Posts mit dem Label König werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label König werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 28. Oktober 2019

Der König und der Falke

Der König und der Falke

Fabel von Leo Tolstoi - Treue


Montag, 24. Juni 2019

König Drosselbart

König Drosselbart

Märchen der Brüder Grimm


Dienstag, 30. April 2019

Montag, 11. Februar 2019

König Gradlon und seine Tochter

König Gradlon und seine Tochter

König Gradlon der Große war einst Herrscher von Cornouaille in der Bretagne. Er war Conan Mériadec Sohn, dem ersten König v. Armorica.


Mittwoch, 24. Oktober 2018

Schahnameh - Das Buch der Könige

Schahnameh:

Schāhnāme, auch Schahnameh, das Königsbuch (oder auch Buch der Könige), bezeichnet das Lebenswerk des persischen Dichters Abū ʾl-Qāsim Firdausī.


Montag, 3. September 2018

Mittwoch, 30. Mai 2018

Prag und die Nepomuk Legende - König Wenzel und der Prager Brückensturz

Prag und die Nepomuk Legende - König Wenzel und der Prager Brückensturz:

Der Legende nach wurde Johannes in der Ortschaft Nepomuk, südlich von Pilsen, geboren. Obwohl er ein Kind armer Eltern war, konnte er dennoch auf Grund seiner Gelehrsamkeit an den Universitäten Prag und Padua studieren. Bald errang er hohe Würden und wurde ein bedeutender Prediger.


Montag, 29. Februar 2016

Vom Esel, vom Fuchs und vom Löwen | Falschheit und Verrat | Fabel von Aesop


Ein Esel und ein Fuchs lebten lange freundschaftlich zusammen und gingen auch miteinander auf die Jagd. Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen ein Löwe so plötzlich in den Weg, dass der Fuchs fürchtete, er könne nicht mehr entfliehen. Da nahm er zu einer List seine Zuflucht. Mit erkünstelter Freundlichkeit sprach er zum Löwen: "Ich fürchte nichts von dir, großmütiger König! Kann ich dir aber mit dem Fleische meines dummen Gefährten dienen, so darfst du nur befehlen." Der Löwe versprach ihm Schonung, und der Fuchs führte den Esel in eine Grube, in der er sich fing. Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu und ergriff ihn mit den Worten: "Der Esel ist mir gewiss, aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit zuerst." 

Lehre:
Man liebt den Verrat, aber hasst den Verräter.





Dienstag, 1. Dezember 2015

Altes Lied über die Liebe • Ballade • Heinrich Heine


Es war ein alter König,
Sein Herz war schwer, 
Sein Haupt war grau;
Der arme alte König,
Er nahm eine junge Frau.

Es war ein schöner Page,
Blond war sein Haupt, 
Leicht war sein Sinn;
Er trug die seidene Schleppe
Der jungen Königin.

Kennst du das alte Lied?
Es klingt so süß, 
Es klingt so trüb!
Sie mussten beide sterben,
Sie hatten sich viel zu lieb.





Dienstag, 27. Oktober 2015

Der König von Thule • Gedicht • Johann Wolfgang Goethe


Es war ein König in Thule
Gar treu bis an das Grab,
dem sterbend seine Buhle
Einen goldenen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert' ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
Sooft er trank daraus.

Und als er kam zu sterben
Zählt er seine Städt' im Reich,
Gönnt' alles seinen Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale,
Dort auf dem Schloss im Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut,
Und warf den heiligen Becher
Hinunter in die Flut.

Es sah ihn stürzen, trinken
Und sinken, tief ins Meer
Die Augen täten ihm sinken;
Trank nie einen Tropfen mehr. 






Samstag, 12. September 2015

mene mene tekel upharsin • Belsazar • Ballade • Heinrich Heine

mene mene tekel upharsin

Die Mitternacht zog näher schon;
In stummer Ruh lag Babylon.

Nur oben in des Königs Schloss,
Da flackert's, da lärmt des Königs Tross.

Dort oben in dem Königssaal
Belsazar hielt sein Königsmahl.

Die Knechte saßen in schimmernden Reihn
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.

Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht`;
So klang es dem störrigen Könige recht.

Des Königs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.

Und blindlings reißt der Mut ihn fort,
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort. 

Und er brüstet sich frech und lästert wild;
Die Knechtenschar ihm Beifall brüllt.

Der König rief mit stolzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurück.

Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;
Das war aus dem Tempel Jehovahs geraubt.

Und der König ergriff mit frevler Hand
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.

