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Dienstag, 4. Februar 2020

Himmlische Musik

Himmlische Musik

Märchen - Richard von Volkmann

Streit und Zank


Donnerstag, 24. Oktober 2019

Glaube und Berge

Glaube und Berge



Glaube & Berge – Essay Augusto Monterroso – Landschaft & Himmel



Dienstag, 29. Mai 2018

Der Samurai - Parabel aus Japan

Der Samurai - Parabel aus Japan:

Parabel aus Japan - Ein großer, wild und hart aussehender Samurai in voller Rüstung ging einmal zu einem kleinen Mönch um ihn etwas zu fragen: "Mönch", sagte er in einem Ton, der sofortigen Gehorsam gewohnt ist, "lehre mich etwas über Himmel und Hölle!".


Mittwoch, 8. Juni 2016

Über die Freundschaft | Zitat von Johann Gottfried Herder


Einzeln ist der Mensch ein schwaches Wesen, aber stark in der Verbindung mit anderen. Einsam müht er sich umsonst.

Ein Blick des Freundes oder der Freundin in sein Herz, ein Wort des Rates und des Trostes weitet und hebt den niedrigen Himmel und rückt die Decke des Trauerns hinweg.






Freitag, 13. Mai 2016

Die Menschen haben den Himmel vergessen | Gedanken von Emmrich


Keine einzige Entdeckung hat die Welt des Mittelalters so sehr erschüttert wie die Entdeckung der Tatsache, dass die Erde eine Kugel sei. Die Kardinäle, die den Galilei verbrennen wollten, hatten entschieden ein richtiges Gefühl dafür, wie gefährlich die Wissenschaft dieses Mannes wäre. -- Sie haben ihn nicht verbrannt. Dafür ist die Welt des Mittelalters in Flammen aufgegangen. 

Unterdessen haben die Astronomen Millionen von neuen Sternen entdeckt, unter denen sich möglicherweise einige Dutzend bewohnte Welten befinden. Die Wirkung dieser Entdeckung auf die menschliche Seele ist aber sehr merkwürdig. 

Auch früher war die Welt ein Jammertal. Immerhin lag sie vor den Toren des Paradieses. Das Wichtigste, was es auf ihr gab, war die unsterbliche menschliche Seele. Damals hätten die Leute wohl Grund zu einigem Stolz gehabt. Die Sonne stand am Mittag zu ihren Häupten, und der Mensch war der Mittelpunkt des Kosmos und die Leute waren bescheiden, dankten Gott und dachten an den Himmel. 

Heute, wo wir zu wissen glauben, dass wir lächerliche Mikroben in einer unfassbaren Unendlichkeit sind, haben wir den Himmel vergessen und sind hochmütig geworden. Wir haben allen Respekt vor den irdischen Gegebenheiten verloren und hantieren mit der Welt, als ob sie ein Spielzeug zu unserem Vergnügen wäre. 





Montag, 2. Mai 2016

Die Eidechse | Lebensweisen | Fabel von Hellmut von Cube

Es waren einmal viele Tiere auf dem Wege zum Himmel. Ein Weiser mit dem gleichen Ziel schloss sich ihnen an und fragte sie der Reihe nach nach ihrem Leben. Da zählte ein Fuchs seine Abenteuer auf, ein Eichhörnchen berichtete von seinem beweglichen Dasein, eine Schleie schwamm ihr Leben in großen Zügen vor, ein Hahn tat sich groß mit seinen Pflichten hervor, ein Regenwurm murmelte über dunkle Dinge, und ein Floh wusste viel über Menschen zu erzählen. 

Als es aber an der Eidechse war, zu reden, schwieg sie. Der Weise wartete, die Eidechse schwieg. Der Weise gab ihr gute Worte und die Eidechse schwieg weiter. Da bot der Weise seine ganze Weisheit auf, aber die Eidechse schwieg noch immer. Schließlich, als sie schon fast dem Himmel nahe waren, züngelte sie ein bisschen, blinzelte ein paar Mal und sagte: "Ich habe mich gesonnt!"

Lehre: 
Was dem einen sin Uhl, dem anderen sin Nachtigall! 





Freitag, 27. November 2015

Farbenphänomene • Blau • Johann Wolfgang Goethe

So wie das Gelb immer ein Licht mit sich führt, so kann man sagen, dass das Blau immer etwas Dunklers mit sich führe. Diese Farbe macht für das Auge eine sonderbare und fast unaussprechliche Wirkung. Sie ist als Farbe eine Energie; allein sie steht auf der negativen Seite und ist in ihrer höchsten Reinheit gleichsam ein reizendes Nichts. Es ist etwas Widersprechendes von Reiz und Ruhe im Anblick.

