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Mittwoch, 23. Januar 2019

Goldene Lebensregel

Goldene Lebensregel

Mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst; verzeihe, wo man beleidigt; verbinde, wo Streit ist…


Freitag, 22. April 2016

Die Oase | Die Legende von einem modernen Menschen


Ein "moderner" Mensch verirrte sich in der Wüste. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn fast ausgedörrt. Da sah er in einiger Entfernung eine Oase. Aha, eine Fata Morgana, dachte er, eine Luftspiegelung, die mich narrt. Denn in Wirklichkeit ist gar nichts da.

Er näherte sich der Oase, aber sie verschwand nicht. Er sah immer deutlicher die Dattelpalmen, das Gras und vor allem die Quelle. Natürlich eine Hungerfantasie, die mir mein halb wahnsinniges Gehirn vorgaukelt, dachte er. Solche Fantasien hat man bekanntlich in meinem Zustand. Jetzt höre ich sogar das Wasser sprudeln. Eine Gehör-Halluzination. Wie grausam die Natur doch ist.

Kurze Zeit später fanden ihn zwei Beduinen tot. "Kannst du so etwas verstehen?" sagte der eine zum anderen, "die Datteln wachsen ihm beinahe in den Mund und dicht neben der Quelle liegt er verhungert und verdurstet! Wie ist das möglich?"

Da antwortete der andere: "Er war ein moderner Mensch."




Donnerstag, 28. Mai 2015

Darf man Heilsgeschichten immer Glauben schenken? • Anekdote

Sprach einst auf einer Wallfahrt nach Rom ein Novize zu seinem Abt: "Vater ich habe herausgefunden, dass der heilige Stefanus wohl eine Missgeburt gewesen sein muss. Ich habe auf unserer Reise nun schon fünfundzwanzig Finger des heiligen Stefanus, dazu sieben Oberschenkelknochen, zwei Schädel, an die hundert Zähne und so viele Rippen, dass einem davon ganz schwindelig werden könnte, gezählt. Und jeder dieser heiligen Knochen wurde als echte Reliquie ausgestellt. Wenn also die Geistlichen alle die Wahrheit sprechen, und ein guter Christenmensch selbstverständlich glaubt, dass die Kirche niemals lügt, muss davon ausgegangen werden, dass der Heilige eine Missgeburt mit zwei Köpfen, unglaublich vielen Zähnen, einer Hand mit zwölf und der anderen mit dreizehn Fingern, sieben Beinen und einem wenigstens drei Klafter hohen Brustkorb war, damit er all diese Rippen fassen konnte."

Da sprach der Abt zu seinem Schüler: "Bete mein Sohn um den rechten Glauben!"








Samstag, 14. März 2015

Von der Liebe eines Moslems und einer Christin • Maghrebinische Geschichte

Ein junger Moslem namens Hassan liebte eine kaum entknospte Christin namens Myriam. Der religiöse Eifer ihrer Sippen aber vereitelte ihre Vereinigung. Da die beiden sehr schön waren, nahm alles Volk an ihrem Kummer teil. Die Liebe dieser beiden hätte sein können wie die der hundertblättrigen Rose zur tausendstimmigen Nachtigall. 

Dann geschah, dass Myriam vor Kummer auf den Tod erkrankte. Da machte, von so viel Leid ergriffen, einer der großen Weisen des Landes, der Wunderrabbi Schalom Mardochaj, sich auf und ging hin zu ihr, um ihr nach Kräften beizustehen. Er traf sie sterbend an. "Bestelle Hassan", so flüsterte die Schöne dem gütigen Gelehrten zu, "dass ich, um wenigstens im Jenseits mit ihm vereint zu sein, dem Christentum entsage und mich bekenne zur alleinseligmachenden Lehre des Propheten." Damit senkte sie die Neumonde der Lider über die Gebetsnischen der Augen und war entschlafen. 

Schwankend unter dem Gewitter der Ergriffenheit begab sich Rabbi Schalom Mardochaj, der große Talmudist, zu Hassan, um ihm die letzten Worte der Geliebten zu bestellen. Unterwegs geriet er in einen Menschenauflauf. Ein junger Bursche hatte sich vom Minarett der ehrwürdigen Moschee gestürzt und lag sterbend auf dem Pflaster. Von einer fürchterlichen Ahnung überfallen, bebend im Gemüt, drängte Rabbi Schalom sich durch die schaulustige Menge. Er sah Hassan, der noch schwach die Lippen regte. Um die letzten Worte des Sterbenden zu hören, neigte Rabbi Schalom sich über ihn. "Bestelle Myriam", so hauchte Hassan, "dass ich, um wenigstens im Jenseits mit ihr vereint zu sein, der Lehre des Propheten entsage und im Glauben an das alleinseligmachende Christentum gestorben bin." Dann brachen seine Augen und sein Mund blieb stumm. 

Da richtete der gütige und wahre Rabbi Schalom Mardochaj sich auf und sprach zum Volk: "Seht, ihr Toren! Selbst im Jenseits werden sie nicht zueinander kommen wegen dem Starrsinn, mit welchem ihr anhängt an Namen, um zu dienen dem einen und alleinigen Gott!"