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Dienstag, 6. März 2018

Das Hochzeitsgeschenk Parabel aus China

Das Hochzeitsgeschenk Parabel aus China:


Einmal hatten Brautleute nicht viel Geld, aber dennoch waren sie der Meinung, dass möglichst viele Menschen mitfeiern sollten. Geteilte Freude ist doppelte Freude, dachten sie. Es sollte ein großes Fest werden, beschlossen sie, mit vielen vielen Gästen.



Montag, 9. Mai 2016

Das Geschenk der Feen | Fabel von Gotthold Ephraim Lessing


Zu der Wiege eines jungen Prinzen, der in der Folge einer der größten Regenten seines Landes ward, traten zwei wohltätige Feen. "Ich schenke diesem meinem Liebling", sagte die eine, "den scharfsichtigen Blick des Adlers, dem in seinem weiten Reich auch die kleinste Mücke nicht entgeht."

"Das Geschenk ist schön", unterbrach sie die zweite Fee. "Der Prinz wird ein einsichtsvoller Monarch werden. Aber der Adler besitzt nicht allein Scharfsichtigkeit, die kleinsten Mücken zu bemerken, er besitzt auch eine edle Verachtung, ihnen nicht nachzujagen. Und diese nehme der Prinz von mir zum Geschenk!"

"Ich danke dir, Schwester, für diese weise Einschränkung", versetzte die erste Fee. "Es ist wahr; viele würden weit größere Könige gewesen sein, wenn sie sich weniger mit ihrem durchdringenden Verstand bis zu den kleinsten Angelegenheiten hätten erniedrigen wollen."





Montag, 25. April 2016

Gans bleibt Gans | Mehr scheinen wollen als sein | Fabel von Lessing


Die Federn einer Gans waren so schön weiß, dass sie den neugeborenen Schnee beschämten. Stolz auf dieses blendende Geschenk der Natur, glaubte sie daher, eher zu einem Schwan als zu dem, was sie war, geboren zu sein. 

So sonderte sie sich von ihresgleichen ab und schwamm einsam und majestätisch  auf dem Teich herum. Bald dehnte sie ihren Hals, dessen verräterischer Kürze sie mit aller Macht abhelfen wollte. Bald suchte sie ihm die prächtige Biegung zu geben, in welcher der Schwan das würdigste Ansehen eines Vogels des Apollo hat. Doch vergebens; ihr Hals war zu kurz und zu steif, und mit aller ihrer Bemühung brachte sie es nicht weiter, als dass sie doch nur eine ganz normale Gans blieb, ohne ein Schwan zu werden. 

Lehre:
Schuster bleib bei deinen Leisten!






Freitag, 18. Dezember 2015

Es war keine Liebe darin • Geschichte zum Advent


Es war an einem Tag kurz vor Weihnachten. Ich besuchte einen alten Bekannten im Altenheim. Zu dem Zimmer des alten Herrn der alleine für sich wohnte, war gerade eben noch der Paketzustelldienst gekommen. Darum wunderte ich mich nicht, dass auf mein Klopfen zunächst keine Antwort kam. "Aha, das Weihnachtspaket!" dachte ich. Tatsächlich, als es endlich hieß: "Herein!" stand der alte Herr vor dem Tisch und stocherte in dem eben geöffneten Paket. Man sah auf den ersten Blick, dass es ein Paket mit teueren Geschenken war. 

Später hörte ich, dass die Absenderin, die Tochter des alten Herrn, eine reiche Geschäftsfrau sei. Soweit ich sehen konnte, befanden sich im Paket Zigarren, Tabak, Cognac, Kaviar, Sekt, Lederartikel und noch vieles mehr - alles, was man sich nur ersehnen konnte. 

Der alte Herr aber machte zu all dem nur ein mürrisches Gesicht. Kein Fünkchen Freude war zu sehen. "Aber Herr Huber", sagte ich jetzt, "wie kann man vor solch einem Weihnachtspaket ein so  trauriges Gesicht machen? Da sind doch nur gute und wertvolle Sachen darin!" Da sah mich der alte Herr an und sagte: "Da ist keine Liebe darin!" Dann begann er von der reichen Tochter zu erzählen. Augenscheinlich hat sie das Paket von den Angestellten packen lassen. Auf einer billigen vorgedruckten Weihnachtskarte stand geschrieben: "Deine Tochter Luise und Schwiegersohn". Sonst nichts! Kein persönlicher Weihnachtswunsch, kein Besuch und auch keine Einladung wie: "Feiere das Fest mit uns!"







Dienstag, 7. Juli 2015

Die Jungfrau Lorelei • Sage aus Deutschland • St. Goarshausen

In alten Zeiten ließ sich manchmal auf einem Felsen am Rhein bei Abenddämmerung und Mondschein eine Jungfrau sehen. Sie sang mit so lieblicher Stimme, dass alle davon bezaubert wurden, die es hörten. Viele, die vorüberfuhren, wurden an dem Felsenriff im Strom in die Tiefe gerissen, weil sie auf ihr Fahrzeug nicht mehr achteten. Niemand hatte die Jungfrau aus der Nähe gesehen als einige junge Fischer. Zu ihnen gesellte sie sich bisweilen im letzten Abendrot und zeigte ihnen die Stellen, wo sie ihre Netze auswerfen sollten. Jedesmal, wenn sie dem Rat der Jungfrau folgten, machten sie einen reichlichen Fang. Die Jünglinge erzählten weiter, was ihnen begegnet war, und die Geschichte verbreitete sich bald im ganzen Land.

