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Montag, 10. September 2018

Der Löwe und der Delphin

Der Löwe und der Delphin:

Ein Löwe irrte einst an einem Strand umher, als er einen Delphin sah, der ihm zuschaute. Er forderte diesen sodann auf, Freundschaft zu schließen um in der Not beistehen zu können. Er sagte zu ihm, dass es sich besonders gut füge, wenn sie Freunde würden und sich immer gegenseitige Hilfe leisteten.


Mittwoch, 8. Juni 2016

Über die Freundschaft | Zitat von Johann Gottfried Herder


Einzeln ist der Mensch ein schwaches Wesen, aber stark in der Verbindung mit anderen. Einsam müht er sich umsonst.

Ein Blick des Freundes oder der Freundin in sein Herz, ein Wort des Rates und des Trostes weitet und hebt den niedrigen Himmel und rückt die Decke des Trauerns hinweg.






Montag, 29. Februar 2016

Vom Esel, vom Fuchs und vom Löwen | Falschheit und Verrat | Fabel von Aesop


Ein Esel und ein Fuchs lebten lange freundschaftlich zusammen und gingen auch miteinander auf die Jagd. Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen ein Löwe so plötzlich in den Weg, dass der Fuchs fürchtete, er könne nicht mehr entfliehen. Da nahm er zu einer List seine Zuflucht. Mit erkünstelter Freundlichkeit sprach er zum Löwen: "Ich fürchte nichts von dir, großmütiger König! Kann ich dir aber mit dem Fleische meines dummen Gefährten dienen, so darfst du nur befehlen." Der Löwe versprach ihm Schonung, und der Fuchs führte den Esel in eine Grube, in der er sich fing. Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu und ergriff ihn mit den Worten: "Der Esel ist mir gewiss, aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit zuerst." 

Lehre:
Man liebt den Verrat, aber hasst den Verräter.





Montag, 28. September 2015

Die Schlange und der Landmann • Vergessen & Erinnern • Fabel von Aesop

Eine Schlange, welche ihren Verschlupf im Vorhofe eines Landmannes hatte, tötete dessen kleines Kind, worüber die Eltern in tiefe Trauer gerieten. In seiner Betrübnis ergriff der Vater ein Beil und wollte die Schlange, sobald sie hervorkäme, totschlagen. Wie sie nun den Kopf ein wenig herausstreckte, wollte er schnell auf sie loshauen, allein er verfehlte sie und traf nur die Öffnung ihres Schlupfwinkels. Nachdem sich die Schlange wieder in ihr Loch zurückgezogen hatte, glaubte der Landmann, sie denke nicht mehr an die Beleidigung, nahm Brot und Salz und setzte es vor die Höhle. Die Schlange aber zischte ganz fein und sprach. "Nun und nimmer kann Zutrauen und Freundschaft zwischen uns bestehen, solange ich den Stein sehe und du das Grab deines Kindes." 

Die Fabel lehrt, dass niemand Hass und Rache vergisst, solange er ein Denkmal dessen, was ihn in Betrübnis versetzte, vor Augen hat.









Montag, 13. Juli 2015

Die Schwalbe und die anderen Vögel • Fabel von Aesop

Ein Vogel, welcher glaubte, dass er die Denk- und Handlungsweise der Menschen genau kenne, versammelte eines Tages eine Menge Vögel um sich und sprach zu ihnen: "Die Menschen säen den Hanf in keiner andern Absicht, als um Schlingen daraus zu machen und uns einzufangen. Daher ist es unsere Pflicht, diesen Samen beizeiten auszurotten." Die Schwalbe, die auch zugegen war, entgegnete, dass sie es für weit besser halte, die Freundschaft der Menschen zu suchen. Als ihr Rat keine Zustimmung fand, verließ sie ihre Waldgenossen, flog in die Stadt und vertilgte dort die schädlichen Insekten. Die Menschen sahen bald ihre Nützlichkeit ein und ließen sie ungestört ihr Nest an den Häusern bauen. Die anderen Vögel schadeten den Menschen, wo sie nur konnten, und wurden allerdings auch stark und oft fett dabei. Aber es reifte auch der Hanf und der wurde zu Schlingen verarbeitet, mit denen täglich eine Menge Vögel gefangen wurde, welche mit den Menschen hätten in Ruhe und Freundschaft leben können. 

Besser ist es in Harmonie und Frieden zu leben und nützlicher Tätigkeit, als Wohlleben auf unrechtem Weg mit Gefahr.





Donnerstag, 5. Februar 2015

Der Adler und der Fuchs | Freundschaft | Fabel von Aesop

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Der Adler und der Fuchs hatten Freundschaft geschlossen und kamen überein, fortan als Nachbarn beieinander zu hausen; sie glaubten, das würde ihre Freundschaft festigen. Der Adler errichtete also seinen Horst im Wipfel eines hohen Baumes, und der Fuchs grub für seine Jungen einen Bau in einem Busch gleich darunter.

