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Dienstag, 3. September 2019

Juan Hexenmeister

Juan Hexenmeister

Märchen aus Spanien


Donnerstag, 12. Juli 2018

Ein Meister ländlicher Schule

Ein Meister ländlicher Schule:

Ein Meister einer ländlichen Schule Erhob sich einst von seinem Stuhle, Und hatte fest sich vorgenommen In bessere Gesellschaft zu kommen; Deswegen er, im nahen Bad, In den sogenannten Salon eintrat.


Dienstag, 28. Juni 2016

Der Zauberlehrling | Ballade von Johann Wolfgang Goethe


Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben!
Seine Wort' und Werke
Merkt' ich und den Brauch, 
und mit Geistesstärke
Tu' ich Wunder auch.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen;
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!

Walle! walle
Manche Strecke,
Dass, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder;
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! - 
Ach, ich merk' es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Auch, das Wort, worauf am Ende
Es das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
Kann ich's  lassen;
Will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh' ich über jeder Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen, 
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst's am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten.
Wahrlich brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mit, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Nass und nässer
Wird's im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!

Herr und Meister! hör' mich rufen! -
Ah, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd' ich nun nicht los.

"In die Ecke,
Besen! Besen!
Seid's gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu diesem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister."






Sonntag, 10. Januar 2016

Die Lehre des Schmetterlings ⋅ Glück ⋅ Aphorismus



(Meister)
„Das Glück ist manchmal wie ein Schmetterling. Jage ihm nach, und er entwischt dir. Setze dich still hin, und er setzt sich auf deine Schulter.“ 

(Schüler)
„Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?“ 

(Meister)
„Hör auf, hinter ihm her zu sein!“ 

(Schüler)
„Aber gibt es wirklich nichts, was ich tun kann?“ 

(Meister)
„Du könntest versuchen, dich ruhig hinzusetzen, wenn du es wagst!“ 









Dienstag, 8. Dezember 2015

Ein Meister ländlicher Schule ⋅ Johann Wolfgang Goethe


Ein Meister einer ländlichen Schule
Erhob sich einst von seinem Stuhle,
Und hatte fest sich vorgenommen
In bessere Gesellschaft zu kommen;
Deswegen er, im nahen Bad,
In den sogenannten Salon eintrat.

Verblüfft war er gleich an der Tür,
Als wenn's ihm zu vornehm widerführ;
Macht daher dem ersten Fremden rechts
Einen tiefen Bückling, es war nichts Schlechts,
Aber hinten hätt er nicht vorgesehen,
Dass da auch wieder Leute stehen,
Gab einem zur Linken in den Schoß
Mit seinem Hintern einen derben Stoß.

Das hätt er schnell gern abgebüßt;
So stößt er rechts einen andern an,
Er hat wieder jemand was Leids getan.
Und wie er's  diesem wieder abbittet,
Er's wieder mit einem andern verschüttet.
Und komplimentiert sich zu seiner Qual,
Vor vorn und hinten, so durch den Saal,
Bis ihm endlich ein derber Geist
Ungeduldig die Türe weist.

Da er nun seine Straße ging,
Dacht er: ich machte mich zu gering;
Will mich aber nicht weiter schmiegen;
Denn wer sich grün macht, den fressen die Ziegen.
So ging er gleich frisch querfeldein,
Und zwar nicht über Stock und Stein;
Sondern über Äcker und gute Wiesen,
Zertrat das alles mit latschen Füßen.

Ein Bauer begegnet ihm so
Und fragt nicht weiter wie? noch wo?
Sondern schlägt ihm tüchtig hinter die Ohren.
Bin ich doch gleich wie neugeboren!
Ruft unser Wandrer hochentzückt.
Wer bist du Mann, der mich beglückt?
Möchte mich Gott doch immer segnen,
Dass mir so fröhlich Gesellen begegnen!






