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Dienstag, 14. Juli 2015

Die beiden Enten und der Frosch • Gedicht von Wilhelm Busch


Sieh da, zwei Enten jung und schön,
die wollen an den Teich hingehn.
Zum Teiche gehn sie munter
und tauchen die Köpfe unter.

Die eine in der Goschen
trägt einen grünen Froschen.
Sie denkt allein ihn zu verschlingen,
das soll ihr aber nicht gelingen.

Die Ente und der Enterich,
die ziehn den Frosch ganz fürchterlich.
Sie ziehn ihn in die Quere,
das tut ihm weh gar sehre.

Der Frosch kämpft tapfer wie ein Mann.
Ob das ihm wohl was helfen kann?
Schon hat die eine ihn beim Kopf,
die andre hält ihr zu den Kropf.

Die beiden Enten raufen,
da hat der Frosch gut laufen.
Die Enten haben sich besunnen
und suchen den Frosch im Brunnen.

Sie suchen ihn im Wasserrohr,
der Frosch springt aber schnell hervor.
Die Enten mit Geschnatter
stecken die Köpfe durchs Gatter.

Der Frosch ist fort - die Enten,
wenn die nur auch fort könnten!
Da kommt der Koch herbei sogleich,
und lacht: "He, jetzt hab' ich euch!"

Drei Wochen war der Frosch so krank!
Jetzt raucht er wieder, Gott sei Dank!





Samstag, 14. Februar 2015

Kater und Vogel | Gedicht von Wilhelm Busch

aventin.blogspot.com

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
kommt er dem armen Vogel näher.
Der Vogel denkt: Weil das so ist
und weil mich doch der Kater frisst,
so will ich keine Zeit verlieren,
will noch ein wenig quinquillieren
und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

(Wilhelm Busch)





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