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Montag, 7. März 2016

Die Katze und der Hahn | Absicht und Vorsatz | Fabel von Aesop


Eine Katze, der ganz elend war vor Hunger, begegnete einem Hahn. "Gockel!" sagte sie, "du bist des Todes! Die Menschen wollen endlich ihre Ruhe haben! Sie leiden es nicht länger, dass du sie jeden Morgen in der Frühe - fast noch mitten in der Nacht - mit deinem Geschrei aus dem süßen Schlaf reißt." 

"Da irrst du, Katze", widersprach der Hahn, "die Menschen haben mich eigens dazu bestellt, dass ich sie am Morgen beizeiten zu den Geschäften rufe. Wenn ich sie nicht weckte, würden sie die kostbare Zeit verschlafen und wären mir sehr böse."

Die Katze, die auf diese Widerrede nicht vorbereitet war, meinte darauf: "Es gibt noch einen Grund, weshalb du sterben musst. Ein widerlicher Kerl bist du! Was soll man das für einen Betrieb nennen, in dem es Dutzende von Frauen gibt und nur einen einzigen Mann?! Der Anstand verbietet es mir, das Wort in den Mund zu nehmen. Pfui!" 

Der Hahn aber sagte: "Beherrsche dich! Es gibt gar kein Grund, mich zu beschimpfen. Die Natur hat es so gewollt, und die Menschen wollen es auch so. Dank meinem Wirken bekommen sie viele Eier."

Allein die Katze erwiderte: "Entschuldige dich, soviel du willst. Ich -- habe -- Hunger!" Und verzehrte den Hahn. 

Lehre:
Wer sucht, wird immer einen Grund finden.






Dienstag, 12. Januar 2016

Die Bremer Stadtmusikanten ⋅ Märchen ⋅ Brüder Grimm

Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen. Der Esel aber merkte, dass kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen. Dort, so meinte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Als er ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen, der jappte wie einer, der sich müde gelaufen hat. »Nun, was jappst du so, Packan?«, fragte der Esel. »Ach«, sagte der Hund, »weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde, auch auf der Jagd nicht mehr fort kann, hat mich mein Herr wollen totschlagen, da hab ich Reißaus genommen; aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?« »Weißt du was«, sprach der Esel, »ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, geh mit und laß dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute, und du schlägst die Pauken.« Der Hund war damit zufrieden und sie gingen weiter. Es dauerte nicht lange, so saß da eine Katze an dem Weg und machte ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. »Nun, was ist dir in die Quere gekommen, alter Bartputzer?« sprach der Esel. »Wer kann da lustig sein, wenn es einem an den Kragen geht«, antwortete die Katze, »weil ich nun zu Jahren komme, meine Zähne stumpf werden und ich lieber hinter dem Ofen sitze als nach Mäusen herumzujagen, hat mich meine Herrin ersäufen wollen; ich habe mich zwar noch fortgemacht, aber nun ist guter Rat teuer denn wo soll ich hin?« »Geh mit uns nach Bremen, du verstehst dich doch auf die Nachtmusik, da kannst du ein Stadtmusikant werden.« Die Katze hielt das für gut und ging mit. Darauf kamen die drei Landesflüchtigen an einem Hof vorbei, da saß auf dem Tor der Haushahn und schrie aus Leibeskräften. »Du schreist einem durch Mark und Bein«, sprach der Esel, »was hast du vor?« »Da hab ich gut Wetter prophezeit«, sprach der Hahn, »weil unserer lieben Frauen Tag ist, wo sie dem Kindlein die Hemdchen gewaschen hat und sie trocknen will. Weil aber morgen zum Sonntag Gäste kommen, so hat die Hausfrau doch kein Erbarmen und hat der Köchin gesagt, sie wolle mich morgen in der Suppe essen und da soll ich mir heute abend den Kopf abschneiden lassen. Nun schrei ich aus vollem Hals, solange ich noch kann.« »Ei was, du Rotkopf«, sagte der Esel, »zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall. Du hast eine gute Stimme und wenn wir zusammen musizieren, so muss es eine Art haben.« Der Hahn ließ sich den Vorschlag gefallen, und sie gingen alle viere zusammen fort. 

Sie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht erreichen und kamen abends in einen Wald, wo sie übernachten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum, die Katze und der Hahn machten sich in die Äste, der Hahn aber flog bis in die Spitze, wo es am sichersten für ihn war. Ehe er einschlief, sah er sich noch einmal nach allen vier Winden um, da däuchte ihn, er sähe in der Ferne ein Fünkchen brennen, und rief seinen Gesellen zu, es müsste nicht gar weit ein Haus sein, denn es scheine ein Licht. Sprach der Esel: »So müssen wir uns aufmachen und noch hingehen, denn hier ist die Herberge schlecht.« Der Hund meinte, ein paar Knochen und etwas Fleisch dran täten ihm auch gut. Also machten sie sich auf den Weg nach der Gegend, wo das Licht war und sahen es bald heller schimmern und es ward immer größer, bis sie vor ein hell erleuchtetes Räuberhaus kamen. Der Esel, als der größte, näherte sich dem Fenster und schaute hinein. »Was siehst du, Grauschimmel?« fragte der Hahn. »Was ich sehe?« antwortete der Esel: »Einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken und Räuber sitzen daran und lassen es sich wohl sein.« »Das wäre was für uns«, sprach der Hahn. »Ja, ja, ach, wären wir da!« sagte der Esel. Da beratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen müßten, um die Räuber hinaus zu jagen und fanden endlich ein Mittel. Der Esel mußte sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster stellen, der Hund auf des Esels Rücken springen, die Katze auf den Hund klettern und endlich flog der Hahn hinauf und setzte sich der Katze auf den Kopf. Wie das geschehen war, fingen sie auf ein Zeichen allesamt an, ihre Musik zu machen: Der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute, und der Hahn krähte. Dann stürzten sie durch das Fenster in die Stube hinein, dass die Scheiben klirrten. Die Räuber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die Höhe, meinten nicht anders, als ein Gespenst käme herein, und flohen in größter Furcht in den Wald hinaus. Nun setzten sich die vier Gesellen an den Tisch, nahmen mit dem vorlieb, was übriggeblieben war und aßen, als wenn sie vier Wochen hungern sollten. 