Dienstag, 13. Oktober 2015

Die drei Brüder • Märchen • Gebrüder Grimm

Es war ein Mann, der hatte drei Söhne und ein Haus, worin er wohnte. Nun hätte jeder gerne nach seinem Tode das Haus gehabt, dem Vater war aber einer so lieb wie der andere. Da wusste er nicht, wie er es anfangen sollte; verkaufen wollte er das Haus auch nicht, weil es von seinen Voreltern war, sonst hätte er das Geld unter sie geteilt. Da fiel ihm endlich ein Rat ein, und er sprach zu seinen Söhnen 'geht in die Welt und versucht euch, und lerne jeder sein Handwerk, wenn ihr dann wiederkommt, wer das beste Meisterstück macht, der soll das Haus haben.' 
  
Damit waren die Söhne zufrieden, und der älteste wollte ein Hufschmied, der zweite ein Barbier, der dritte aber ein Fechtmeister werden. Darauf bestimmten sie eine Zeit, wo sie wieder nach Haus zusammenkommen wollten, und zogen fort. Es traf sich auch, dass jeder einen tüchtigen Meister fand, wo er was Rechtschaffenes lernte. Der Schmied musste des Königs Pferde beschlagen und dachte 'nun kann dir nichts mehr fehlen, du kriegst das Haus.' Der Barbier rasierte lauter vornehme Herren und meinte auch, das Haus wäre schon sein. Der Fechtmeister kriegte manchen Hieb, biss aber die Zähne zusammen und ließ sich nicht verdrießen, denn er dachte bei sich 'fürchtest du dich vor einem Hieb, so kriegst du das Haus nimmermehr.' 

Als nun die gesetzte Zeit herum war, kamen sie bei ihrem Vater wieder zusammen: sie wussten aber nicht, wie sie die beste Gelegenheit finden sollten, ihre Kunst zu zeigen, saßen beisammen und ratschlagten. Wie sie so saßen, kam auf einmal ein Hase übers Feld dahergelaufen. 'Ei,' sagte der Barbier, 'der kommt wie gerufen,' nahm Becken und Seife, schäumte so lange, bis der Hase in die Nähe kam, dann seifte er ihn in vollem Laufe ein, und rasierte ihm auch in vollem Laufe ein Bärtchen, und dabei schnitt er ihn nicht und tat ihm an keinem Haare weh. 'Das gefällt mir,' sagte der Vater, 'wenn sich die andern nicht gewaltig anstrengen, so ist das Haus dein.' Es währte nicht lang, so kam ein Herr in einem Wagen dahergefahren 'Nun sollt Ihr sehen, Vater, was ich kann,' sprach der Hufschmied, sprang dem Wagen nach, riss dem Pferd, das in einem fortjagte, die vier Hufeisen ab und schlug ihm auch im Jagen vier neue wieder an. 'Du bist ein ganzer Kerl,' sprach der Vater, 'du machst deine Sachen so gut wie dein Bruder; ich weiß nicht, wem ich das Haus geben soll.' Da sprach der dritte 'Vater, lasst mich auch einmal gewähren,' und weil es anfing zu regnen, zog er seinen Degen und schwenkte ihn in Kreuzhieben über seinen Kopf, dass kein Tropfen auf ihn fiel: und als der Regen stärker wurde, und endlich so stark, als ob man mit Kübeln vom Himmel gösse, schwang er den Degen immer schneller und blieb so trocken, als säße er unter Dach und Fach. Wie der Vater das sah, erstaunte er und sprach 'du hast das beste Meisterstück gemacht, das Haus ist dein.' 
  
Die beiden andern Brüder waren damit zufrieden, wie sie vorher gelobt hatten, und weil sie sich einander gern hatten, blieben sie alle drei zusammen im Haus und trieben ihr Handwerk; und da sie so gut ausgelernt hatten und so geschickt waren, verdienten sie viel Geld. 






Samstag, 27. Juni 2015

Nibelungen Sage 2/28 | Wie Siegfried den Drachen erschlug


Als die Hammerschläge Siegfrieds durch den Wald dröhnten, war Meister Mime erschrocken herbeigestürzt. Mit Ingrimm nahm er wahr, welche Zerstörung in der Schmiede angerichtet war, und der Zorn übermannte ihn, dass er die Hand gegen den eigenmächtigen Lehrbuben hob. Aber da lag er gleich selbst am Boden, und als die Gesellen ihm zu Hilfe eilen wollten, taten Siegfrieds Fäuste so rasche und tüchtige Arbeit, dass sie alle, zerzaust und zerrupft, in ihrer Not in den Wald entsprangen.

