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Dienstag, 19. April 2016

Der Großvater und der Enkel | Märchen der Gebrüder Grimm




Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er bei Tisch saß und den Löffel kaum halten konnte, verschüttete er Suppe auf das Tischtuch und es floss ihm auch immer etwas wieder aus dem Mund. 

Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor und deswegen musste sich der alte Großvater hinter den Ofen in die Ecke setzen. Sie gaben ihm sein Essen in eine irdene Schüssel und noch dazu nicht einmal genug; da sah er betrübt nach dem Tisch und die Augen wurden ihm nass. 

Einmal konnten seine zittrigen Hände die Schüssel nicht mehr festhalten, sie fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm eine hölzerne Schüssel für ein paar Heller, daraus musste er nun essen. 

Wie sie nun einmal so da sitzen, hält der Enkel von vier Jahren auf dem Boden sitzend kleine Holzleisten zusammen. "Was machst du da?" fragte der Vater. "Ich mache einen kleinen Trog" antwortete das Kind, "daraus sollt Ihr essen, wenn ich einmal groß bin!" Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen an zu weinen, holten den alten Großvater wieder an den Tisch zurück und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.






Donnerstag, 3. September 2015

Der alte Indianer und die Wölfe • Allegorische Weisheit

Ein alter Indianer erzählte seinem Enkel von einer großen Tragödie und wie sie ihn nach vielen Jahren immer noch beschäftige. „Was fühlst du, wenn du heute darüber sprichst?“ fragte der Enkel. Der Alte antwortete: „Es ist als ob zwei Wölfe in meinem Herzen kämpfen. Der eine Wolf ist wütend und zornig. Der andere ist großmütig und liebevoll.“ Der Enkel fragte: „Welcher Wolf wird den Kampf in deinem Herzen gewinnen?“ „Der Wolf, den ich füttere!“ sprach der Alte.







Montag, 20. April 2015

Die Taube und die Krähe • Freude und Leid • Fabel von Aesop

Eine Taube brüstete sich unter andern Vögeln mit ihrer Fruchtbarkeit: "Ich brüte", sagte sie, "jährlich acht bis zwölf Junge aus, füttere sie, lehre sie fressen und fliegen, fliege mit ihnen auf die Kornfelder und lebe froh mit Kindern, Enkeln und Urenkeln, während ihr andern Vögel kaum ein Paar aushecket!" "Still!" sagte eine Krähe, die dies mit anhörte, "prahle nicht mit etwas, was dir so unendlich viel Kummer und Leid verursachen kann! So viele Junge du hast, so viele Male könntest du auch Kummer und Trauer anlegen müssen. Kaum haben sie die ersten Federn, liegen sie womöglich schon auf den Tafeln der Menschen." 

So kann es manchmal im Leben sein: Kurze Freude und viel Leid - und doch halten Freuden im Gedächtnis länger Stand.






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