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Donnerstag, 15. August 2019

Ein philosophischer Finderlohn

Ein philosophischer Finderlohn

Anekdote aus dem Vatican



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Dienstag, 12. April 2016

John Maynard | Ballade von Theodor Fontane


John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
Aushielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron`,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard!"

Die 'Schwalbe' fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee,
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund':
"Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund'."

Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang.
Ein Qualm aus Kajüt' und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.

Und die Passagiere, buntgemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich's dicht,
Und ein Jammern wird laut: "Wo sind wir? wo?"
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo.

Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
"Noch da, John Maynard?" - "Ja, Herr. Ich bin."-
"Auf den Strand. In die Brandung." - "Ich halte drauf hin."
Und das Schiffsvolk jubelt: "Halt aus. Hallo!"
Und noch zehn Minuten bis Buffalo.

"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die 'Schwalbe' mitten hinein;
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo.

Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur eine fehlt!

Alle Glocken gehn; ihre Töne schwelln
Himmelan aus Kirchen und Kapelln,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt.
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug' im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:

"Hier ruht John Maynard. In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron'
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."






Freitag, 19. Februar 2016

Das Testament | Novelle von Jeremias Gotthelf

Schon manchen haben einige bei dem Tode eines Menschen wohl angewandte Minuten wohlhabend gemacht. Die Erben sind oft nicht gleich bei der Hand, und wer sich nicht fürchtet, aus dem noch nicht erkalteten Hosensack die Schlüssel zu nehmen, kann bis zu ihrer Ankunft viel auf die Seite schaffen. Fatal ist es aber, wenn der Verstorbene so plötzlich von hinnen gerufen wird, dass er für die, welche zunächst um ihn sind, nicht testamentlich sorgen konnte, und das geschieht oft; denn solche Leute testamentieren nicht gern, sie hoffen noch der Tage viele.

Aber auch da wussten sich schlaue Leute einmal wohl zu helfen. Sie schleppten den Verstorbenen in eine Rumpelkammer, und in das noch nicht erkaltete Bett legten sie einen vertrauten Knecht, setzten ihm die Nachtkappe des Verstorbenen auf und liefen nach Schreiber und Zeugen. Schreiber und Zeugen setzten sich an den Tisch am Fenster, rüsteten das Schreibzeug und probierten, ob guter Wein in den Karaffen sei. Unterdessen ächzet und stöhnt es im dunklen Hintergrund hinter dem dicken Umhang, und eine schwache Stimme fragt, ob der Schreiber nicht bald fertig sei - es geht nicht mehr lange mit ihm. Der Schreiber nimmt hastig das Glas vom Mund und ergreift die Feder und lässt diese flüchtig übers Papier gleiten, aber immer halblinks schauend, wo das Glas Wein steht.

Da diktiert, leise hüstelnd, die Stimme hinter dem Umhang das Testament, und der Schreiber schreibt, und freudig hören die Anwesenden, wie sie Erben würden von vielem Gut und Geld. Aber blasser Schrecken fährt über ihre Gesichter, und faustdicke Flüche quellen ihnen im Halse, als die Stimme spricht: „Meinem getreuen Knecht aber, der mir so viele Jahre treu gedient hat, vermache ich achttausend Pfund.“ Der Schalk im Bett hatte sich selbst nicht vergessen und bestimmte für sich selbst seinen Lohn für die gut gespielte Rolle.

Er war aber noch bescheiden; er hätte sich gut zum Haupterben machen können, und was hätten die andern sagen sollen?






Montag, 2. November 2015

Der Esel, der Rabe und der Hirte • Hilfe oder Hohn • Fabel von Aesop

Auf einer Wiese weidete ein Esel, der sich von der Arbeit den Rücken wund geschunden hatte. Dies sah ein Rabe, flog auf den Esel zu, setzte sich auf dessen Rücken und fing an, mit dem Schnabel in das rohe Fleisch zu picken. Dies schmerzte den Esel sehr und obgleich er sich bemühte, den lästigen Gast los zu werden, gelang es ihm nicht. 

Wenige Schritte davon lag sein Hüter, welcher mit einem Wort oder einer Geste den Raben hätte vertreiben können. Der aber ergötzte sich an den tollen und possierlichen Sprüngen und Gesichtern, welche der Esel von Schmerz getrieben machte und lachte noch laut dazu. 

"Oh!" rief der Esel aus, "jetzt fühle ich wirklich meine Schmerzen doppelt, weil mich auch der noch verlacht, der mir helfen könnte und es auch sollte." 

Lehre: Statt Hilfe in der Not Hohn zu erhalten schmerzt doppelt.






Donnerstag, 29. Oktober 2015

Nur - Ein Irrtum • Novelle • Kurt Tucholsky


"Es ist ein Irrtum zu glauben", habe ich neulich bei einem hochfeinen Schriftsteller gelernt, "dass die Arbeiter die Türme erbaut haben; sie haben sie nur gemauert."

Nur - <nur> ist gut.