Wie wir den hohen Himmel, die fernen Berge blau sehen, so scheint eine blaue Fläche auch vor uns zurückzuweichen. Wie wir einen angenehmen Gegenstand, der vor uns flieht, gern verfolgen, so sehen wir das Blaue gern an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil es uns nach sich zieht.

Das Blaue gibt uns ein Gefühl von Kälte, so wie es uns auch an Schatten erinnert. Wie es vom Schwarzen abgeleitet sei, ist uns bekannt. Zimmer, die rein blau austapeziert sind, erscheinen gewissermaßen weit, aber eigentlich leer und kalt. Blaues Glas zeigt die Gegenstände im traurigen Licht. Es ist nicht unangenehm, wenn das Blau einigermaßen vom Plus partizipiert. 






Donnerstag, 30. April 2015

Du wurdest mit Flügeln geboren • Lerne sie zu nutzen und flieg!

Ulrike Barbara von Radichevich
Du bist gleich einem Vogel im Käfig, der zwar oft vom Fliegen, vom sich erheben und von der Weite des Himmels träumt, die geöffnete Käfigtür aber ängstlich ignoriert. Der Käfig steht offen, warum willst du nicht ins Freie? Im Käfig ist das Leben einsam, kalt und dunkel und es gibt immer das gleiche Futter. Flieg hinaus! Draußen scheint die Sonne, und die Vögel ziehen große Kreise der Freiheit durch das Blau des Himmels, flieg zu ihnen, du bist frei! So flieg doch zur Wärme der Sonne zur Farbe des Firmaments! Sicherheit ist die Kleidung des Lichts, hülle dich ganz darin ein, und du wirst das Licht, ja selbst die Sonne, wirst du sein! Der Käfig steht offen, flieg hinaus, draußen wärmen weissgoldene Strahlen das Kleid der Federn und der Wind trägt dich bis in den Siebenten Himmel. Wage es, ergreife den Mut, und lass dich ins Leben fallen. Im Käfig kannst du die Flügel bewegen, doch die Freiheit des Fliegens zu fühlen ist dort unmöglich. Komm nur, komm heraus, komm heraus aus dir selbst, der Käfig steht offen, stürze dich ins Leben ohne Vorsicht, lass dich fallen in das Meer aus Licht. Wie oft muss der Käfig noch in den Staub zu Boden fallen, ehe du ihn verlässt? Du bist frei, die Tür steht offen, flieg hinaus. Jene Stätte die du ersehnst ist außerhalb allgegenwärtig, die Stäbe deines Käfigs verdecken dir die wahre Sicht. Flieg hinaus und sieh den Käfig von außen, Tränen des Glücks wirst du vergießen und lachen über die zahlreichen Schatten die dich umgaben. Erhebe dich aus dem Staub, erblicke das Blau des Himmels und spüre der Sonnenstrahlen Wärme Licht! Erhebe dich aus des Lebens Flammenmeer und werde grenzenlos frei wie der Himmel! Zerbrich diese Welt der Täuschung, wie ein Küken das Ei. Verlasse den Käfig! JETZT! Du - bist - Frei! 






Freitag, 17. April 2015

Lieben und dabei sich selbst finden • Hermann Hesse

Foto ravens_legacy
Es war ein Liebender, der ohne Hoffnung liebte. Er zog sich ganz in seine Seele zurück und meinte vor Liebe zu verbrennen. Die Welt ging ihm verloren, er sah den blauen Himmel und den grünen Wald nicht mehr, der Bach rauschte ihm nicht, die Harfe klang ihm nicht, alles war versunken, und er war arm und elend geworden. Seine Liebe aber wuchs, und er wollte viel lieber sterben und verkommen, als auf den Besitz der schönen Frau verzichten, die er liebte. Da spürte er, wie seine Liebe alles andre in ihm verbrannt hatte, und er wurde wieder mächtig und zog und zog, und die schöne Frau musste folgen, sie kam, er stand mit ausgebreiteten Armen, um sie an sich zu ziehen. Wie sie aber vor ihm stand, da war sie ganz verwandelt, und mit Schauern fühlte und sah er, dass er die ganze verlorene Welt zu sich her gezogen hatte. Sie stand vor ihm und ergab sich ihm, Himmel und Wald und Bach, alles kam in neuen Farben frisch und herrlich ihm entgegen, gehörte ihm, sprach seine Sprache. Und statt bloß eine Frau zu gewinnen, hatte er die ganze Welt am Herzen, und jeder Stern am Himmel glühte ihm und funkelte Lust durch seine Seele.

