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Freitag, 22. Januar 2016

Griechische Personifikationen der Gerechtigkeit ⋅ Dike, Nemesis und Themis

Dike (griechisch Δίκη, „Gerechtigkeit“) ist in der griechischen Mythologie eine der Horen, eine von drei Personifikationen der Gerechtigkeit. Ihre Eltern sind Zeus und Themis, ihre Schwestern sind Eunomia („gute Ordnung“) und Eirene („Frieden“). Dike steht für die strafende Gerechtigkeit.


Nemesis (griechisch Νέμεσις „Zuteilung (des Gebührenden)“) steht in der griechischen Mythologie für die ausgleichende Gerechtigkeit (Göttin des „gerechten Zorns“). Nemesis bestraft vor allem die menschliche Selbstüberschätzung (Hybris) und die Missachtung von Themis, des göttlichen Rechts und der Sittlichkeit.


Themis (griechisch Θέμις), Tochter des Uranos und der Gaia, gehört zum Göttergeschlecht der Titanen und steht für die oberste Gerechtigkeit, Ordnung, Sittlichkeit und Philosophie. Sie war – nach Metis – die zweite Gattin des Zeus, der mit ihr die Horen (Göttinnen, die das geregelte Leben überwachten) und Moiren (Dreiergruppe von Schicksalsgöttinnen) zeugte. Nach Gaia war sie die zweite Schutzherrin des Orakels von Delphi. Themis kannte die Zukunft und besaß ein Wissen um Dinge, das selbst dasjenige des Zeus überstieg. In bildlicher Darstellung erkennt man sie mit erhobener Waage, während Dike und Nemesis (Göttinnen der strafenden und der ausgleichenden Gerechtigkeit) mit erhobenem Schwert dargestellt werden. 






Sonntag, 28. Juni 2015

Nibelungen Sage 1/28 | Wie Siegfried sein Schwert schmiedete


Vor Zeiten erhob sich zu Xanten am Niederrhein eine starke Burg mit festen Ringmauern und trutzigen Türmen. Dort herrschten über die Niederlande König Siegmund und Königin Sieglinde, und dort wuchs, blühend vor Jugend und Kraft, Jung-Siegfried, ihr Sohn heran. Die Eltern hüteten ihn als ihren Stolz, aber schon früh stand sein Sinn nach Taten und Abenteuern draußen in der Welt. Als er eben dem Knabenalter entwachsen war, hielt es ihn nicht mehr daheim hinter den engen Mauern, und Tag für Tag bestürmte er den Vater, ihn ziehen zu lassen. Der gab endlich dem ungestümen Drängen nach, und jubelnd nahm Siegfried Abschied von den Seinen.

Wie er nun seines Weges dahin wanderte, der lockenden blauen Ferne entgegen, sprengten Ritter in reisiger Wehr, mit Lanzen und blitzenden Schwertern, an ihm vorüber. Da strahlten seine Augen, und mit festem Griff umschloss er den Stecken, den er in der Hand trug. Was gab es Herrlicheres in der Welt als ritterliche Wehr und Waffen!

Gegen Abend kam er in einen Wald, und da lag dicht am Wege eine Schmiede. Roter Feuerschein sprang um die dunklen Stämme, und hell erklang weithin der Schlag der Hämmer. Im rußigen Schurzfell stand der Meister am Amboß und ließ die Funken aus weißglühendem Eisen sprühen. Geschäftig werkten die Gesellen am Blasebalg.

Siegfried trat heran und bot seinen Gruß, und klopfenden Herzens fügte er hinzu: "Nehmt mich als Lehrling an, Meister, und lehrt mich die Kunst, tüchtige und scharfe Schwerter zu schmieden!" In der Kraft seiner Jugend stand er vor dem Schmied, und der nickte ohne Zögern Gewähr: "Nur heran, junger Mann! Starke und geschickte Arme gibt es in einer Schmiede nie genug." 

