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Donnerstag, 1. März 2018

Ein feiner Sonnenstrahl - Geschichte von Juan Ramón Jiménez

Ein feiner Sonnenstrahl - Geschichte von Juan Ramón Jiménez:

Geschichte von Juan Ramón Jiménez - Das Mädchen ist in seinem Bettchen von einem dünnen Sonnenstrahl geweckt worden, der durch eine Ritze im verschlossenen Fenster ins abgedunkelte Zimmer dringt. Wäre das Kind ohne Sonnenstrahl erwacht, hätte es zu schreien begonnen, um die Mutter herbeizurufen.


Dienstag, 2. August 2016

Warum es keinen Krieg geben darf | Chinesisches Märchen | Ernst Pezoldt


Als ein Krieg zwischen zwei benachbarten Völkern unvermeidlich schien, schickten die feindlichen Feldherrn Späher aus, um zu erkunden, wo man am leichtesten in das Nachbarland einfallen könne. 

Als die Kundschafter dann zurück kehrten, berichteten sie ihren Vorgesetzten, dass es nur eine Stelle an der Grenze gäbe, wo man in das andere Land einzubrechen könne. "Dort aber", sagten sie, "wohnt ein braver kleiner Bauer in einem kleinen Haus mit seiner anmutigen Frau. Sie lieben einander und es heißt, dass sie die glücklichsten Menschen auf der Welt seinen, da sie ein Kind hätten. Wenn wir nun über das kleine Grundstück in das Feindesland einmarschieren, dann würden wir das große Glück zerstören. Also darf es keinen Krieg geben".

Das sahen die Feldherren dann auch wohl ein, und der Krieg unterblieb, wie jeder Mensch begreifen kann. 





Mittwoch, 11. Mai 2016

Nun kenn ich die Himmelsstiege | Gustav Kühne | Foto Aventin


Auch mir hast Du die Erlösung gebracht;
Meine Seele lag tief in der Wiege,
Als Kind schlief ich still, - nun bin ich erwacht,
Nun kenn ich die Himmelsstiege.


Gustav Kühne • Metamorphosen







Dienstag, 24. November 2015

Erlkönig • Ballade • Johann Wolfgang von Goethe


Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

"Du liebes Kind, komm geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;
Manch' bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind!
In dürren Blättern säuselt der Wind.

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt."
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan"

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Müh und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.







Montag, 28. September 2015

Die Schlange und der Landmann • Vergessen & Erinnern • Fabel von Aesop

Eine Schlange, welche ihren Verschlupf im Vorhofe eines Landmannes hatte, tötete dessen kleines Kind, worüber die Eltern in tiefe Trauer gerieten. In seiner Betrübnis ergriff der Vater ein Beil und wollte die Schlange, sobald sie hervorkäme, totschlagen. Wie sie nun den Kopf ein wenig herausstreckte, wollte er schnell auf sie loshauen, allein er verfehlte sie und traf nur die Öffnung ihres Schlupfwinkels. Nachdem sich die Schlange wieder in ihr Loch zurückgezogen hatte, glaubte der Landmann, sie denke nicht mehr an die Beleidigung, nahm Brot und Salz und setzte es vor die Höhle. Die Schlange aber zischte ganz fein und sprach. "Nun und nimmer kann Zutrauen und Freundschaft zwischen uns bestehen, solange ich den Stein sehe und du das Grab deines Kindes." 

Die Fabel lehrt, dass niemand Hass und Rache vergisst, solange er ein Denkmal dessen, was ihn in Betrübnis versetzte, vor Augen hat.









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