Und er leert ihn hastig bis auf den Grund
Und rufet laut mit schäumendem Mund:

"Jehovah! dir künd' ich auf ewig Hohn, -
Ich bin der König von Babylon!"

Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem König ward's heimlich im Busen bang.

Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.

Und sieh! und sieh! an weißer Wand,
Da kam's hervor wie Menschenhand;

Und schrieb und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer und schrieb und schwand.

Der König stieren Blicks dasaß
Mit schlotternden Knien und totenblass.

Die Knechtenschar saß kalt durchgraut
Und saß gar still, gab keinen Laut.

Die Magier kamen, koch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.

Belsazar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.

- - -

mene mene tekel upharsin
gezählt, gewogen und als zu leicht befunden
die Tage des Königreiches sind gezählt






Montag, 7. September 2015

Die Frösche und die Schlange • Zufriedenheit • Fabel von Aesop

Die Frösche erbaten sich einst von Jupiter einen König. Er warf ihnen einen Holzklotz zu. Das Getöse jagte sie anfangs in die Tiefe, bald aber wagten sie, ihre Köpfe herauszurecken und ihren neuen König zu betrachten, der noch auf dem Wasser schwamm; und bald hüpften sie kühn auf ihn hinauf, verächtlich grüßten sie ihn als König; erbaten sich dann aber doch einen andern, der auch ein bisschen regieren könne. 

Im Zorn gab ihnen Jupiter eine Schlange, welche ihre Regierung auch sofort mit aller Strenge anfing und einen Untertanen nach dem andern verschlang. Bald blieb dem Überrest nichts übrig, als nochmals um einen andern Oberherrn zu bitten; allein Jupiter sprach mit Donnerstimme: "Euch ist geschehen, wie ihr wolltet! Ertragt nun dies Unglück mit Fassung!" 

Der Unzufriedene lernt immer zu spät, dass das Alte besser war.






Donnerstag, 25. Juni 2015

Von der Geburt der Geige • Maghrebinische Geschichte

Ein König hatte drei Söhne: der erste war stolz, der zweite war kühn, der dritte war schön. Als sie herangewachsen waren, zogen sie in die Welt, um ein Handwerk zu erlernen. Der erste kam an den Hof des Großkhans, des Königs der Könige, und nachdem er sieben Jahre im Schatten seines Thrones hingebracht hatte, war er erfahren in aller Weisheit und Würde des Herrschens wie kein anderer. Und er kehrte heim und übernahm Thron und Szepter seiner Vaters und herrschte über sein Volk bis an seines Lebens Ende. 

Der zweite gelangte zu den Kriegern. Und er lernte die Härten des Lagers und das Getümmel der Schlachten ertragen und stärkte seinen Arm und Blick. Und als er ausgelernt hatte, setzte er sich an die Spitze der Truppen und wurde ein Held und Eroberer, wie es seinesgleichen nicht mehr gegeben hat. 

Ihrer beider Namen aber sind vergessen. 

Der dritte endlich zog durch die Welt und fand keinen Aufenthalt, denn er war ungenügsam von Wesen. Einmal aber gelangte er zu einem Asketen, der in der Wüste auf einer Säule lebte, und er blieb bei ihm und diente ihm sieben Jahre lang. Nachdem er ihm sieben Jahre lang gedient hatte, wanderte er weiter. Aber er hatte die Kunst erlernt, sich zu verwandeln in jegliche Gestalt. So ritt er einmal über Land, als er einen Hirsch gewahrte, der vor ihm flüchtete. Von Jagdlust gepackt, setzte er ihm nach. Aber der Hirsch war schneller als sein schnelles Pferd und fast hätte er ihn aus dem Blick verloren. Da erkannte er, dass es kein gewöhnlicher Hirsch war, den er verfolgte, und rasch verwandelte er sich in einen Geparden und setzte in weiten Sprüngen hinter ihm her, bis er ihn erreichte und mit einem Satz in seinem Nacken saß. Kaum aber hatte er ihn gepackt, so verwandelte sich der Hirsch in einen Stichling und schnellte sich in das Wasser des nahen Flusses. Der Königssohn aber verwandelte sich in einen Hecht und hatte ihn bald gefasst. Da verwandelte sich der Stichling in eine Taube, schwang sich von den Wellen des Flusses hoch und entflog mit klatschenden Schwingenschlägen. Der Königssohn aber verwandelte sich in einen Falken und war bald über ihr, stieß zu und hatte sie geschlagen. Die Taube aber verwandelte sich in ein Haar, der Königssohn aber in ein Messer: so spaltete er das Haar. Und als er es gespalten hatte, da verstand er mit einem Male die Sprache aller Dinge. 

