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Montag, 22. Oktober 2018

Die drei Söhne

Die drei Söhne:

Drei Frauen wollten am Brunnen Wasser holen. Nicht weit davon saß ein Greis auf einer Bank und hörte zu, wie die Frauen ihre Söhne lobten.


Freitag, 8. April 2016

Vom Leben nach der Geburt | Zwillinge | Allegorische Weisheit

Ungeborene Zwillinge unterhalten sich: "Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" "Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das was uns erwartet." "Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?" "Das weiß ich auch nicht genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?" "So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das Herumlaufen gar nicht, die Nabelschnur ist ja jetzt schon viel zu kurz." "Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders. "Es ist noch nie einer zurückgekommen von „ nach der Geburt “. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine Quälerei und dunkel... "Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen. "Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?" "Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein!" "Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht." "Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wie sie unsere Welt streichelt.





Dienstag, 19. Januar 2016

Das Lied vom wilden Wassermann und der schönen Lilofee





Es freit ein wilder Wassermann vor der Burg wohl über dem See. Er freit nach königlichem Stand um die schöne junge Lilofee.

Er ließ eine Brücke bauen vor der Burg wohl über dem See, darauf sollt sie spazieren gehen, die schöne junge Lilofee. 

Als sie auf die Brücke kam vor der Burg wohl über dem See, der Wassermann zog sie hinab, die schöne junge Lilofee.

Drunten war sie sieben Jahr vor der Burg wohl über dem See, und sieben Kinder sie ihm gebar, die schöne junge Lilofee.

Sie hörte drunt die Glocken gehn vor der Burg wohl über dem See, wollt' Vater und Mutter wiedersehn, die schöne junge Lilofee.

Und als sie aus der Kirche kam vor der Burg wohl über dem See, da stand der wilde Wassermann vor der schönen jungen Lilofee.

Willst du hinunter gehn mit mir vor der Burg wohl über dem See? Deine Kinder drunten weinen nach dir, schöne junge Lilofee.

Die Kinder lass uns teilen vor der Burg wohl über dem See, nehm' ich mir drei, nimmst du dir drei, ich arme junge Lilofee.

Das siebte lass uns teilen vor der Burg wohl über dem See, nehm' ich mir ein Bein, nimmst du dir ein Bein, du schöne junge Lilofee.

Eh, dass ich die Kinder teilen lass vor der Burg wohl über dem See, scheid' ich von Laub und grünem Gras, ich arme junge Lilofee.













Freitag, 8. Mai 2015

Sankt Georg und der Pfannkuchenesser • Legende aus Santorin


Auf der Insel Santorin lebte einst eine arme Frau, die einen Sohn hatte. Dieser Sohn wanderte aus, um Arbeit zu finden. Als er fort war, ging seine Mutter jeden Tag zur Kirche St. Georg und betete zu dem Heiligen, er möge doch ihrem Sohn helfen, gesund zu bleiben und gute Arbeit zu finden. Eines Tages bekam die Frau einen Brief von ihrem Sohn, darin stand, dass er viel Geld verdient hätte und bald zurückkommen werde. Als Dank brachte die Mutter, da sie nichts anders hatte, dem Heiligen einen wunderbaren Pfannkuchen, mit Zwiebeln und vielen Kräutern gebacken, zur Kirche. Kurze Zeit später besuchte ein Mann die Kirche um zu beten. Er schnupperte, ging dem Duft nach und fand den noch dampfenden Pfannkuchen. Da er gierig und hungrig war und ihm der Magen knurrte, aß er, ohne lange zu überlegen, die dem St. Georg geweihte Speise auf. Als er den letzten Bissen hinuntergeschluckt hatte, wandte er sich um und wollte die Kirche verlassen. Aber er fand keine Tür mehr. Dort, wo er hereingekommen war, sah er nur noch Mauerwerk. Er schaute sich im ganzen Kirchenraum um, fand aber keinen Ausgang. Da fiel der Mann auf die Knie, flehte den hl. Georg an und versprach ihm Geld und Reichtümer. Das hatte keinen Erfolg. Er blieb lebendig eingemauert. Schließlich sagte der Mann: "Heiliger Georg, ich bringe Dir einen Pfannkuchen, der wird genauso groß sein, wie jener, den ich hier gefunden und aufgegessen habe!" Kaum hatte er den Satz zu Ende gesprochen, da öffnete sich direkt ihm gegenüber das Mauerwerk und die Tür  war plötzlich wieder da. Der Mann lief sofort hinaus und erzählte allen, die es hören wollten, sein Erlebnis. Am nächsten Tag ging er von Haus zu Haus und lud das ganze Dorf ein: Sie sollten alle am Abend vor die Kirche kommen. Als die Bewohner am Abend auf dem Kirchplatz erschienen, staunten sie nicht schlecht. Der Mann hatte einen riesigen Berg von Pfannkuchen gebacken und jeder der wollte, durfte soviel davon essen, wie er verdrücken konnte. Natürlich wurde auch dem Heiligen Georg ein großer Stapel Pfannkuchen in die Kirche gestellt. 

Das hat allen so gut gefallen, dass das kleine Dorf auf der Vulkaninsel Santorin seit dieser Zeit jedes Jahr am gleichen Tag das Fest des Heiligen Georg vor den offenen Kirchentüren mit Pfannkuchen feiert.







Montag, 23. März 2015

Zwei Krebse • Vorbild und Tadel • Fabel von Aesop

"Geh doch gerade und vorwärts!" rief einem jungen Krebs seine Mutter zu. "Von Herzen gerne, liebe Mutter", antwortete dieser, "nur möchte ich es dich ebenso machen sehen." Jedoch vergeblich war der Mutter Anstrengung und sichtbar ihre Klügelei und Tadelsucht. 

Gib keine Befehle, die man nicht vollbringen kann, und tadle an andern keine Fehler, die du selbst begehst!







Montag, 2. Februar 2015

Der Dieb und seine Mutter | Rechtschaffenheit | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com

Ein Knabe stahl die Schreibtafel eines Mitschülers und brachte sie seiner Mutter. Diese strafte ihn nicht, sondern billigte stillschweigend seine Tat. 

Mit zunehmenden Jahren vergriff sich der Junge allmählich an immer wertvolleren Dingen. Eines Tages wurde er beim Diebstahl eines sehr teuren Gegenstandes ertappt und zum Tode verurteilt. Als ihm seine Mutter auf dem Weg zur Richtstätte laut klagend folgte, warf er der Bejammernswerten vor: "Warum hast du mich in meiner Jugend nicht zur Rechtschaffenheit erzogen?"

Lehre:
Wehret den Anfängen oder was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!






Sonntag, 11. März 2012

Sag doch, wer ist's | Rätsel von Hieronymus Emser



aventin.blogspot.com

Er trägt eine Königskrone, sagt die Zeit voraus 
und trägt als Kämpfer einen goldenen Sporn.
Sag doch, wer ist's?


Glatt und rund kommt er aus dem Mutterleib hervor, 
ohne Kopf, Glieder und Lebenshauch. 
Sag doch, wer ist's? 

Wenn die Natur ihm dann hold ist, 
bekommt er Empfindung, Seele, Gestalt, 
nimmt teil am Leben und verfällt auch dem Tod. 
Sag doch, wer ist's? 

Bevor er stirbt, wird er mit heiligem Wasser 
entsühnt und schön weiß gemacht; 
dann geht er für uns Arme ins Feuer. 
Sag doch, wer ist's?


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