Juli 2015

Die vier Weltalter • Metamorphosen von Ovid



Und es entstand die erste, die goldene Zeit: ohne Rächer, ohne Gesetz, von selber bewahrte man Treue und Anstand. Strafe und Angst waren fern; kein Text von drohenden Worten stand an den Wänden auf Tafeln von Erz; es fürchtete keine flehende Schar ihren Richter: man war ohne Rächer gesichert. Fichten fällte man nicht, um die Stämme hernieder von ihren Höhn in die Meere zu rollen, nach fremden Ländern zu fahren; außer den ihrigen kannten die Sterblichen keine Gestade. Keinerlei steil abschüssige Gräben umzogen die Städte; keine geraden Posaunen, nicht eherne Hörner, gekrümmte, gab es, nicht Helme noch Schwert, des Soldaten bedurften die Völker nicht: sie lebten dahin sorglos in behaglicher Ruhe. Selbst die Erde, vom Dienste befreit, nicht berührt von der Hacke, unverwundet vom Pflug, so gewährte sie jegliche Gabe, und die Menschen, zufrieden mit zwanglos gewachsenen Speisen, sammelten Früchte des Erdbeerbaums, Erdbeeren der Berge, Kornelkirschen, in stachligen Brombeersträuchern die Früchte und die Eicheln, die Jupiters Baum, der breite, gespendet. Ewiger Frühling herrschte, mit lauem und freundlichem Wehen fächelten Zephyrlüfte die Blumen, die niemand gesäet. Ja, bald brachte die Erde, von niemand bepflügt, das Getreide: ungewendet erglänzte das Feld von gewichtigen Ähren. Hier gab's Ströme von Milch, dort ergossen sich Ströme von Nektar, und es troff von der grünenden Eiche der gelbliche Honig.

Aber nachdem man Saturn in des Tartarus Dunkel geworfen, und die Welt unter Jupiter stand, erschien ein Geschlecht von Silber, geringer als jenes von Gold, wertvoller als Bronze. Jupiter kürzte den einstigen Frühling: durch Winter und heiße Sommer, durch wetterwendische Herbste und einen gar kurzen Frühling ließ er das Jahr in vier Perioden verlaufen. Damals erglühte die Luft in trockener Hitze zum ersten Mal, und es hingen Zapfen von Eis, von den Winden gefroren; jetzt erst suchte man Obdach: die Häuser bestanden aus Höhlen, auch aus dichtem Gesträuch und aus Ruten, von Rinde umkleidet; Jetzt erst warf man die Samen der Ceres in längliche Furchen, und es stöhnten die Stiere, die jungen, vom Joche geknechtet. 

Drittens folgte auf dieses sodann ein ehern Geschlecht nach, grimmiger schon im Gemüt, zu den schaurigen Waffen bereiter, aber noch ohne Verbrechen. Das letzte Geschlecht ist von hartem Eisen. Da brachen sogleich in die Zeit des geringern Metalles jegliche Frevel; es flohen die Scham, die Wahrheit, die Treue. Dafür erwuchsen die Laster: Betrug und allerlei Ränke, Hinterlist und Gewalt und die frevle Begier nach Besitztum. Segel bot man den Winden - noch kannte der Schiffer sie wenig -, und die Kiele, die lang in den hohen Gebirgen gestanden, munter tanzten sie jetzt auf unbekannten Gewässern; und der Boden, der früher Gemeingut war wie die Lüfte und wie das Licht, jetzt ward er genau mit Grenzen bezeichnet. Nicht nur Saaten verlangte der Mensch von dem üppigen Boden, Nahrung, die zu gewähren er schuldete, nein, in der Erde Tiefen drang man, die Schätze zu graben, Lockmittel des Bösen, die sie im Innern verwahrte, zunächst bei den stygischen Schatten. Schon ist das schädliche Eisen erschienen und, schlimmer als Eisen, Gold; nun erscheint auch der Krieg: er kämpft ja mit beiden Metallen, und er schüttelt mit blutiger Hand die klirrenden Waffen. Also lebt man vom Raub: nicht trauen sich Wirte und Gäste, nicht der Schwäher dem Eidam, auch Bruderliebe ist selten. Gatte und Gattin, sie trachten nach wechselseitigem Morde; für Stiefkinder mischen die Mütter entsetzliche Gifte; frühe erforscht der Sohn die Todesstunde des Vaters; Ehrfurcht und Rechtlichkeit liegen zertreten; Astraea, die Jungfrau, hat, die letzte der Götter, die blutige Erde verlassen.