So zog er weiter, und die Dinge redeten zu ihm ein jegliches in seiner Sprache und priesen die Schönheit der Schöpfung. Da begann der Königssohn zu singen von der Schönheit der Schöpfung. Dann aber hörte er, wie die Dinge sprachen vom Leid der Welt, und er verstummte. Er blieb in der Einsamkeit, bis er alt und müde wurde. Als er aber spürte, dass er sterben sollte, verfertigte er ein Kästchen aus Holz, und er weinte darüber alle Tränen der Welt und lachte hinein alle Lust und Freude der Welt. Dann zog er vier Haare aus seinem Bart, das eine mit der Stimme der Lerche am frühen Morgen, das andere mit der Stimme der Hummel im hohen Sommer, eines mit der Stimme des singenden Knaben und eines mit der Stimme des stolzen Hahnes. Sie spannte er über das Kästchen und verschloss es so. Dann starb er in der Einsamkeit. Erst viele hundert Jahre später schoss ein Zigeuner seinen Bogen ab, und der Pfeil flog weithin und blieb in der Erde stecken. Und als er hinging, ihn zu holen, fand er daneben das Kästchen mit den vier Haaren. Er verwunderte sich darüber und strich mit der Sehne seines Bogens prüfend über die Haare hin. Da ertönten die Stimmen der Haare und sangen von allem Leid und von aller Freude und Lust der Welt.

Der Zigeuner aber nahm das Kästchen mit sich. So wurde die Geige.





Mittwoch, 24. Juni 2015

Nibelungen Sage 5/28 | Wie Siegfried mit den Sachsen und Dänen stritt


Eines Tages ritten Boten des Sachsenkönigs Lüdeger und des Königs Lüdegast vom Dänenland in Worms ein und sagten den Burgunden Krieg an. Binnen zwölf Wochen wollten die feindlichen Könige mit Heeresmacht am Rhein sein und die Burgen brechen, falls die Burgunden nicht bereit seinen, um Frieden zu verhandeln. Voll Sorge berief Gunther seine Brüder und seine Getreuen zur Beratung. Gernot war sogleich für den Kampf: die Ehre lasse keine andere Wahl. Hagen dagegen mahnte zur Vorsicht: "Wir können in so kurzer Zeit nicht unser ganzes Aufgebot an den Feind bringen. Deshalb schlage ich vor, uns die Hilfe Siegfrieds zu sichern, ehe wir den Boten eine Antwort geben."

Siegfried ließ sich nicht zweimal bitten. Er reichte Gunther die Hand: "Gebt mir nur tausend Mann, dann wird es keinem Feind gelingen, Euer Land zu verheeren, und rückte er auch mit dreißigtausend Gewappneten heran!"

Da dankte ihm Gunther frohen Herzens und entließ die fremden Boten mit der Antwort: "Wir sind bereit, die beiden Könige mit Waffen zu empfangen, falls ihnen die Heerfahrt ins Burgundenland nicht noch leid werden sollte!"

Nach Rückkehr der Boten zogen Lüdeger und Lüdegast sogleich mit vierzigtausend Mann zu Felde. Doch auch die Burgunden säumten nicht. Siegfried und Hagen führten ihre Kampfschar über den Rhein, und Volker, der kühne Spielmann, trug die Fahne. Gunther aber blieb auf Siegfrieds Rat daheim in Worms.

Das gab ein rasches Reiten durch den Hessengau bis an die Grenze des Sachsenlandes. Dort ließ Siegfried die Streitmacht in der Obhut Hagens und Gernots zurück und ritt allein auf Kundschaft in die feindliche Mark. Bald traf er auf einen Späher, der dem Heer der Gegner voraus ritt. Einen goldenen Schild trug er an der Linken. Es war Lüdegast, der Dänenkönig.

Kaum hatten die Helden einander erblickt, so spornten sie die Rosse zu ritterlichem Kampf. Die Lanzen zerspellten an den Schilden, aber keiner wankte im Sattel. Nun zogen sie die Schwerter, und dicht stoben die roten Funken aus Helmen und Schilden. So tapfer Lüdegast auch stritt, Siegfried schlug ihm drei tiefen Wunden, und besiegt gab sich der Dänenkönig schließlich in Siegfrieds Hand. Auch dreißig Dänenrecken, die ihm zur Hilfe heransprengten, vermochten sein Los nicht zu wenden. Mann für Mann fielen sie bis auf einen; den ließ Siegfried entkommen, dass er mit zerhauenem und blutigem Helm die schlimme Kunde ins Dänenlager bringen konnte.

