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Montag, 19. März 2018

Der überlistete Teufel Sage aus Soest

Der überlistete Teufel Sage aus Soest:

Der überlistete Teufel | Sage aus Soest - In Soest lebte ein Schuster, ein armer Tropf zwar, aber ein Kerl, der nicht auf den Kopf gefallen war. Obwohl er sein Handwerk verstand wie nur wenige in der Stadt, gelang es ihm nicht, auf einen grünen Zweig zu kommen.


Montag, 25. April 2016

Gans bleibt Gans | Mehr scheinen wollen als sein | Fabel von Lessing


Die Federn einer Gans waren so schön weiß, dass sie den neugeborenen Schnee beschämten. Stolz auf dieses blendende Geschenk der Natur, glaubte sie daher, eher zu einem Schwan als zu dem, was sie war, geboren zu sein. 

So sonderte sie sich von ihresgleichen ab und schwamm einsam und majestätisch  auf dem Teich herum. Bald dehnte sie ihren Hals, dessen verräterischer Kürze sie mit aller Macht abhelfen wollte. Bald suchte sie ihm die prächtige Biegung zu geben, in welcher der Schwan das würdigste Ansehen eines Vogels des Apollo hat. Doch vergebens; ihr Hals war zu kurz und zu steif, und mit aller ihrer Bemühung brachte sie es nicht weiter, als dass sie doch nur eine ganz normale Gans blieb, ohne ein Schwan zu werden. 

Lehre:
Schuster bleib bei deinen Leisten!






Mittwoch, 23. Dezember 2015

Ein Weihnachtslicht für Alle ⋅ Münchner Frauenturmbeleuchtung


Wer sich vor über fünfzig Jahren während der Adventszeit der Stadt München näherte, konnte etwas entdecken, was es vorher noch nicht gegeben hatte: Hoch über den Dächern der Altstadt erstrahlten die Fenster der beiden Frauentürme in heimeligem Licht und verliehen der nächtlichen Stadtsilhouette einen beinahe biedermeierlichen Reiz.

Nur wenige Eingeweihte mussten, dass die Idee und Durchführung dieser Festbeleuchtung allein der Initiative eines einzelnen Münchner Bürgers zu verdanken war.

Man ist es ja gewohnt, dass Künstler immer ihre eigenwilligen Vorstellungen verwirklichen wollen. Als aber der Schwabinger Holzbildhauer Albin Schuster die dafür zuständigen Stellen für seinen Frauenturmplan gewinnen wollte, hielt man diesen für absolut absurd und undurchführbar. Nicht von ungefähr bedurfte es deshalb einer unerschütterlichen Überzeugungskraft, bis die kirchlichen und behördlichen Bedenken zerstreut und der Initiator mit Hilfe eines sachkundigen Freundes endlich ans Werk gehen konnte. Es ist nicht zuviel gesagt, dass dieses Unternehmen, von dem nur ein kleiner Kreis erfuhr, einer Pioniertat gleichkam. Denn vor allem der Aufstieg im liftlosen nördlichen Turm brachte nicht geahnte technische Probleme mit sich. Doch dies war für die beiden damals 70jährigen Männer, die mit jugendlichem Elan und ganz erfüllt von ihrem Vorhaben ans Werk gingen, kein Grund, zu resignieren. 

Ab dem Jahr 1974 gelang es somit den beiden, die Frauenturmfenster bereits zur Vorweihnachtszeit als ein Zeichen der adventlichen Hoffnung und der frohen Botschaft zum Leuchten zu bringen und sich, aber auch allen, die in diesen Wochen durch die nächtlichen Straßen und über den Kripperlmarkt gingen, eine besondere Weihnachtsstimmung zu vermitteln.





Donnerstag, 14. Mai 2015

Der überlistete Teufel • Sage aus Deutschland

In Soest lebte ein Schuster, ein armer Tropf zwar, aber ein Kerl, der nicht auf den Kopf gefallen war. Obwohl er sein Handwerk verstand wie nur wenige in der Stadt, gelang es ihm nicht, auf einen grünen Zweig zu kommen. Er wusste kaum noch das Leder zu bezahlen, und schon lange war Schmalhans Küchenmeister im Hause und setzte den Kindern ein dünnes Süppchen auf den Tisch. 

Eines Abends hatte der Meister wiederum bis Mitternacht den Pechdraht gezogen bis ihm die Arme lahm waren. Er saß auf dem Schemel und sann über sein Elend nach. Und wie es so geht, wenn einem Menschen die Verzweiflung ankommt, ohne es recht zu bedenken, sagte er vor sich hin: "Geld muss mir her, und wenn es vom Teufel kommt." 

Er hatte wohl selbst nicht geglaubt, dass ein solches Wort Wahrheit werden könnte. Als er aufblickte, stand wirklich der Belzebub vor ihm, aber bekleidet wie ein vornehmer Herr im Wams mit Silberknöpfen und Schuhen mit kostbaren Spangen, begrüßte ihn lächelnd, tat, als sähe er das Erschrecken des Meisters gar nicht und sprach: "Ihr habt von mir gesprochen, und nun bin ich da. Das Geld, das ihr begehrt, habe ich gleich mitgebracht, erst in zehn Jahren muss ich es zurückhaben." Dabei stellte er ein Maß auf den Tisch, das bis über den Rand hinaus mit blanken Goldstücken gefüllt war. "Nehmt das", sagte er, "und wenn ihr es mir zurückgebt, braucht es nicht gerade so gehäuft zu sein wie jetzt, sondern nur gestrichen voll. Ich will nicht so genau rechnen, weil ihr mir in eurem Jammer leid tut. Und nun unterschreibt mir den Vertrag." 

Der Schuster wollte wohl oder übel schon die Feder nehmen, die er ihm hinhielt. Da aber schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf, und den sprach er auch aus. "Darf ich euch das Geld auch schon früher zurückgeben?" fragte er. "Das dürft ihr zu jeder Zeit, Meister. Aber in zehn Jahren muss ich es bestimmt wieder haben, sonst gehört mir eure Seele." Damit schob der Teufel ihm das Maß mit dem Gold zu. Der Meister aber fuhr mit seiner großen Hand darüber hin und wischte alle Stücke, die über den Rand quollen, weg, so dass sie auf den Tisch fielen, strich sie zusammen, steckte sie zu sich und gab dem Teufel das Maß selber zurück. "Hier", sagte er, "ich bedanke mich auch schön. Das brauche ich nicht mehr. Ich habe an dem, was Ihr nicht wiederhaben wolltet, genug", und er klopfte auf seine Tasche. 

So war denn der Teufel in Soest an einen geraten, der klüger war als er selber. Es blieb ihm nach seinen Worten nichts anders übrig, als zu gehen, woher er gekommen war. Dem Meister aber, der sich so klug wie bescheiden gezeigt hatte, war das Glück wieder hold und verhalf ihm zu dem alten Wohlstand.






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