Montag, 22. Juni 2015

Die Fledermaus und das Wiesel • Fabel von Aesop

Eine Fledermaus fiel in das Gras. Sofort stürzte ein Wiesel auf sie zu und wollte sie verspeisen. "Ach!" piepste die Fledermaus in Todesangst. "Was willst du? - Was tust du? O lasse mich am Leben!" "Ich verabscheue dich, weil ich alle Vögel verabscheue", fauchte das Wiesel. Die Fledermaus besann sich einen Augenblick. "Ich bin doch kein Vogel; ich kann die Vögel nicht leiden; ich bin doch eine Maus!" beteuerte sie. - Da schenkte ihr das Wiesel das Leben. 

Kurze Zeit nachher hatte die Fledermaus dasselbe Unglück. Wieder war ein Wiesel daran, ihr den Hals durchzubeißen. "Du sollst augenblicklich gefressen werden", sagte es, "ich verabscheue alle Mäuse und dich auch!" "Aber ich bin doch keine Maus, ich kann die Mäuse nicht leiden! Ich bin doch ein Vogel!" - beteuerte die Fledermaus. "Was du nicht sagst -, entschuldige!" antwortete das Wiesel. Und die Fledermaus kam wirklich wieder mit dem Leben davon.






Freitag, 29. Mai 2015

Wunderbarer Gedanke • Eine Leben ohne Angst • Hermann Hesse

Foto: piqs.de - Alyssa L. Miller
Wunderbarer Gedanke: ein Leben ohne Angst! Die Angst überwinden, das war die Seligkeit, das war die Erlösung. Wie hatte er sein Leben lang Angst gelitten, und nun, wo der Tod ihn schon am Halse würgte, fühlte er nichts mehr davon, keine Angst, kein Grauen, nur Lächeln, nur Erlösung, nur Einverstandensein. Er wusste nun plötzlich, was Angst ist, und dass sie nur von dem überwunden werden kann, der sie erkannt hat. Man hatte vor tausend Dingen Angst, vor Schmerzen, vor Richtern, vor dem eigenen Herzen, man hatte Angst vor dem Schlaf, Angst vor dem Erwachen, vor dem Alleinsein, vor der Kälte, vor dem Wahnsinn, vor dem Tode - namentlich vor ihm, vor dem Tode. Aber all das waren nur Masken und Verkleidungen. In Wirklichkeit gab es nur eines, vor dem man Angst hatte: das Sichfallenlassen, den Schritt in das Ungewisse hinaus, den kleinen Schritt hinweg über all die Versicherungen, die es gab. Und wer sich einmal, ein einziges Mal hingegeben hatte, wer einmal das große Vertrauen geübt und sich dem Schicksal anvertraut hatte, der war befreit. Er gehorchte nicht mehr den Erdgesetzen, er war in den Weltraum gefallen und schwang im Reigen der Gestirne mit. So war das. Es war so einfach, jedes Kind konnte das verstehen, konnte das wissen. Er dachte dies nicht, wie man Gedanken denkt, er lebte, fühlte, tastete, roch und schmeckte es. Er schmeckte, roch, sah und verstand, was Leben war. Er sah die Erschaffung der Welt, er sah den Untergang der Welt, beide wie zwei Heerzüge beständig gegeneinander in Bewegung, nie vollendet, ewig unterwegs. Die Welt wurde immerfort geboren, sie starb immerfort. Jedes Leben war ein Atemzug, von Gott eingesogen. Wer gelernt hatte, nicht zu widerstreben, sich fallen zu lassen, der starb leicht, der wurde leicht geboren. Wer widerstrebte, der litt Angst, der starb schwer, der wurde ungern geboren. (Hermann Hesse)







Mittwoch, 11. Februar 2015

Die Hasen und die Frösche | Trost im Unglück | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com

Einst kamen die Hasen zusammen und beklagten sich untereinander über ihr Leben, das so unsicher und voll ewiger Besorgnis sei; denn sie fänden von Menschen, Hunden, Adlern und von vielen anderen Seiten her den Tod. Besser sei es, sogleich zu sterben, als das ganze Leben hindurch in Angst zu schweben. Hierüber einig geworden, eilten sie alle einem Teiche zu, um sich hineinzustürzen und den Tod zu finden. 