Lauter Jubel erhob sich, als Siegfried mit dem gefangenen Dänenkönig bei den Burgunden eintraf. Sogleich wurde der Aufbruch befohlen, und hochgemut trug Volker die Heerfahne voran. Nicht lange brauchten sie zu reiten, da hatten sie vor sich die reisigen Scharen der Sachsen und Dänen. Die Schlacht hub an. Lanzen und Schwerter machten sich an ihr blutiges Werk. Waren die Burgunden auch an Zahl weit unterlegen, Hagen und Volker, Gernot und Ortwin und Dankwart ließen sich nicht schrecken. Durch das wildeste Kampfgetümmel brachen sie sich mit schmetternden Schwerthieben Bahn. Am weitesten aber drang Siegfried mit seinen zwölf Getreuen vor, dorthin, wo Lüdeger, der Sachsenkönig, unter den Seinen hielt. Der stritt ingrimmig, um den Waffenbruder aus dem Nordlande zu rächen; als er aber das Wappenzeichen auf Siegfrieds Schild erkannte, gebot er dem Kampf Einhalt und ließ die Fahne senken: gegen einen solchen Gegner vermochte niemand aufzukommen.

Der Friede wurde den Sachsen und Dänen gewährt, aber die beiden Könige und fünfhundert Mann mussten den Burgunden als Gefangene an den Rhein folgen. Siegesboten eilten dem heimkehrenden Heer voraus. Gernot hatte sie abgesandt, den stolzen Ausgang des Heerzuges in Worms zu melden. Einen von ihnen ließ Kriemhild heimlich zu sich kommen, und sie vernahm, dass Siegfried am herrlichsten von allen gestritten und mit eigener Hand die beiden Könige bezwungen hatte. Mit reichen Geschenken entließ sie den Boten, ihre Freude verschloss sie tief im Herzen. 

Eine frohe Menge säumte die Straßen, als die Sieger mit ihren Gefangenen in Worms einzogen. Auch mancher Kampfverwundete war dabei, und manches Schwert war schartig, mancher Helm und Schild zerhauen. König Gunther bot seinen Getreuen Willkommen und Dank, auch die beiden Könige grüßte er und reichte ihnen die Hand. Frei durften sie umher gehen, nachdem sie gelobt hatten, nicht heimlich aus dem Burgundenland zu entweichen.

Nach sechs Wochen aber sollte vor den Toren der Stadt am Rheinstrand ein Siegesfest gefeiert werden. So hatte König Gunther auf Gernots Vorschlag hin beschlossen. Manch kampfmüder Recke nahm Urlaub bis zu diesem Tag, um daheim seine Wunden zu pflegen. Auch Siegfried kam das Verlangen an, nach Hause zu ziehen, und selbst Gunthers inständige Bitten hätten nicht vermocht, ihn zu halten, wäre nicht der Gedanke an Kriemhild, die Holdselige, gewesen. So blieb er denn mit seinen Gefährten in Worms.





Samstag, 20. Juni 2015

Nibelungen Sage 9/28 | Wie Siegfried mit Kriemhild heimkehrte


Nach der Hochzeit hielt es Siegfried nicht mehr lange in Worms. Er ließ seine Mannen zur Fahrt an den Niederrhein rüsten, und auch Kriemhild machte sich zur Reise bereit. Sie freute sich darauf, Siegfrieds Heimat und seine Eltern kennenzulernen. Zweiunddreißig Jungfrauen und fünfhundert Burgundenrecken begleiteten sie nach Xanten. Auch den kühnen Hagen hatte sie gebeten, mit ihr zu ziehen, aber der Tronjer wollte lieber bei König Gunther, seinem Herrn, bleiben. 

Nach Xanten wurden Boten gesandt, die Siegfrieds und Kriemhilds baldige Ankunft meldeten. Keine größere Freude konnte es in der hohen Burg am Rhein geben. Mit reichen Geschenken wurde den Boten gedankt. Dann ritten König Siegmund und Königin Sieglinde mit großem Gefolge den Heimkehrenden ein Stück Weges entgegen, und nach froher Begrüßung, nach Küssen und herzlicher Umarmung ging es zurück nach der Stadt. 

Häuser und Straßen waren dort aufs prächtigste geschmückt und im Saal der Königsburg fanden sich Ritter und Frauen zu fröhlichem Fest zusammen. In ihrem Glück teilte Königin Sieglinde mit freigebiger Hand kostbaren Schmuck an alle Gäste aus, und als die Festfreude aufs höchste gestiegen war, gab König Siegmund bekannt: "Von nun an wird mein Sohn Siegfried die Krone von Niederland tragen. Land und Leute sollen ihm als ihrem Herrn und König untertan sein!" Mit Jubel nahmen alle diese Kunde auf. 