Die meisten lieben, um sich dabei zu verlieren. Er aber hatte geliebt und dabei sich selbst gefunden. (Hermann Hesse)





Mittwoch, 1. April 2015

Von Trauer, Qual und Tod • Novelle von Hermann Hesse

Foto Lisa Spreckelmeyer
Wieder schossen aus allen vergessenen Schächten seines Lebens frei gewordene Erinnerungen zu ihm empor, unzählbare: an Gesprächen, an seine Verlobungszeit, an Kleider, die er als Kind getragen, an Ferienmorgen der Studentenzeit, und ordneten sich in Kreisen um einige feste Mittelpunkte: um die Gestalt seiner Frau, um seine Mutter, um den Mörder Wagner, um Teresina. Stellen aus klassischen Schriften  fielen ihm ein und lateinische Sprichwörter, die ihn als Schüler einst ergriffen hatten, und törichte sentimentale Verse aus Volksliedern. Der Schatten seines Vaters stand hinter ihm, er erlebte wieder den Tod seiner Schwiegermutter. Alles, was je durch Auge und Ohr, durch Menschen und Bücher, mit Wonne oder Leid in ihn eingegangen und in ihm untergesunken war, alles schien wieder da zu sein, alles zugleich, aufgerührt und durcheinander gewirbelt, ohne Ordnung, doch voller Sinn, alles wichtig, alles bedeutungsvoll, alles unverloren. Der Andrang wurde zur Qual, zu einer Qual, die von höchster Wollust nicht zu unterscheiden war. Sein Herz schlug rasch, Tränen standen ihm in den Augen. Er begriff, dass er nahe am Wahnsinn stehe, und wusste doch, dass er nicht wahnsinnig werden würde, und blickte zugleich in dies neue Seelenland des Irrsinns mit demselben Erstaunen und Entzücken wie in die Vergangenheit, wie in den See, wie in den Himmel: auch hier war alles zauberhaft, wohllaut und voll Bedeutung. Er begriff, warum im Glauben edler Völker der Wahnsinn für heilig galt. Er begriff alles, alles sprach zu ihm, alles war ihm erschlossen. Es gab keine Worte dafür, es war falsch und hoffnungslos, irgend etwas in Worten ausdenken und verstehen zu wollen! Man musste nur offenstehen, nur bereit sein: dann konnte jedes Ding, dann konnte in unendlichem Zug wie in eine Arche Noahs die ganze Welt in einen hineingehen, und man besaß sie, verstand sie und war eins mit ihr.







Montag, 30. März 2015

Der Vater, die Söhne und die drei Ringe • Fabel aus der Türkei

Dem Sultan, der in Geldnöten war, wurde geraten, einen Vorwand zu suchen, um gegen einen reichen Juden vorzugehen, der in seinem Lande wohnte, und ihm seine Habe zu nehmen, die über alle Maßen groß war. Der Sultan schickte nach jenem Juden und fragte ihn, welcher der beste Glaube sei, wobei er dachte: Wenn er sagt, der jüdische, so werde ich ihm sagen, dass er sich gegen den meinigen vergeht; und wenn er sagt, der mohammedanische, so werde ich ihn fragen: Warum hältst du dich dann an den jüdischen? Als der Jude die Frage des Sultans hörte, antwortete er: "Ein Vater hatte drei Söhne. Er besaß einen Ring mit einem kostbaren Stein, dem besten, der auf der Welt war. Jeder der Söhne bat den Vater, er möge ihm bei seinem Ende diesen Ring hinterlassen. Als der Vater hörte, dass jeder ihn wollte, schickte er nach einem Goldschmied und sagte: "Meister, mache mir zwei Ringe, geradeso wie dieser ist, und versieh sie mit einem Stein, der diesem gleicht." Der Meister machte die Ringe geradeso, dass keiner den wahren Ring erkannte als der Vater allein. Er ließ einen seiner Söhne nach dem anderen kommen und gab im Geheimen jedem einen Ring, und jeder glaubte, den kostbaren zu haben, und keiner kannte den richtigen als der Vater allein. Und so, sage ich, ist es auch mit den drei Glauben. Der Vater im Himmel kennt den wahren Glauben und die Söhne, das sind wir; jeder glaubt den richtigen zu haben." Als der Sultan hörte, wie sich der Jude so aus der Schlinge zog, wusste er nicht, was er antworten sollte, und ließ in gehen.