Wie die vier Spielleute fertig waren, löschten sie das Licht aus und suchten sich eine Schlafstätte, jeder nach seiner Natur und Bequemlichkeit. Der Esel legte sich auf den Mist, der Hund hinter die Türe, die Katze auf den Herd bei die warme Asche, und der Hahn setzte sich auf den Hahnenbalken; und weil sie müde waren von ihrem langen Weg, schliefen sie auch bald ein. Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte, auch alles ruhig schien, sprach der Hauptmann: »Wir hätten uns doch nicht sollen ins Bockshorn jagen lassen« und hieß einen von ihnen hingehen und das Haus untersuchen. Der Abgesandte fand alles still, ging in die Küche ein Licht anzuzünden und weil er die glühenden, feurigen Augen der Katze für lebendige Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, dass es Feuer fangen sollte. Aber die Katze verstand keinen Spaß, sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Da erschrak er gewaltig, lief und wollte zur Hintertüre hinaus, aber der Hund, der da lag, sprang auf, biss ihn ins Bein und als er über den Hof an dem Miste vorbeirannte, gab ihm der Esel noch einen tüchtigen Schlag mit dem Hinterfuß. Der Hahn aber, der vom Lärmen aus dem Schlaf geweckt und munter geworden war, rief vom Balken herab: »Kikeriki!« Da lief der Räuber, was er konnte, zu seinem Hauptmann zurück und sprach: »Ach, in dem Haus sitzt eine gräuliche Hexe, die hat mich angehaucht und mit ihren langen Fingern mir das Gesicht zerkratzt, vor der Türe steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungeheuer, das hat mit einer Holzkeule auf mich los geschlagen. Oben auf dem Dache aber, da sitzt der Richter, der rief: "Bringt mir den Schelm her." Da machte ich, dass ich fort kam.« Von nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus, den vier Bremer Musikanten gefiel es aber so wohl darin, dass sie nicht wieder heraus wollten.







Donnerstag, 19. Februar 2015

Der Hahn und die Mägde | Irrtum | Fabel von Aesop

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Es war einmal eine Witwe, die sehr auf Arbeit aus war. Sie weckte ihre Mägde stets schon, wenn der erste Hahnenschrei ertönte, und trieb sie an, mit ihrem Tagewerk zu beginnen. Endlich waren diese der ewigen Plage satt, und weil sie meinten, der Haushahn sei an ihrem Ungemach schuld, da er ihre Herrin immer schon in der Nacht aufweckte, beschlossen sie ihn umzubringen. Sobald dies aber geschehen war, wurde es weit ärger. Denn weil ihre Herrin nun den Hahn nicht mehr krähen hörte, weckte sie die Mägde noch viel tiefer in der Nacht zur Arbeit auf. 





Mittwoch, 9. Mai 2012

Vom Fuchs und vom Hahn | Reden ist Silber | Fabel von Aesop


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Ein hungriger Fuchs kam einstmals in ein Dorf und fand einen Hahn. Er sprach zu ihm: „Oh mein Herr Hahn, welche schöne Stimme hat dein Herr Vater gehabt! Ich bin zu dir gekommen, weil ich deine Stimme hören wollte. Ich bitte dich darum, dass du mir mit lauter Stimme etwas vorsingst, damit ich hören kann, ob du eine schönere Stimme hast als dein Vater.“

Sofort schwang der Hahn sein Gefieder und fing mit geschlossenen Augen an, auf das Lauteste zu krähen. Sogleich sprang der Fuchs auf, fing ihn und trug ihn in den Wald. Als der Bauer das gewahr wurde, lief er dem Fuchs nach und schrie: „Der Fuchs trägt meinen Hahn fort!“ Als der Hahn das hörte, sprach er zum Fuchs: „Hörst du, Herr Fuchs, was der grobe Bauer ruft? Sprich zu ihm: „Ich trage meinen Hahn und nicht den deinen fort.“

Da lies der Fuchs den Hahn aus dem Maul und sprach: „Ich trage meinen Hahn und nicht den deinen fort.“ Sogleich flog der Hahn auf einen Baum und sprach: „Du lügst, Herr Fuchs, du lügst, ich gehöre dem Bauern und nicht dir.“

Jetzt schlug sich der Fuchs selbst aufs Maul und sprach: „Oh du böses Maul, warum redest du so viel Unnützes? Hättest du jetzt nicht geredet, hätte ich meinen Raub nicht verloren."

Lehre:
Reden ist Silber - Schweigen ist Gold.






Montag, 7. November 2011

Der Hahn und der Edelstein | Fabel von Aesop

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Ein hungriger Hahn scharrte auf einem Misthaufen nach Körnern und fand einen Edelstein. Unmutig stieß er ihn beiseite und rief aus: "Was nützt einem Hungrigen ein kostbarer Stein; sein Besitz macht wohl reich, aber nicht satt. Wie gerne würde ich diesen Schatz um nur einige Gerstenkörner geben." 


Lehre:
Ein Stück Brot, das dich ernährt, ist manchmal mehr wert als Gold und Edelsteine.







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