Nun stand es bei Meister Mime fest, dass der ungeschlachte Geselle wegmusste aus der Schmiede. Nachdenklich zog er den Bart durch die Finger und überlegte hin und her, doch guter Rat war hier teuer: ein zweites Mal wollte er die eisernen Fäuste des Jungen nicht verspüren. Da schoss ihm plötzlich der Gedanke durch den Kopf, dass unweit der Schmiede in einem Waldtale bei einer Linde ein greulicher Drache hauste, ein Untier, dass Feuer aus seinem gewaltigen Rachen schnob und dessen fürchterlichen Krallen noch niemand lebend entkommen war. Schon der Blick seiner tückischen Augen lähmte den mutigsten Mann, und wenn die Reihen der dolchspitzen Zähne sich auftaten, blieb dem Unglücklichen nicht einmal mehr Zeit für ein letztes Stoßgebet.

So musste es gehen! Mit listigem Lächeln wandte der Schmied sich an Siegfried und deutete auf einen leeren Sack: "Wir haben keine Kohlen mehr. Sei so gut und hole uns einen Sack voll beim Köhler!" Und er beschrieb ihm den Weg dorthin aufs genaueste - es war dies aber der Weg, der in das Drachental führte. 

Siegfried warf den Sack auf die Schulter und schritt wohlgemut auf grasigem Pfad unter den hohen Kronen der Waldbäume dahin, bis er in das verrufenen Tal kam. Dort sprudelte am Hang unterhalb einer uralten Linde ein Quell aus dem Gestein, und Siegfried beugte sich  nieder, um einen kühlen Trunk zu tun. Da vernahm er plötzlich  ein zischendes Fauchen, und wie glühender Feuerhauch strich es über ihn hinweg. Der Drache war aus seiner Höhle im Geklüft hervorgeschossen und wand seinen Schuppenleib auf den Quell zu. Rot züngelte es aus dem grässlichen Rachen, und giftiger Atem stieß  weithin aus den Nüstern. 

Furchtlos sprang Siegfried mit dem Schwert den Unhold an. Aber so dicht seine Hiebe fielen, sie schnitten nicht durch den hörnernen Drachenpanzer, der hart war wie Stahl. Wohl sprühten Funken aus dem Schwert, wohl schnaubte und brüllte das Ungetüm vor Schmerz und Wut, doch kein Streich traf ins Leben. Schon spürte Siegfried, wie der Feuerhauch ihn sengte, schon schnappte der furchtbare Rachen nach ihm, da warf er das Schwert beiseite, riss einen Baum aus der Erde und stürzte ihn über den Lindwurm, dessen Schwanz sich sogleich in dem Geäst verfing. Wütend suchte der Drache sich freizumachen, doch Siegfried schleuderte Baum auf Baum über den Schuppenpanzer, bis er mit Astwerk und Gezweig gänzlich bedeckt war. Und so glühend war der Atem, der aus dem Rachen des Untiers fuhr, dass die Bäume Feuer fingen und die Flammen bald wie aus einer lodernden Esse aufschlugen. Vergebens suchte der Lindwurm die feurige Last abzuschütteln, vergebens krümmte und bäumte er sich in Todesnot, Siegfried rammte ihm von unten, wo kein Hornpanzer Schutz gab, das Schwert in den Leib und traf mit tödlichem Stoß das Herz. 

Ein heißer roter Strahl sprang aus der Wunde gegen Siegfrieds Hand. Da hob er die Finger an den Mund, um die gebrannte Stelle zu kühlen, und plötzlich verstand er die Sprache der Vögel, die über ihm in der Linde zwitscherten. "Seht, wie der Hornpanzer des Lindwurms im Feuer schmilzt!" ließ sich einer vernehmen, und ein zweiter antwortete: "Wer sich darin badet, der ist gefeit gegen Schwert und Lanze und Dolch, kein Eisen schneidet ihm eine Wunde."