Einmal war nun der Fuchs auf die Jagd gegangen und dem Adler fehlte es an Nahrung für seine Kinder. Da schoss er herab in den Busch und raubte die kleinen Füchslein, die sie zusammen verzehrten. Als der Fuchs heimkam, musste er sehen, was geschehen war. Aber mehr noch als der Tod seiner Jungen schmerzte es ihn, dass er sich nicht rächen konnte. Denn wie sollte er wohl, der Erdgebundene, dem Vogel beikommen? Nur aus der Ferne konnte er seinen Feind verfluchen. 

Aber nicht lange darauf sollte es der Adler büßen, dass er die Freundschaft verraten hatte. Auf dem Felde opferten nämlich die Bauern eines Tages den Göttern eine Ziege. Da flog er hinzu und raubte von dem Altar weg ein Stück des Opfertieres. Dabei bemerkte er nicht, dass er auch ein glühendes Stück Holz mit fortschleppte. Kaum aber hatte er die Beute in seinen Horst gebracht, so sprang der Wind auf, um im Nu stand das Nest aus dürrem Reisig in hellen Flammen, und seine Jungen, die noch nicht flügge waren, stürzten halb verbrannt zu Boden. Da setzte der Fuchs heran und verschlang sie vor den Augen des Adlers, eines nach dem anderen.

Lehre:
Wahre Freundschaft hält ewig. Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten.





Dienstag, 3. Februar 2015

Die beiden Wanderer und die gefundene Axt | Fabel von Aesop

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Zwei Wanderer gingen denselben Weg. Der eine von ihnen fand ein Beil und nahm es an sich. Da gab der andere seinem Gefährten den Rat, nicht zu sagen: "Ich habe", sondern: "Wir haben" gefunden. 

Über Kurzem stießen die beiden auf jene, welche das Beil verloren hatten. Als sie es in der Hand des einen Wanderers erblickten, ergrimmten sie sich in der Meinung, er habe es ihnen gestohlen und bedrängten ihn. "Wir sind verloren", sprach da der Finder zu seinem Gefährten. Doch der erwiderte: "Sage lieber: 'Ich bin' und nicht 'wir sind' verloren, denn als du das Beil fandest, hast du ja auch gesagt: 'Ich habe' und nicht 'wir haben' gefunden." 

Lehre:
Wahre Freundschaft teilt Gutes und Schlechtes, denn geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid ist halbes Leid.






Sonntag, 26. Februar 2012

Zwei Freunde und ein Bär | Freundschaft | Fabel von Aesop

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Zwei Freunde gelobten gegenseitig, sich in allen Fällen treu beizustehen und Freud und Leid miteinander zu teilen. So traten sie ihre Wanderschaft an. Unvermutet kam ihnen auf einem engen Waldwege ein Bär entgegen. Vereint hätten sie ihn vielleicht bezwungen. Da aber dem einen sein Leben zu lieb war, verließ er, ebenso bald vergessend, was er kurz vorher versprochen hatte, seinen Freund und kletterte auf einen Baum. 

Als sich der andere nun verlassen sah, hatte er kaum noch Zeit, sich platt auf den Boden zu werfen und sich tot zu stellen, weil er gehört hatte, dass der Bär keine Toten verzehre. Der Bär kam nun herbei, leckte dem Daliegenden die Ohren, warf ihn mit der Schnauze einige Male herum und trabte dann davon, weil er ihn für tot hielt. 

Sobald die Gefahr vorüber war, stieg jener vom Baum herab und fragte seinen Gefährten voll Neugierde, was ihm denn der Bär zugeflüstert habe? "Eine vortreffliche Warnung", antwortete dieser, "nur schade, dass ich sie nicht früher gewusst habe." 

Lehre:
Man solle sich nie mit Menschen einlassen, die ihre Freunde in der Not verlassen.






Montag, 23. Januar 2012

Der Löwenanteil | Kuh-Ziege-Schaf-Löwe | Fabel von Aesop

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Eine Kuh, eine Ziege und ein Schaf schlossen mit einem Löwen Freundschaft. Als sie in einem Gebirge auf Jagd gegangen waren, brachten sie einen großen Hirsch zur Strecke und wollten ihn teilen. Da sprach der Löwe: "Den ersten Teil erhalte ich, weil ich der Löwe bin; der zweite gehört mir, weil ich so viel stärker bin als ihr. Den dritten Teil nehme ich für mich in Anspruch, weil ich mehr gelaufen bin als ihr, und wer endlich den vierten anrührt, der muss mit meiner Feindschaft rechnen." So trug er dank seiner Unverschämtheit die ganze Beute allein davon.


Lehre:
Die Fabel mahnt, wenn man sich mit Mächtigen einlassen sollte, vorsichtig zu sein. In einem Sprichwort heißt es: Immer wenn Mächtige mit Armen teilen sollten, ging es nicht ganz ordentlich zu. Außerdem: Mächtige sind oftmals auch keine Vegetarier wie Kuh, Ziege und Schaf!









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