Es ist immer wieder bewundernswert, dass nicht viel mehr Türme einstürzen, Eisenbahnbrücken zusammenkrachen, Räder aus den Gleisen springen ... auf wem ruht das alles? Auf einem Zwiefachen.

Auf dem Geist, der es ersonnen hat - und auf der unendlichen Treue, die es ausführte. Der geistige Mitarbeiter hat, manchmal wenigstens, noch mehr als eine innerliche Befriedigung von seinem Werk; er ist an den Überschüssen beteiligt, er kann sich Aktien kaufen, er hat den Ruhm, er macht seinen Namen bekannt ... manchmal. (Obgleich die großen Konzerne es verstanden haben, auch den Ingenieur, den Erfinder, den geistigen Bastler in ein trostloses Angestelltenverhältnis hinabzudrücken - der Arbeiter überschätze ja nicht den weißen Kragen: der täuscht.) Aber was hat der Arbeiter - ? 

Den unzulänglichen Lohn. Wenig Befriedigung. Im allerbesten Fall das verständnisvolle Lob des Werkmeister, der seine Leute kennt und der von Schulz IV weiß: "Der Junge ist richtig. Wo ich den hinstelle, da klappst." Das ist denn aber auch alles.

Um so beachtlicher, mit welcher Lust, mit welcher Treue im kleinen, mit welcher ernsten Fach- und Sachkenntnis dennoch alle diese Arbeiten ausgeführt werden. Es ist natürlich in erster Reihe Überlegung: Mache ich das hier nicht gut, fliege ich auf die Straße ... und dann - ? Aber daneben ist es doch auch der Stolz des Fachmannes; die Freude an der Sache, trotz alledem, obgleich sich so viele bemühen, sie dem Arbeiter auszutreiben. Er vergisst mitunter, für wen er da eigentlich arbeitet, denn der Mensch ist schon so, dass ihn die Arbeit gefangennehmen kann, und er zieht die Schrauben an, als wären es seine eigenen, und als bekäme er es bezahlt. Er bekommt es nicht bezahlt; er bekommt nur seinen Wochenlohn.

Da hängen sie auf den Türmen, da liegen sie auf den Brücken, da lassen sie sich an Stellings herunter und pinseln auf schwanken Gerüsten - ich vergaß hinzuzufügen: NUR! Sie mauern nur. Sie sorgen nur dafür, dass sich die geistige Vision des Erbauers auch verwirkliche - was ist denn das schon, nicht wahr, das kann doch jeder ... Ob es auch der feine Schriftsteller kann, der dieses <nur> hingeschrieben hat, das möchte ich bezweifeln. Daher ich der Meinung bin:

Der Handarbeiter ist dem Kopfarbeiter gleichzusetzen. Der eine ist unfähig, einen Turm auf dem Papier zu konstruieren, kennt nicht die heißen Nächte, wo das Werk, noch in den Wolken schwebend, nach Erfüllung ruft; der andere kann nicht jeden Morgen um fünf aufstehen, bei jedem Wetter zur Stelle sein, schwindelfrei arbeiten, seine Körperkraft drangeben ... jeder seins.

<Nur> ? - Das Überflüssigste auf der Welt ist ein kleinbürgerlicher Philosoph.





Montag, 19. Oktober 2015

Vom Wolf und dem Kranich • Dank & Undank • Fabel von Aesop


Ein Wolf riss einstmals ein Schaf und da er sehr großen Hunger hatte und zu gierig fraß, blieb ihm ein Knochen im Hals stecken. Deswegen hatte er Angst und auch großes Leid zu spüren. So erbot er sich, demjenigen großen Lohn und ein üppiges Geschenk zu geben, der ihm helfen würde, ihn von diesem Knochen zu befreien. Sodann kam ein Kranich des Weges und bot ihm seine Hilfe an. Der Wolf sagte zu und der Kranich stieß mit seinem langen Schnabel und Hals dem Wolf in den Rachen und zog den quer liegenden Knochen heraus. Als er aber den verheißenen Lohn forderte, sprach der Wolf: "Du willst noch Lohn haben? Danke Gott, dass ich dir nicht den Hals abgebissen habe! Nicht ich sondern Du solltest mir etwas schenken, weil ich Dich nicht gefressen habe."

Lehre: Wer anderen Leuten in der Welt will Gutes tun, muss unter Umständen auch damit rechnen, Undank zu ernten. 







Dienstag, 17. März 2015

Die Krähe und andere Vögel • Eitelkeit • Fabel von Aesop

Eine eitle Krähe wollte schöner sein, als sie wirklich war, und zierte sich mit allerlei bunten Federn von andern Vögeln, hauptsächlich von Pfauen. Allein um die Eitelkeit zu bestrafen und ihr Eigentumsrecht auszuüben, fielen diese über sie her und entrissen ihr nicht nur die geraubten Federn, sondern auch einen Teil ihrer eigenen. Armseliger wie vorher, stand sie nun wieder da, ein Spott der ihrigen und eine Warnung für alle Eitlen. 

Prahle nie mit erborgtem Schimmer, Spott ist sonst dein Lohn.







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