Rings um den Teich aber saßen Frösche. Diese sprangen, als sie das Geräusch der Herbeilaufenden hörten, ins Wasser. Das sahen die Hasen, und einer von ihnen, der sich für klüger hielt als die anderen, sagte: "Halt, Freunde, tut euch selbst kein Leid an. Ihr seht ja, dass es Geschöpfe gibt, die noch unglücklicher sind als wir."

Lehre:
Im Unglück tröstet man sich mit anderen, die noch übler dran sind. 





Dienstag, 6. März 2012

Der Esel im Löwenfell | Verkleidung | Fabel von Aesop


aventin.blogspot.com

Ein Esel fand ein Löwenfell, bekleidete sich damit und bedeckte seine Glieder, so gut er konnte. Nachdem er seinen unförmigen Kopf mit den viel zu großen Ohren unter das Fell gesteckt hatte, erschien er anderen unheimlich und Furcht erregend, zertrat den Schafen und Lämmern ihre Speise und erschreckte in den Wäldern die ängstlichen Tiere, Hasen, Hirschkälber, Hirsche und andere.

Der Bauer aber erkannte seinen verlorenen Esel in stolzer Haut mit trägen Gliedern und ergriff ihn bei den Ohren, die er nicht verdecken konntfe. Er band ihn fest, zog ihm das Löwenfell aus und sprach zu dem elenden Tier: "Du kannst diejenigen, die dich nicht kennen, leicht in Furcht und Schrecken versetzen, aber wer dich kennt, hat keine Angst vor dir. Bleibe daher ein Esel, wie du es bisher immer gewesen bist. Ziehe wieder dein ursprüngliches Kleid an und begehre nicht fremdes Gut, damit du nicht geschmäht wirst, wenn man es dir wieder auszieht."

Lehre:
Auch wenn er sich mit fremden Federn schmückt, ein Esel bleibt ein Esel!






Freitag, 16. Dezember 2011

Die Sieben Schwaben | Märchen der Gebrüder Grimm

aventin.blogspot.com
Einmal waren sieben Schwaben beisammen, der erste war der Herr Schulz, der zweite der Jackli, der dritte der Marli, der vierte der Jergli, der fünfte der Michal, der sechste der Hans, der siebente der Veitli. 

Alle sieben hatten sich vorgenommen, die Welt zu durchziehen, Abenteuer zu suchen und große Taten zu vollbringen. Damit sie aber auch sicher gingen, sahen sie's für gut an, dass sie sich zwar nur einen einzigen, aber recht starken und langen Spieß machen ließen. Diesen Spieß fassten sie alle sieben zusammen an, vorn ging der kühnste und männlichste, das musste der Herr Schulz sein, und dann folgten die andern nach der Reihe, und der Veitli war der letzte. 

Nun geschah es, als sie im Heumonat eines Tags einen weiten Weg gegangen waren und noch ein gutes Stück bis in das nächste Dorf hatten, wo sie über Nacht bleiben wollten, in der Dämmerung auf einer Wiese ein großer Rosskäfer oder eine Hornisse nicht weit von ihnen hinter einer Staude vorbeiflog und feindlich brummelte. Der Herr Schulz erschrak so sehr, dass er fast den Spieß hätte fallen lassen und ihm der Angstschweiß am ganzen Leib ausbrach. "Horcht, horcht", rief er seinen Gesellen, "Gott, ich höre eine Trommel!" Der Jackli, der hinter ihm den Spieß hielt und dem ich weiß nicht was für ein Geruch in die Nase kam, sprach: "Etwas ist ohne Zweifel vorhanden, denn ich schmeck das Pulver und den Zündstrick." Bei diesen Worten hub der Herr Schulz an, die Flucht zu ergreifen, und sprang im Hui über einen Zaun. Weil er aber gerade auf die Zinken eines Rechens sprang, der vom Heumachen da liegen geblieben war, fuhr ihm der Stiel ins Gesicht und gab ihm einen ungewaschenen Schlag. "0 wei, 0 wei", schrie der Herr Schulz, "nimm mich gefangen, ich ergeb mich, ich ergeb mich!" Die andern sechs hüpften sogleich auch alle einer über den andern hinzu und schrien: "Ergibst du dich, so ergeb ich mich auch, ergibst du dich, so ergeb ich mich auch." 

Endlich, wie kein Feind da war, der sie binden und fortführen wollte, merkten sie, dass sie betrogen waren. Und damit die Geschichte nicht unter die Leute käme und sie nicht genarrt und gespottet würden, schwuren sie untereinander so lang davon nichts zu erzählen und darüber zu schweigen, bis einer unverhofft das Maul auftäte.