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Dienstag, 6. August 2019

Burg Haltenberg

Burg Haltenberg

Ehemalige Sommerresidenz – Jagdschloss in Bayern





Sonntag, 21. Juli 2019

Schloss Stenico | Trient

Schloss Stenico | Trient

Reise nach Südtirol


Dienstag, 31. Mai 2016

Der Prinz | Das Leben ein Traum | Märchen von Bertolt Brecht


Es war einmal ein Prinz, weit drüben im Märchenland. Weil der nur ein Träumer war, liebte er es sehr, auf einer Wiese nahe dem Schloss zu liegen und träumend in den blauen Himmel zu starren. Denn auf dieser Wiese blühten die Blumen viel größer und schöner wie sonstwo. Und der Prinz träumte von weißen, weißen Schlössern und hohen Spiegelfenstern und leuchtenden Söllern.

Es geschah aber, dass der alte König starb. Nun wurde der Prinz sein Nachfolger. Und der neue König stand nun oft auf den Söllern von weißen, weißen Schlössern mit hohen Spiegelfenstern. Und träumte von einer kleinen Wiese, wo die Blumen größer und schöner blühen denn sonstwo.





Dienstag, 10. Mai 2016

Jorinde und Joringel | Märchen der Gebrüder Grimm


Es war einmal ein altes Schloss mitten in einem großen dicken Wald, drin wohnte eine alte Frau ganz allein, das war eine Erzzauberin. Am Tage machte sie sich zur Katze oder zur Nachteule, des Abends aber wurde sie wieder ordentlich wie ein Mensch gestaltet. Sie konnte das Wild und die Vögel herbeilocken, und dann schlachtete sie, kochte und briet es. Wenn jemand auf hundert Schritte dem Schloss nahe kam, so musste er stille stehen und konnte sich nicht von der Stelle bewegen, bis sie ihn lossprach; wenn aber eine keusche Jungfrau in diesen Kreis kam, so verwandelte sie dieselbe in einen Vogel und sperrte sie dann in einen Korb ein und trug den Korb in eine Kammer des Schlosses. Sie hatte wohl siebentausend solcher Körbe mit so raren Vögeln im Schloss.

Nun war einmal eine Jungfrau, die hieß Jorinde; sie war schöner als alle andere Mädchen. Die und ein gar schöner Jüngling namens Joringel hatten sich zusammen versprochen. Sie waren in den Brauttagen, und sie hatten ihr größtes Vergnügen eins am andern. Damit sie nun vertraut zusammen reden könnten, gingen sie im Wald spazieren. »Hüte dich«, sagte Joringel, »dass du nicht so nahe ans Schloss kommst« Es war ein schöner Abend, die Sonne schien zwischen den Stämmen der Bäume hell ins dunkle Grün des Waldes, und die Turteltaube sang auf den alten Maibuchen. Jorinde und Joringel setzten sich hin im Sonnenschein, sie sahen sich um, waren verirrt und wussten nicht, wie sie nach Hause gehen sollten. Noch halb stand die Sonne über dem Berg, und halb war sie unter. Joringel sah durchs Gebüsch und sah die alte Mauer des Schlosses nah bei sich; er erschrak und wurde todbang.

Joringel sah nach Jorinde. Aber Jorinde war in eine Nachtigall verwandelt, die sang 'zicküth, zicküth'. Joringel konnte sich nicht regen – er stand da wie ein Stein, konnte nicht weinen, nicht reden. Nun war die Sonne unter; eine Eule flog in einen Strauch, und gleich darauf kam eine alte krumme Frau aus diesem hervor. Sie murmelte, fing die Nachtigall und trug sie auf der Hand fort. Joringel konnte nichts sagen, nicht von der Stelle kommen; die Nachtigall war fort. Endlich kam die Frau wieder und da wurde Joringel wieder los. Er fiel vor der Frau auf die Knie und bat, sie möchte ihm seine Jorinde wiedergeben, aber sie sagte, er sollte sie nie wiederhaben.

Joringel ging fort und kam endlich in ein fremdes Dorf; da hütete er die Schafe sieben Jahre lang. Endlich träumte er einmal des Nachts, er fände eine blutrote Blume, in deren Mitte eine schöne große Perle war. Die Blume brach er ab, ging damit zum Schloss: alles, was er mit der Blume berührte, ward von der Zauberei frei; auch träumte er, er hätte seine Jorinde dadurch wiederbekommen. Des Morgens, als er erwachte, fing er an, durch Berg und Tal zu suchen, ob er eine solche Blume fände; er suchte bis an den siebten Tag, da fand er die blutrote Blume im Morgenrot. In der Mitte war ein großer Tautropfen, so groß wie die schönste Perle. 