So herrschte fortan Siegfried als König von der hohen Burg in Xanten über das Reich seines Vaters. Als gerechter Herr waltete er über das Land und schnell gingen ihm und Kriemhild zehn Jahre in Glück und Eintracht dahin. Da endlich wurde ihnen auch der ersehnte Sohn geboren. Nach seinem Oheim in Worms gaben sie ihm den Namen Gunther. Zur gleichen Zeit starb, im ganzen Lande betrauert, Frau Sieglinde, Siegfrieds Mutter, und Kriemhild war nun allein Königin. Auch Gunther und Brunhild erhielten einen Sohn, den sie nach dem Helden von Niederland Siegfried nannten. 






Samstag, 13. Juni 2015

Nibelungen Sage 16/28 | Wie König Etzel um Kriemhild warb


Dreizehn Jahre schon weilte Kriemhild in Lorsch, da war im Land der Hunnen Frau Helche, die Gemahlin König Etzels, gestorben, und der Hunnenkönig dachte daran, sich aufs neue zu vermählen. Seine Ratgeber schlugen ihm Kriemhild vor, die Witwe Siegfrieds, die in allen Ländern als die edelste der Frauen gerühmt wurde. 

Etzel wandte ein: "Wie könnte das sein? Ich bin Heide, und sie ist Christin, nie wird sie mir ihre Hand geben." Doch die Ratgeber meinten: "Vielleicht ist sie Eures großen Namens und Eurer Macht wegen doch bereit, Königin im Hunnenland zu werden."

Da fragte Etzel, ob jemand unter ihnen die Burgunden am Rhein, ihr Land und ihre Fürsten kenne. Markgraf Rüdiger von Bechlaren antwortete: "Seit ihrer Kindheit sind mir König Gunther, seine Brüder und seine Schwester bekannt, und von Kriemhild lässt sich wohl sagen, dass es keine schönere und edlere Fürstin in der ganzen Welt gibt, seit Frau Helche nicht mehr lebt. Keine ist würdiger als sie, Königin im Hunnenland zu werden."

Wie hätte Etzel da noch zaudern können? Er gab Rüdiger den Auftrag, ins Burgundenland zu reiten und um Kriemhild zu werben, und er versprach ihm reichen Lohn, wenn die Brautfahrt gelinge.

Mit fünfhundert Rittern in reicher Waffenrüstung brach Markgraf Rüdiger auf, nachdem er in Bechlaren Abschied genommen hatte von seiner Frau Gotelind und seiner Tochter, und ritt durch Bayern an den Rhein. Nach zwölf Tagen kam er mit seiner reisigen Schar und den Saumrossen, die kostbare Geschenke trugen, in Worms an. Man staunte die fremden Gäste an, und Hagen erkannte an ihrer Spitze den Markgrafen Rüdiger, den er seit langem nicht mehr gesehen hatte. König Gunther wunderte sich, dass Recken aus dem fernen Hunnenland an den Rhein kamen, aber schon waren Hagen und Ortwin ihnen entgegengeeilt, und der Tronjer begrüßte freudig seinen alten Freund Rüdiger: "Seid uns willkommen, Vogt von Bechlaren, mit Euren tapferen Hunnendegen!"

König Gunther erhob sich, als die Boten Etzels in den Saal traten, reichte dem Markgrafen die Hand und geleitete ihn auf den Ehrensitz. Vom besten Met und Wein ließ er den Gästen den Willkommentrunk schenken, und dann fragte er den Markgrafen, wie es König Etzel und Königin Helche im Hunnenland ergehe. 

Auf diese Frage erhob sich Rüdiger mit seinem ganzen Gefolge und sprach: "König Etzel, mein Herr, entbietet Euch und allen Burgunden Gruß und Freundschaft. Großes Leid hat ihn und sein Volk getroffen: die edle Königin Helche ist tot, ihre Kinder sind verwaist. Nun hat mein Herr mich zu Euch gesandt um die Hand Kriemhilds, Eurer Schwester. Ihr bietet er die Krone des Hunnenlandes."

"Ich will meiner Schwester Nachricht geben", erwiderte Gunther. "Wenn sie einwilligt, habe ich nichts gegen König Etzels Werbung. In drei Tagen sollt Ihr Antwort haben."