Samstag, 21. Februar 2015

Über die Musik und die Menschen | Hermann Hesse

Hippie Dude
Die Ursprünge der Musik liegen weit zurück. Sie entsteht aus dem Maß und wurzelt in dem großen Einen. Das große Eine erzeugt die zwei Pole; die zwei Pole erzeugen die Kraft des Dunkeln und des Lichten. Wenn die Welt in Frieden ist, wenn alle Dinge in Ruhe sind, alle in ihren Wandlungen ihren Oberen folgen, dann lässt sich die Musik vollenden. Wenn die Begierden und Leidenschaften nicht auf falschen Bahnen gehen, dann lässt sich die Musik vervollkommnen. Die vollkommene Musik hat ihre Ursache. Sie entsteht aus dem Gleichgewicht. Das Gleichgewicht entsteht aus dem Rechten, das Rechte entsteht aus dem Sinn der Welt. Darum vermag man nur mit einem Menschen, der den Weltsinn erkannt hat, über die Musik zu reden. Die Musik beruht auf der Harmonie zwischen Himmel und Erde, auf der Übereinstimmung des Trüben und des Lichten. 

Die verfallenen Staaten und die zum Untergang reifen Menschen entbehren freilich auch nicht der Musik, aber ihre Musik ist nicht heiter. Darum: je lauter und rauschender die Musik, desto melancholischer werden die Menschen, desto gefährdeter wird das Land, desto tiefer sinkt der Staat. Auf diese Weise geht auch das Wesen der Musik verloren.





Donnerstag, 29. Januar 2015

Drei Dinge gegen Mühseligkeiten | Zitat von Immanuel Kant

aventin.blogspot.com


Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: 
die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen. 






Montag, 10. Juni 2013

Monat März | Dem Frühling entgegen | Herbert Fritsche


Nie ist der Himmel so blau, sein Mond so blank und bei Tage das Licht so kraftvoll zum Blenden und Bleichen wie im März. Aus tausend Spiegeln antwortet die Bläue dem Himmel: Tümpel und Pfuhle, Bäche und Flüsse berauschen sich an so viel Blau - und des Abends, wenn die Sterne des Winterhimmels mehr und mehr gen Westen sinken, Orion und Sirius, die Plejaden und der Aldebaran, wenn der Löwe über den Südhimmel zieht und Capella vom Scheitelpunkt fortgleitet im sanften Abwärtsschwung zu jenem tiefen Nordpunkt am Horizont, den sie um die Sommersonnenwende als einsames Flimmergestirn innezuhalten gedenkt, dann schwimmt der rote Märzenstern Arktur, das Lenzgeschmeide im Bährenführer-Sternbild des Bootes, auf den Wasserflächen, nachdem er sich vom Ostrande des Himmels empor geatmet hat in die Vorfrühlingsnacht.

Der März hat seine besondere Tragik: er lockt, des Lenzes allzu gewiss, zahlreiche Vorläufer des jungen Jahres ins Freie: erste Falter, verfrühtes Käfervolk und manchen Frosch. Ist das Risiko für die Kaltblüter aus Tümpel und Graben gering, weil sie beim Wetterumschlag ins Winterliche ohne viel Einbuße  an Lebenskraft zurückzugleiten vermögen in das Erstarren, das die Sparkasse ihrer vitalen Prozesse ist, so müssen die Äthergeschöpfe mit den bunten Flügeln, die Falter, zugrundegehen, wenn eisiger Wind zu wehen beginnt und kein Blumen-Nektar zur Verfügung steht. Die sozial lebenden Insekten, die Bienen, haben den Heimweg in den Stock offen---: sie, die das Wagnis des Einzelseins dahingaben und von ihrer Gruppenseele gegängelbandelt werden nach Maßgabe dessen, was der übergeordnete Organismus Bienenstock zu tun oder zu lassen befiehlt, sind kein Gleichnis für Kolumbusse oder Giorgano Brunos.

Sieht man von denjenigen Faltern ab, die als Vollinsekt überwinterten, so kommen die Schmetterlinge des Frühjahrs aus der Puppe hervor, aus dem chitingezimmerten Insektensarg, der uns Goethes Wort vom Gleichnis-Charakter alles Vergänglichen deutlicher machen kann als jegliche sonstige Erbildung der Natur. Die Raupe, erdnah, gefräßig und dem Wurm zum Verwechseln ähnlich, lebt als ein niederes Wesen, auf das der Sensible oft mit Ekel reagiert. Ganz zu Unrecht! In jeder Raupe steckt, wie der Märchenprinz im Frosch, ein Falter. 