Diese Blume trug er Tag und Nacht bis zum Schloss. Joringel berührte die Pforte mit der Blume, und sie sprang auf. Er ging hinein, durch den Hof, horchte, wo er die vielen Vögel vernahm; Er ging und fand den Saal, darin war die Zauberin und fütterte die Vögel in den siebentausend Körben. Wie sie den Joringel sah, ward sie sehr böse, spie Gift und Galle gegen ihn aus, aber sie konnte nicht an ihn kommen. Er besah die Körbe mit den Vögeln; da waren aber viele hundert Nachtigallen, wie sollte er nun seine Jorinde wiederfinden? Indem er so zusah, merkte er, dass die Alte heimlich ein Körbchen mit einem Vogel wegnahm und damit nach der Tür ging. Flugs sprang er hinzu, berührte das Körbchen mit der Blume und auch die Zauberin – nun konnte sie nichts mehr zaubern, und Jorinde stand da, hatte ihn um den Hals gefasst, so schön, wie sie ehemals war. Da machte er auch alle die andern Vögel wieder zu Jungfrauen und ging mit seiner Jorinde nach Hause, und sie lebten lange vergnügt zusammen.







Dienstag, 3. November 2015

Der Schatz von Schwerte • Sage aus Deutschland

Auf dem Weidenhof bei Schwerte liegt schon seit undenklichen Zeiten ein reicher Schatz vergraben, von dem man aber nichts anders weiß, als dass eine verwünschte Jungfrau ihn bewachen muss. 

Als im dreißigjährigen Krieg viele Soldaten in der Stadt lagen, gingen einst zwei von diesen des Abends in ein Wirtshaus, welches da stand, wo jetzt die Schwerter Mühle liegt. Gegen Mitternacht kehrten sie in ihr Quartier zurück. Ihr Weg führte sie über den Weidenhof. Als sie auf diesem ankamen, sahen sie plötzlich eine weiße Jungfrau vor sich stehen, worüber sie sehr erschrocken waren und zunächst davon laufen wollten. Aber die Jungfrau rief einen von ihnen beim Namen. Da fasste sich dieser ein Herz und fragte sie: "Was tust du hier?" Worauf sie antwortete: "Ich bewache hier einen Schatz," und sie fügte hinzu, dass der Soldat den Schatz haben solle, wenn er sie erlöse. Er solle die darauf folgende Nacht in derselben Stunde wiederkommen, aber allein. Darauf verschwand sie. Der Soldat aber fürchtete sich und kam in der folgenden Nacht nicht wieder. 

Nicht lange danach wurde ein Schwerter Bürger auf die gleiche Weise von der Jungfrau angeredet. Dieser versprach wiederzukommen und er hielt sein Wort. In der darauf folgenden Nacht sagte die Jungfrau zu ihm: "Fang da an zu graben!" Er aber entgegnete ihr: "Grabe du selbst!" Sie tat dies und grub in der Erde ein glänzendes Schloss aus. Dies gehörte zu einer Kellertür, die sich darauf hin wie von selbst öffnete. Der Mann ging hinein und sah nichts als Gold und Silber. Da packte er alle seine Taschen voll. Die Jungfrau aber rief ihm zu: "Vergiss das Beste nicht!" Er meinte, er solle bloß das Gold nehmen und das Silber liegen lassen, und daher griff er nur nach dem Gold, trat dann voll beladen wieder heraus und --- die Kellertür schlug hinter ihm krachend wieder zu. Seufzend sprach die Jungfrau: "Hättest du auch den Schlüssel mitgenommen, so wäre ich jetzt erlöst und du der reichste Mann auf Erden!" Mit diesen Worten verschwand sie. Schloss und Kellertür hat man nie mehr wiedergefunden. Die Jungfrau aber soll noch oft um Mitternacht dort herum gehen und seufzen, weinen und wehklagen.








Dienstag, 27. Oktober 2015

Der König von Thule • Gedicht • Johann Wolfgang Goethe


Es war ein König in Thule
Gar treu bis an das Grab,
dem sterbend seine Buhle
Einen goldenen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert' ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
Sooft er trank daraus.

Und als er kam zu sterben
Zählt er seine Städt' im Reich,
Gönnt' alles seinen Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale,
Dort auf dem Schloss im Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut,
Und warf den heiligen Becher
Hinunter in die Flut.

Es sah ihn stürzen, trinken
Und sinken, tief ins Meer
Die Augen täten ihm sinken;
Trank nie einen Tropfen mehr. 






Freitag, 5. Juni 2015

Schloss Blutenburg bei München Obermenzing


Das ehemalige Jagdschloss Blutenburg, ein spätgotisches Bauwerk, liegt im Westen von München. Das Schloss selbst geht auf eine Wasserburg des 13. Jahrhunderts zurück. Kern dieser ehemaligen Burg war ein Wohnturm, dessen Reste 1981 zum Teil freigelegt wurden. Die Anlage wird Anno Domini 1432 erstmals schriftlich erwähnt. Herzog Albrecht III. ließ die Anlage 1440 zu einem Landsitz umbauen. Möglicherweise wurde der Ausbau auch durch seine Beziehung zu der Baderstochter Agnes Bernauer veranlasst. Nach deren Ermordung, Agnes Bernauer wurde am 12. Oktober 1435 bei Straubing in der Donau ertränkt, bewohnte der Herzog die Blutenburg mit seiner zweiten Gattin Anna von Braunschweig.