Als der Markgraf mit seinem Geleit gegangen war, befragte König Gunther seine Getreuen, ob man Kriemhild zu den Hunnen ziehen lassen solle. Niemand war dagegen als Hagen, der den König warnend mahnte: "Lasst sie  nicht zu den Hunnen! Etzels Macht ist groß, und es könnte uns bitter gereuen, wenn Kriemhild neben ihm Königin würde."

Der junge Giselher hielt ihm entgegen: "Ihr habt meiner Schwester solches Leid zugefügt, Freund Hagen, dass es Euch nunmehr wohl anstände, ihr Treue und guten Willen zu bezeigen." Auch seine beiden Brüder dachten so, und Gernot sagte: "Selbst wenn Kriemhild auf Vergeltung sänne, was möchte sie uns im Hunnenland anhaben? Nie kommen wir dorthin!"

Der Tronjer beharrte auf seiner Warnung, doch die Brüder blieben diesmal fest: ihre Schwester allein sollte die Entscheidung haben. Markgraf Gere überbrachte ihr die Nachricht von Etzels Werbung. "Gott verhüte es, dass Ihr Spott treibt mit mir Armen! Wie könnte ich noch einmal einem Manne gehören?" rief sie in heftigem Schmerz aus. Erst als Gernot und Giselher ihr zuredeten, willigte sie ein, Rüdiger zu empfangen. 

Am nächsten Morgen fand sich Markgraf Rüdiger bei ihr ein. In Trauerkleidung saß sie inmitten ihrer Frauen und ließ sich die Botschaft Etzels ausrichten. Dann antwortete sie: "Markgraf Rüdiger, wer mein Leid kennt, der möchte mir wohl nicht zu neuem Ehebund raten. Ich verlor den Besten der Männer."

"Nichts tröstet mehr im Leid als herzliche Liebe", entgegnete Rüdiger, "und bedenkt auch, edle Frau, dass mein Herr Euch zwölf Kronen bietet und Dreißig Reiche, die er bezwungen hat und darüber Ihr nun Macht haben sollt."

"Was kann mir das bedeuten nach all dem Jammer, den Siegfrieds Tod über mich gebracht hat? Doch bitte ich Euch, mir Bedenkzeit zu geben bis morgen früh, dann sollt Ihr meine Antwort haben", entschied Kriemhild.

Ohne Schlaf und in Tränen lag sie die ganze Nacht. Wie sollte sie je ihren Kummer vergessen? Wie sollte sie je wieder frohen Herzens zu Hofe gehen? Früh am Morgen erschienen die Brüder und rieten ihr, die Werbung Etzels anzunehmen. Auch Frau Ute redete ihr zu. Aber als Markgraf Rüdiger kam, um ihre Antwort zu holen, war sie entschlossen, den Antrag des Hunnenkönigs abzulehnen. "Nie wieder will ich an der Seite eines Mannes leben", beschied sie ihn.

Da machte Rüdiger einen letzten Versuch, ihr Jawort zu erhalten. "Lasst Euer Weinen, edle Frau", sagte er, "ich und meine Mannen stehen mit unserem Leben dafür, dass all Euer Leid vergolten wird an denen, die es Euch zufügten. Und viele tausende von Recken hat König Etzel, die wie wir bis in den Tod für Euch eintreten."

Kriemhild horchte auf, als sie diese Worte vernahm. Es kam ihr der Gedanke, dass sich hier eine Gelegenheit bot, die Meintat an Siegfried zu rächen, und sie ließ sich von dem Markgrafen ungedingte Treue geloben. Um diesen Preis willigte sie ein, die Gemahlin König Etzels zu werden. 








Freitag, 12. Juni 2015

Nibelungen Sage 17/28 | Wie Kriemhild ins Hunnenland fuhr


Kriemhild rüstete nun zu der weiten Reise ins Hunnenland. In ihren Truhen hatte sie noch einen Rest des Nibelungengoldes. Diesen Schatz  wollte sie mitnehmen, um den Hunnen davon zu spenden. Aber auch dieses letzte Gold nahm ihr Hagen, da er argwöhnte, sie wolle ihm zum Schaden mit freigebiger Hand Anhänger werben in der neuen Heimat. Wieder begehrte sie voll Unmut auf, doch Rüdiger tröstete sie heiteren Sinnes: "Weshalb klagt Ihr, edle Herrin, um Eure Schatztruhen? Bei König Etzel findet Ihr so viel Gold, dass Ihr Euer ganzes Leben lang mit vollen Händen davon austeilen könnt."