Der Sohn des Pfalzgrafen, der damals in der Nähe sein Hoflager hatte, hörte auch die wundervolle Mär; es gelüstete ihn, die Jungfrau zu sehen. Er tat, als ob er auf die Jagd gehen wollte, nahm den Weg nach Oberwesel; setzte sich dort in einen Nachen und ließ sich stromabwärts fahren. Die Sonne war eben untergegangen, und die ersten Sterne traten am Himmel hervor, da näherte sich das Fahrzeug der Lorelei. "Seht ihr sie dort, die verwünschte Zauberin?" riefen die Schiffer. Der Jüngling hatte sie aber schon erblickt. Sie saß am Abhang des Felsens, nicht weit vom Strome, und band einen Kranz um ihre goldenen Locken. Jetzt vernahm er auch den Klang ihrer Stimme und war bald seiner Sinne nicht mehr mächtig. Er befahl den Schiffern, am Felsen anzufahren. Aber als er ans Land springen wollte, nahm er den Sprung zu kurz und versank im Strom; die Wogen schlugen schauerlich über ihm zusammen. 

Die Nachricht kam schnell zu den Ohren des Pfalzgrafen. Voll Schmerz und Zorn befahl er seinen Knechten, ihm die Unholdin tot oder lebendig zu bringen. Einer seiner Hauptleute versprach, den Willen des Pfalzgrafen zu vollziehen. Doch bat er sich aus, daß er die Hexe gleich in den Rhein stürzen dürfe, damit sie sich nicht vielleicht durch Zauberkünste wieder aus Kerker und Banden befreie. Der Pfalzgraf war es zufrieden. Nun zog der Hauptmann gegen Abend aus und umstellte mit seinen Reisigen (gewappnete Dienstleute) den Berg. Er selbst nahm drei der beherztesten Männer aus seiner Schar und stieg den Fels hinan. Die Jungfrau saß oben auf der Spitze und hielt eine Schnur von Bernstein in der Hand. Sie sah die Männer kommen und rief ihnen zu, was sie hier suchten. "Dich, Zauberin", antwortete der Hauptmann, "und ich befehle dir, dich sofort in die Fluten hinabzustürzen!" - "Ei", sagte die Jungfrau lachend, "der Rhein mag mich holen!" Bei diesen Worten warf sie die Bernsteinschnur in den Strom hinab und sang mit schauerlichem Ton: "Vater, Vater, geschwind, geschwind, die weißen Rosse schick deinem Kind, es will reiten mit Wogen und Wind!"

Urplötzlich brauste der Strom daher. Der Rhein rauschte, dass weitum Ufer und Höhen mit weißem Gischt bedeckt waren. Zwei Wellen, die fast die Gestalt von zwei weißen Rossen hatten, stiegen mit Blitzesschnelle zur Kuppe des Felsens empor und trugen die Jungfrau hinab in den Strom, wo sie für immer verschwand.







Mittwoch, 1. Juli 2015

Abenddämmerung an der Adria • Gedicht • Izola in Slowenien


Die Sonne gehet nun zur Ruh,
die Dämm'rung deckt sie leise zu,
entschwindet nun im Horizont,
ihr Licht jedoch noch allem inne wohnt.

(Aventine)





Dienstag, 26. Mai 2015

Der Löwe und der Fuchs • Verräterische Spuren • Fabel Babrios

Der Löwe war alt geworden und so entkräftet, dass er nicht mehr zur Jagd ausziehen konnte. Wie ein Kranker lag er in seiner Felsenhöhle, keuchte, als wäre es schlecht mit ihm bestellt, und tat, als könne er nur ganz leise sprechen. Zu allen Tieren kam die Botschaft von der Krankheit des Königs, und in ihrer Betrübnis eilten sie herbei, um ihn zu besuchen. Wie sie aber so einzeln in seine Höhle kamen, packte sie der Löwe und fraß sie auf, sodass es ihm trotz seinem Alter recht wohl erging. 

Auch der schlaue Fuchs kam zur Löwenhöhle, aber er durchschaute den Löwen, blieb am Eingang stehen und fragte teilnahmsvoll: "Wie geht es dir, mein König?" Der Löwe hieß ihn willkommen und nannte ihn seinen Liebling, den er von allen Tieren am meisten schätze. "Aber tritt doch ein", fuhr er fort, "komm doch und heitere mich mit deinen Scherzen auf - es geht mit mir zu Ende!" - "Mögest du doch genesen!" wünschte ihm der Fuchs. "Mir aber verzeihe, wenn ich mich entferne. Ich sehe hier die Spuren so vieler Tiere, die in deine Höhle führen; zeige mir doch eine, die aus deiner Höhle wieder herausführt!" 







Montag, 18. Mai 2015

Die Ziege und der Ziegenhirt • Taten • Fabel von Aesop

Ein Ziegenhirt musterte seine Ziegen, bevor er sie austrieb. Eine derselben hatte es sich nämlich gerade gut schmecken lassen und sehr viel gefressen. Sie ging daher langsamer als die andern und blieb etwas zurück. Das ärgerte den Hirten, und da er nicht lange auf sie warten wollte, hob er einen Stein auf und warf denselben nach ihr. Unglücklicherweise traf er ein Horn der Ziege, so dass es abbrach. Kaum geschehen, bereute er seine Unvorsichtigkeit und bat die Ziege, doch ja nichts ihrem Herrn zu klagen. "Sei doch gescheit", antwortete die Ziege, "wenn ich auch nichts davon sagen wollte, so würde doch das fehlende Horn dich anklagen." 

Wo Taten sprechen, lässt sich das einmal Geschehene nicht verbergen.







Mittwoch, 13. Mai 2015

Wie viel kostet der Korken? • Einfaches Rechenrätsel




Eine Flasche kostet mit Korken 11 Euro. 
Die Flasche allein kostet schon 10 Euro 
mehr als der Korken!
Wie viel kostet der Korken?



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