Samstag, 22. September 2012

Weinlese vor Schloß Saumur | Kalenderblatt September

aventin.blogspot.com

Ein Kalenderblatt aus dem unvergleichlichen Stundenbuch des Herzogs von Berry. Ein Stück porträtierter Landschaft, die Verdute eines der herzoglichen Schlösser, mit spürbar echter Stimmung und Beleuchtung. 

Thema des Monats September ist die Weinlese vor Schloss Saumur. Die Turmspitzen mit ihren hohen Windfahnen, die Lilienornamente auf den Zinnen, die zwanzig schlanken Schornsteine, das blüht alles wie ein wildes Beet hoher weißer Blumen in der dunkelblauen Luft. Das Blatt, das eine unglaubliche Beobachtung und Genauigkeit verrät, stammt nur in der oberen Hälfte von den drei Brüdern aus Limburg, der untere Teil ist später  entstanden, fügt sich aber der Atmosphäre des Ganzen glücklich ein.

Dass diese paradiesische Welt, vom Schloss her gesehen, auch ihre Schatten hat, beschreibt Ulrich von Hutten in einem Brief an seinen Freund Pirkheimer: "Und welch ein Lärm! Da blöken die Schafe, brüllt das Rind, bellen die Hunde, auf dem Feld schreien die Arbeiter, die Wagen und Karren knarren, und bei uns zu Hause, die wir nahe an den Wäldern wohnen, hört man auch die Wölfe heulen. Jeden Tag kümmert und sorgt man sich um den folgenden, immer ist man in Bewegung, immer in Unruhe. Da müssen die Äcker umgegraben und wieder umgegraben werden, ist in den Weinbergen zu arbeiten, Bäume muss man setzen, Wiesen bewässern, Schollen brechen, säen, düngen, das Getreide schneiden, dreschen, nun ist die Zeit der Ernte, nun die Weinlese. Ist es dann ein schlechtes Jahr, dann herrscht oft furchtbare Not, furchtbare Armut. Da gibt es dann nichts, was einen nicht zu jeder Stunde aufregt, verwirrt, ängstigt und zermürbt." (Aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry)






Freitag, 27. April 2012

Das Mädchen und der Klopfgeist | Novelle von Goethe


aventin.blogspot.com

Bei einem wackeren Edelmann, meinem Freunde, der ein altes Schloss mit einer großen Familie bewohnte, war eine Waise erzogen worden, die, als sie herangewachsen und vierzehn Jahre alt war, meist um die Dame vom Hause sich beschäftigte und die nächsten Dienste ihrer Person verrichtete. Man war mit ihr wohl zufrieden, und sie schien nichts weiter zu wünschen, als durch Aufmerksamkeit und Treue ihren Wohltätern dankbar zu sein. Sie war gebildet, und es fanden sich einige Freier um sie ein. Man glaubte nicht, dass eine dieser Verbindungen zu ihrem Glück gereichen würde, und sie zeigte auch nicht das mindeste Verlangen ihren Zustand zu ändern. 

Auf einmal begab es sich, dass man, wenn das Mädchen in dem Hause geschäftlich herum ging, unter ihr, hier und da, pochen hörte. Anfangs schien es zufällig, aber da das Klopfen nicht aufhörte und beinahe jeden ihrer Schritte bezeichnete, ward sie ängstlich und traute sich kaum aus dem Zimmer der gnädigen Frau heraus zu gehen, als in welchem sie allein Ruhe hatte. 

Dieses Pochen ward von jedermann vernommen, der mit ihr ging oder nicht weit von ihr stand. Anfangs scherzte man darüber, endlich aber fing die Sache an unangenehm zu werden. Der Herr vom Hause, der von einem lebhaften Geist war, untersuchte nun selbst die Umstände. Man hörte das Pochen nicht eher, als bis das Mädchen ging, und nicht sowohl indem sie den Fuß aufsetzte, als indem sie ihn zum Weiterschreiten aufhob. Doch fielen die Schläge manchmal unregelmäßig, und besonders waren sie sehr stark, wenn sie quer über einen großen Saal den Weg nahm. 

Der Hausvater hatte eines Tages Handwerksleute in der Nähe und ließ, da das Pochen am heftigsten war, gleich hinter ihr einige Dielen aufreißen. Es fand sich nichts, außer dass bei dieser Gelegenheit ein paar große Ratten zum Vorschein kamen, deren Jagd viel Lärm im Hause verursachte. 

Entrüstet über diese Begebenheit und Verwirrung griff der Hausherr zu einem strengen Mittel, nahm seine größte Hetzpeitsche von der Wand und schwor, dass er das Mädchen bis auf den Tod prügeln wolle, wenn sich noch ein einziges Mal das Pochen hören ließe. Von der Zeit an ging sie ohne Anfechtung im ganzen Hause herum, und man vernahm von dem Pochen nichts mehr weiter