Ehe Kriemhild aus der Heimat schied, ließ sie noch Seelenmessen lesen für Siegfried. Dann brach sie auf mit Rüdiger und dem getreuen Markgrafen Eckewart, der seit langem in ihren Diensten stand und sich nun erboten hatte, ihr mit fünfhundert Recken ins Hunnenland zu folgen. König Gunther geleitete die scheidende Schwester bis vor die Stadt, Gernot und Giselher aber ritten mit stattlichem Gefolge mit bis zur Donau. Schnelle Boten eilten voraus, um dem König Etzel die frohe Kunde vom Nahen Kriemhilds zu bringen. 

An der Donau kehrten die Brüder um. "Was immer kommen mag, liebe Schwester, meiner Hilfe kannst du stets gewiss sein", versprach Giselher, als er Kriemhild zum Abschied küsste. Durch das Bayernland ging nun die Reise nach Passau, wo Bischof Pilgrim, Frau Utes Bruder, die Gäste freundlich aufnahm, und von dort weiter gen Bechlaren, Rüdigers feste Burg. Mit herzlicher Freude empfingen Frau Gotelind und ihre Tochter Dietlinde die neue Herrin, und frohe Stunden verlebten sie miteinander im festlichen Saal, an dem unten die Donau mächtig vorbeiströmte. Gerne wäre Kriemhild noch länger in Bechlaren geblieben. Zwölf goldene Armspangen schenkte sie zum Abschied der lieblichen Dietlinde, die ihr Herz gewonnen hatte. 

Mit königlichem Gefolge hatte Etzel sich sogleich aufgemacht, als Rüdigers Boten bei ihm eintrafen. Vierundzwanzig Fürsten, darunter sein Bruder Blödel, der kühne Hawart und der schnelle Iring vom Dänenland, Irnfried von Thüringen und der ruhmreiche Dietrich von Bern, und noch Tausende von glänzenden Recken ritten mit ihm, um der neuen Königin zu huldigen. 

Bei Tulln im Donautal trafen sie auf Kriemhild und ihr Geleit. Etzel stieg vom Pferd und grüßte mit edlem Anstand die schöne Braut. Auch die Fürsten kamen zur Begrüßung herbei und empfingen den Dank Kriemhilds. Dann wurden Zelte zur Rast aufgeschlagen und ritterliche Kampfspiele ausgetragen, denen die Frauen zuschauten. Vor allen andern zeichneten sich dabei die jungen Recken des Bernes aus. 

Am nächsten Tag ging es weiter nach Wien, und dort wurde mit königlicher Pracht die Hochzeit des Hunnenkönigs und der Burgundenfürstin gefeiert. Pfingsten begann das Fest, und siebzehn Tage lang dauerte es. Ritterspiele und Lustbarkeiten aller Art folgten einander in buntem Reigen, und nie gab es reichere Geschenke für die Gäste und die Spielleute. Nicht nur Etzel und Kriemhild ließen die Schatztruhen auftun, auch die anderen Fürsten und der Markgraf Rüdiger wetteiferten miteinander an Freigebigkeit. Es war die glanzvollste Hochzeit, die je ein Königspaar beging, und Kriemhild gestand sich, dass sie nie so viel tapfere Recken beisammen gesehen hatte, die ihr dienstbar waren. 

Am achtzehnten Morgen ging die Fahrt weiter, dem Hunnenland zu. Schiffe trugen das königliche Paar und sein Geleit die Donau hinunter bis Etzelnburg, der Hauptstadt des Hunnenreiches. Dort waltete Kriemhild fortan an Frau Helches Statt, und alle, die ihr dienten, rühmten laut ihren hohen Sinn und ihre milde Hand. 






Donnerstag, 11. Juni 2015

Nibelungen Sage 18/28 | Wie Kriemhild auf Rache sann


Dreizehn Jahre schon lebte Kriemhild nun an der Seite König Etzels. Ein Sohn war ihnen geboren worden, der in der Taufe den Namen Ortlieb erhalten hatte. Nichts trübte das Glück und die Eintracht am Königshof. Zwölf Fürsten waren dem Herrscherpaar dienstbar, und Kriemhild sah zu ihrer Freude, dass alle Recken im Hunnenreich ihr mit Leib und Leben ergeben waren. Aber in allem Glanz konnte sie das Leid nicht vergessen, das Hagen ihr angetan hatte. "Hätte ich ihn nur hier im Land", wünschte sie Tag und Nacht, "wie sollte ihn da meine Rache treffen!" Auch an alle im fernen Burgundenland, die ihr teuer waren, an Frau Ute, Gernot und Giselher, dachte sie oft, und es kam sie die Sehnsucht an, ihre Lieben wiederzusehen. 