Wer nur das Aktuelle sieht, ist blind und dumm: erst der Blick auf das Werdeziel adelt den Wissenden.

Eine Raupe, die die Verpuppung für eine Einsargung ohne Auferstehung halten würde, wäre im Irrtum. Eine andere, die die Zeit im Sarge einfach als Raupe zu überleben hofft, irrte nicht minder. Und ein Falter, der sich nicht selber angestrengt dem Sarge entwindet, hätte kein Leben draußen in den Weiten des Luftmeeres. Der ganze Vorgang mutet wie ein Illustration zu dem alten Mystiker-Vers an:

Wer nicht stirbt,
bevor er stirbt,
der verdirbt,
wenn er stirbt ...

Die ersten Falter im März können uns das lehren. Und sie können uns auch warnen vor einem zu frühen Weg in eine Wirklichkeit, die noch nicht eindeutig und ohne Rückfälle am Regiment ist. Aber dem, der über alles Individuelle hinaus voller Vertrauen auf das Tao ist, den immer im Recht befindlichen Geist der Allheit, wiegt solche Warnung leicht --- und die Märztage der verfrühten Falter nimmt er statt mit Trauer mit Dankbarkeit hin. Die Kolumbusse und die Giordano Brunos sind edler als die Schulmeister, die ihre Lehrmeinungen erst zu dozieren wagen, wenn das Weltbild, dem sie verpflichtet sind, so fest geworden ist, dass es den Wirklichkeiten schon nicht mehr entspricht.

Am 21. März halten sich Tag und Nacht die Waage, die Sonne überschreitet auf der Himmelsbahn den Frühlingspunkt. Dass dieser Frühlingspunkt, der einmal am Beginn des Tierkreiszeichens Widder lag, auf einer langsamen Wanderung über den gesamten Tierkreis hin begriffen ist, welche rund 26.000 Jahre währt, war schon den weisen Völkern der Vorzeit bekannt. Man nannte diese Zeitspanne das große oder das Platonische Jahr und ordnete dem Weg des Frühlingspunktes durch ein Tierkreiszeichen von 30 Graden, also einer Zeitspanne von rund 2.100 Jahren, die Bedeutung eines Weltzeitalters zu, das im wesentlichen von den kosmischen Kräften seine Signaturen empfängt, die dem Tierkreiszeichen entsprechen, in dem der Frühlingspunkt sich dann befindet. So driftete vor kurzem der Frühlingspunkt aus dem Zeichen der Fische, das uns zwei Jahrtausende hindurch das Antlitz der Welt bestimmte, in das des Wassermann.

So befinden wir uns jetzt in einer Zeit des Umbruchs, der Bewusstseinswende, der wankenden Wirklichkeit. So wie wir von der Mikrophysik her, die saltomortalartige Korrektur unserer gesamten naturwissenschaftlichen Grundbegriffe geliefert bekamen, ist auch sonst, im Sozialen, im Religiösen, im Menschheitlichen, eine Neuwerdung am Werk, die wie der Aequinoktialsturm (Äquinoktium) daherbraust, der Sturm um die Tage der Tag- und Nachtgleiche. Ist es richtig, Ach und Weh zu schreien oder Weltuntergänge zu beklagen? Oder ist es richtig, die große Befreiung zu begrüßen, die dem Werden des jüngeren und echteren Lebens, dem Lenz und dem Licht der Wege bahnt um einer Saat willen, zu der wir selber gehören mit Haut und Haar? Und müssen wir nicht auch hier von dem Falter lernen, der nur dann sein Recht auf freien Flug in die Weiten erworben hat, wenn er sich aus der Umklammerung des Puppensarges mit eigener Kraft löste? Die Stürme, die dem neuen Zeitalter vorangehen, meinen ebensowenig wie die Stürme des März das Verderben, sondern den Sonnensieg.





Sonntag, 4. März 2012

Was ist Glück | Zitate von Lincoln und Bacon

aventin.blogspot.com

Die meisten Menschen sind in dem Maße glücklich, wie sie es sich selbst gestatten.
(Abraham Lincoln)

Der Pfad des Glückes gleicht der Milchstraße am Himmel, die eine Anhäufung oder ein Knäuel von einer Anzahl kleiner, nicht einzeln wahrnehmbarer, doch im Verein lichtstrahlender Sterne ist. 
(Francis Bacon)