Da warf Siegfried die Kleider ab und badete sich in dem heißen Strom, der zwischen den glühenden Stämmen hervorquoll. Von nun an trug er am ganzen Körper eine Hornhaut, die so fest war wie der Drachenpanzer. Nur eine einzige Stelle auf dem Rücken zwischen den Schultern blieb ungeschützt. Dorthin war nämlich ein Lindenblatt gefallen und hatte den Hornfluß abgehalten. 





Dienstag, 28. April 2015

Unübertrefflicher Sparsinn • Fabel aus Vietnam

In Hanoi lebte und wirkte einst ein weiser Mann, zu dem brachten viele Eltern ihre heranwachsenden Söhne, damit er sie in aller Lebenskunst, darunter auch im rechten Wirtschaften, unterweise. Eines Tages schickte der Meister einen ihm anvertrauten jungen Mann auf den Markt, er sollte Opferkuchen für ein Ahnenopfer einkaufen, aber sich sonst nichts aufschwätzen lassen. Der kam nach einiger Zeit wieder, brachte auch einen schönen Opferkuchen mit, doch außerdem trug er unter dem Arm ein mageres, ängstlich gackerndes Hühnchen. "Was soll das, ungehorsamer und törichter Freund?" erkundigte sich der Lehrer unwillig. Der Schüler antwortete freundlich: "Bitte, Meister, höre an, was ich mir gedacht habe. Wenn ich den Kuchen zum Opfer zerbreche, werden dabei eine Menge Krümel auf die Erde fallen; wäre es nicht schade um sie? Das Hühnchen aber wird sie aufpicken, davon wachsen, später Eier legen. Die Eier und auch das Huhn kann man dann mit gutem Gewissen verkaufen. Dünkt dich das töricht gehandelt?" "Genug! Bravo, junger Meister der Meister!" rief der Lehrer. "Wenn du nicht willst, dass ich in Zukunft bei dir Unterricht nehme, so kehre zu deinen Eltern zurück!" (Vietnam)







Montag, 30. März 2015

Der Vater, die Söhne und die drei Ringe • Fabel aus der Türkei

Dem Sultan, der in Geldnöten war, wurde geraten, einen Vorwand zu suchen, um gegen einen reichen Juden vorzugehen, der in seinem Lande wohnte, und ihm seine Habe zu nehmen, die über alle Maßen groß war. Der Sultan schickte nach jenem Juden und fragte ihn, welcher der beste Glaube sei, wobei er dachte: Wenn er sagt, der jüdische, so werde ich ihm sagen, dass er sich gegen den meinigen vergeht; und wenn er sagt, der mohammedanische, so werde ich ihn fragen: Warum hältst du dich dann an den jüdischen? Als der Jude die Frage des Sultans hörte, antwortete er: "Ein Vater hatte drei Söhne. Er besaß einen Ring mit einem kostbaren Stein, dem besten, der auf der Welt war. Jeder der Söhne bat den Vater, er möge ihm bei seinem Ende diesen Ring hinterlassen. Als der Vater hörte, dass jeder ihn wollte, schickte er nach einem Goldschmied und sagte: "Meister, mache mir zwei Ringe, geradeso wie dieser ist, und versieh sie mit einem Stein, der diesem gleicht." Der Meister machte die Ringe geradeso, dass keiner den wahren Ring erkannte als der Vater allein. Er ließ einen seiner Söhne nach dem anderen kommen und gab im Geheimen jedem einen Ring, und jeder glaubte, den kostbaren zu haben, und keiner kannte den richtigen als der Vater allein. Und so, sage ich, ist es auch mit den drei Glauben. Der Vater im Himmel kennt den wahren Glauben und die Söhne, das sind wir; jeder glaubt den richtigen zu haben." Als der Sultan hörte, wie sich der Jude so aus der Schlinge zog, wusste er nicht, was er antworten sollte, und ließ in gehen.