So bat sie eines Tages König Etzel: "Wenn Ihr mir eine Freude machen wollt, so ladet meine Brüder und ihre Freunde zu Worms an Euren Hof! So lange schon lebe ich bei Euch, und noch nie hat mich jemand aus der Heimat besucht, davon ist mir das Herz schwer." Dass vor allem aber die Rache an Hagen, dem Todfeind, ihr im Sinn lag, sagte sie nicht. 

Etzel nahm ihre Bitte freundlich auf: "Auch mir macht es Kummer, dass die Verwandten am Rhein uns schon so viele Jahre fern sind. Ich will Werbel und Schwemmel, meine beiden Spielleute, nach Worms senden und Eure Brüder mit ihren Getreuen zur Sonnwendfeier nach Etzelnburg laden."

Das war eine frohe Stunde für Kriemhild, als die Boten sich auf den Weg machten! Für Gernot und Giselher gab sie die herzlichsten Grüße mit und bat sie, all ihre Freunde mitzubringen ins Hunnenland. Hagen werde ihnen gewiss ein zuverlässiger Wegführer sein!

Nach zwölf Tagen trafen Werbel und Schwemmel in Worms ein und wurden aufs beste aufgenommen. Sie trugen Gunther ihre Botschaft vor, und dieser nahm sich eine Woche Bedenkzeit, um mit seinen Brüdern und Freunden zu beraten. 

Die meisten Burgunden freuten sich über die Einladung Etzels und waren gern zu der Reise an den Hunnenhof bereit, Hagen von Tronje aber erhob warnend seine Stimme und widerriet dem König: "Ihr habt doch wohl nicht vergessen, was Eure Schwester hier am Rhein geschehen ist? Seit ich ihr den Mann erschlug, sinnt sie auf Rache, und da wollt Ihr zu der Unholden ins Hunnenland reisen? Glaubt nicht den trügerischen Worten der Hunnenboten: es gilt uns der sichere Tod!"

"Du siehst zu schwarz, Freund Hagen", erwiderte Gunther, "längst hat Kriemhild uns verziehen. Mit freundlichem Sinn nahm sie damals Abschied, als sie zu Etzel fuhr." Auch Gernot wandte sich gegen Hagen: "Vielleicht mögt Ihr aus guten Gründen Böses von Kriemhild fürchten, uns aber stände es übel an, wenn wir die Einladung ausschlügen." Giselher riet dazu Hagen mit scharfem Spott: "Wenn Ihr Euch des Lebens nicht sicher fühlt in Kriemhilds Land, Herr Hagen, so bleibt doch hier am Rhein und lasst uns allein die Reise tun!"

Da brauste der Tronjer auf in grimmigem Zorn: "Nie hat man mir Feigheit nachgesagt! Wenn ihr zu der Fahrt entschlossen seid, so wisst denn, dass ich mit euch reiten werde. Doch rate ich euch, die Waffen nicht daheim zu lassen und tausend der besten Recken mit auf den Weg zu nehmen."

Der Rat schien Gunther gut, und sogleich sandte er Boten im Land umher, die tapfersten Degen aufzubieten. Da wurden die Rüstungen angelegt und die Rosse gesattelt, und von allen Burgen zogen sie herbei, und auch Volker, der kühne Spielmann, stellte sich mit dreißig seiner Mannen ein. Von den übrigen wählte Hagen tausend der bewährtesten Streiter aus.

Unterdessen warteten die Hunnenboten mit Ungeduld auf Gunthers Bescheid. Hagen riet seinem Herrn, sie möglichst lange hinzuhalten, damit sie Etzel und Kriemhild nicht zu früh die Nachricht von der Ankunft der Gäste bringen könnten. Erst sieben Tage vor dem Aufbruch der Burgunden durften sie sich auf den Heimweg machen. Eifrig spornten sie ihre Rosse und ritten über Passau und Bechlaren, wo sie dem Bischof Pilgrim und dem Markgrafen Rüdiger die frohe Kunde mitteilten. 

Groß war die Freude Etzels, als er vernahm, dass die Fürsten vom Rhein mit ihren Recken schon so bald schon eintreffen sollten. Kriemhild gab den beiden Spielleuten reichen Botenlohn und fragte sie, wie Hagen die Einladung aufgenommen habe. 

"Heftig hat er die Fahrt widerraten und sie eine Todesreise genannt", ward ihr zur Antwort, "aber dennoch kommt er mit Euren Brüdern, und auch Volker, der kühne Fiedler, ist mit dabei."

"Auf Volker wollte ich gerne verzichten", sagte sie fröhlichen Sinnes, "aber auf Hagen freue ich mich, ihm bin ich besonders gewogen!"