Posts mit dem Label Prinz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Prinz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 31. Mai 2016

Der Prinz | Das Leben ein Traum | Märchen von Bertolt Brecht


Es war einmal ein Prinz, weit drüben im Märchenland. Weil der nur ein Träumer war, liebte er es sehr, auf einer Wiese nahe dem Schloss zu liegen und träumend in den blauen Himmel zu starren. Denn auf dieser Wiese blühten die Blumen viel größer und schöner wie sonstwo. Und der Prinz träumte von weißen, weißen Schlössern und hohen Spiegelfenstern und leuchtenden Söllern.

Es geschah aber, dass der alte König starb. Nun wurde der Prinz sein Nachfolger. Und der neue König stand nun oft auf den Söllern von weißen, weißen Schlössern mit hohen Spiegelfenstern. Und träumte von einer kleinen Wiese, wo die Blumen größer und schöner blühen denn sonstwo.





Montag, 9. Mai 2016

Das Geschenk der Feen | Fabel von Gotthold Ephraim Lessing


Zu der Wiege eines jungen Prinzen, der in der Folge einer der größten Regenten seines Landes ward, traten zwei wohltätige Feen. "Ich schenke diesem meinem Liebling", sagte die eine, "den scharfsichtigen Blick des Adlers, dem in seinem weiten Reich auch die kleinste Mücke nicht entgeht."

"Das Geschenk ist schön", unterbrach sie die zweite Fee. "Der Prinz wird ein einsichtsvoller Monarch werden. Aber der Adler besitzt nicht allein Scharfsichtigkeit, die kleinsten Mücken zu bemerken, er besitzt auch eine edle Verachtung, ihnen nicht nachzujagen. Und diese nehme der Prinz von mir zum Geschenk!"

"Ich danke dir, Schwester, für diese weise Einschränkung", versetzte die erste Fee. "Es ist wahr; viele würden weit größere Könige gewesen sein, wenn sie sich weniger mit ihrem durchdringenden Verstand bis zu den kleinsten Angelegenheiten hätten erniedrigen wollen."





Montag, 23. April 2012

Prinz Eugen, der edle Ritter | Ballade von Ferdinand Freiligrath

aventin.blogspot.com

Zelte, Posten, Werda-Rufer! Lustge Nacht am Donauufer! Pferde stehn im Kreis herum angebunden an den Pflöcken. An den engen Sattelböcken hangen Karabiner schwer. Um das Feuer auf der Erde, vor den Hufen seiner Pferde, liegt das östreichsche Pikett. 

Auf dem Mantel liegt ein jeder, von den Tschakos weht die Feder. Leutnant würfelt und Kornett. Neben seinem müden Schecken ruht auf einer wollnen Decken der Trompeter ganz allein: „Lasst die Knöchel, lasst die Karten! Kaiserliche Feldstandarten wird ein Reiterlied erfreun!

Vor acht Tagen die Affäre hab ich, zu Nutz dem ganzen Heere, in gehörgen Reim gebracht; selber auch gesetzt die Noten; drum, ihr Weißen und ihr Roten, merket auf und gebet acht!“

Und er singt die neue Weise einmal, zweimal, dreimal leise denen Reitersleuten vor; und wie er zum letzten Male endet, bricht mit einem Male los der volle kräftge Chor:

„Prinz Eugen, der edle Ritter!“ Hei, das klang wie Ungewitter weit ins Türkenlager hin. Der Trompeter tät den Schnurrbart streichen und sich auf die Seite schleichen zu der Marketenderin.






LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...