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Dienstag, 5. April 2016

Der Berggeist Rübezahl und der Bauer | Sage aus dem Riesengebirge


Ein Bauer war einst in große Geldnot geraten. In seiner Bedrängnis wagte er es, sich an den Berggeist Rübezahl zu wenden. Er wanderte ins Gebirge, um ihn aufzusuchen. Dieser erschien dort auch dem Bauern und fragte ihn was sein Anliegen sei. Darauf antwortete der Bauer: "Ich möchte den Beherrscher des Riesengebirges untertänigst bitten, ob er mir nicht etwas Geld vorstrecken wollte." "Gern", erwiderte der Berggeist, "wieviel brauchst du denn?" Darauf der Bauer: "Großmächtiger Herr, könntet Ihr mir vielleicht hundert Taler borgen? Ich will sie Euch als ein redlicher Mann übers Jahr hier wieder zustellen." Hierauf entfernte sich Rübezahl und kam nach einem Weilchen wieder zurück. Er brachte einen Beutel mit dem Geld, das er dem Bauern lieh. 

Nach einem Jahr erschien der Bauer von neuem im Gebirge, am gleichen Ort wie im Vorjahr. Dort traf er einen Mann, der ganz anders aussah als jener, der ihm das Geld geliehen hatte. Daher stutzte der Bauer und war sich nicht sicher, ob es auch Rübezahl sei. Auf die Frage des Mannes: "Wo willst du denn hin, Bauer?" antwortete er daher "Ich wollte zum mächtigen Herrn des Riesengebirges und ihm, wie ausgemacht, das Geld zurückbringen, das ich im Vorjahr von ihm geliehen bekam." Darauf erwiderte der verkleidete Geist: "Mein lieber Bauer, der Rübezahl ist schon lange tot; geh mit deinem Geld wieder nach Hause und behalte es." Wer war da fröhlicher als unser Bauer! 






Dienstag, 16. Februar 2016

Sage vom Berggeist Domine Johannes - Rübezahl - und der Kräutersammlerin

Der Berggeist Rübezahl vom Riesengebirge hat öfters arme Leute reich und glücklich gemacht. So half er einer armen Kräutersammlerin, die sich verirrt hatte, auf den richtigen Weg, nahm ihr aber die Kräuter, die sie im Korb hatte, heraus und legte ihr Baumblätter hinein. Weil aber die Frau später wieder die gleichen Kräuter fand, warf sie die Baumblätter weg. Einige davon waren aber im Korbgeflecht hängen geblieben. Als sie nach Hause kam, waren alle diese Blätter aus feinem Gold. Sogleich ging die Frau nochmals in den Wald zurück, um die weggeworfenen zu suchen, fand sie aber nicht mehr. Doch schon die wenigen Blätter, die ihr verblieben waren, machten sie sehr reich.

In alter Zeit hat man Rübezahl voller Ehrfurcht angeredet: Domine Johannes. Bergbewohner, die höher oben im Riesengebirge wohnen, wissen dies und vermeiden auch heute noch die dem Berggeist verhasste Benennung "Rübezahl", die als Spottname gilt. Dem Herrn Johannes hat man früher zur Zeit der Sommersonnenwende schwarze Hähne geopfert.





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