So blieb Siegfried im Walde bei Meister Mime und seinen schwarzen Gesellen. Er lernte die Glut in der Esse schüren und das Eisen mit wuchtigen Hammerschlägen strecken. Und eines Morgens in aller Frühe trat er an den Amboß, um sich ein ritterliches Schwert zu schmieden. So gewaltig schlug er mit dem schwersten Hammer zu, dass das rote Eisen in Stücke sprang und der Amboß tief in den Grund fuhr. Aber aus der letzten Eisenstange wurde ein Schwert, lang und breit und mit scharfer Schneide. Das reckte er hoch empor: "Nun bin ich ein Ritter wie die Mannen meines Vaters, die zu Kampf und Sieg ausziehen!"







Samstag, 27. Juni 2015

Nibelungen Sage 2/28 | Wie Siegfried den Drachen erschlug


Als die Hammerschläge Siegfrieds durch den Wald dröhnten, war Meister Mime erschrocken herbeigestürzt. Mit Ingrimm nahm er wahr, welche Zerstörung in der Schmiede angerichtet war, und der Zorn übermannte ihn, dass er die Hand gegen den eigenmächtigen Lehrbuben hob. Aber da lag er gleich selbst am Boden, und als die Gesellen ihm zu Hilfe eilen wollten, taten Siegfrieds Fäuste so rasche und tüchtige Arbeit, dass sie alle, zerzaust und zerrupft, in ihrer Not in den Wald entsprangen.

Nun stand es bei Meister Mime fest, dass der ungeschlachte Geselle wegmusste aus der Schmiede. Nachdenklich zog er den Bart durch die Finger und überlegte hin und her, doch guter Rat war hier teuer: ein zweites Mal wollte er die eisernen Fäuste des Jungen nicht verspüren. Da schoss ihm plötzlich der Gedanke durch den Kopf, dass unweit der Schmiede in einem Waldtale bei einer Linde ein greulicher Drache hauste, ein Untier, dass Feuer aus seinem gewaltigen Rachen schnob und dessen fürchterlichen Krallen noch niemand lebend entkommen war. Schon der Blick seiner tückischen Augen lähmte den mutigsten Mann, und wenn die Reihen der dolchspitzen Zähne sich auftaten, blieb dem Unglücklichen nicht einmal mehr Zeit für ein letztes Stoßgebet.

So musste es gehen! Mit listigem Lächeln wandte der Schmied sich an Siegfried und deutete auf einen leeren Sack: "Wir haben keine Kohlen mehr. Sei so gut und hole uns einen Sack voll beim Köhler!" Und er beschrieb ihm den Weg dorthin aufs genaueste - es war dies aber der Weg, der in das Drachental führte. 

Siegfried warf den Sack auf die Schulter und schritt wohlgemut auf grasigem Pfad unter den hohen Kronen der Waldbäume dahin, bis er in das verrufenen Tal kam. Dort sprudelte am Hang unterhalb einer uralten Linde ein Quell aus dem Gestein, und Siegfried beugte sich  nieder, um einen kühlen Trunk zu tun. Da vernahm er plötzlich  ein zischendes Fauchen, und wie glühender Feuerhauch strich es über ihn hinweg. Der Drache war aus seiner Höhle im Geklüft hervorgeschossen und wand seinen Schuppenleib auf den Quell zu. Rot züngelte es aus dem grässlichen Rachen, und giftiger Atem stieß  weithin aus den Nüstern. 

Furchtlos sprang Siegfried mit dem Schwert den Unhold an. Aber so dicht seine Hiebe fielen, sie schnitten nicht durch den hörnernen Drachenpanzer, der hart war wie Stahl. Wohl sprühten Funken aus dem Schwert, wohl schnaubte und brüllte das Ungetüm vor Schmerz und Wut, doch kein Streich traf ins Leben. Schon spürte Siegfried, wie der Feuerhauch ihn sengte, schon schnappte der furchtbare Rachen nach ihm, da warf er das Schwert beiseite, riss einen Baum aus der Erde und stürzte ihn über den Lindwurm, dessen Schwanz sich sogleich in dem Geäst verfing. Wütend suchte der Drache sich freizumachen, doch Siegfried schleuderte Baum auf Baum über den Schuppenpanzer, bis er mit Astwerk und Gezweig gänzlich bedeckt war. Und so glühend war der Atem, der aus dem Rachen des Untiers fuhr, dass die Bäume Feuer fingen und die Flammen bald wie aus einer lodernden Esse aufschlugen. Vergebens suchte der Lindwurm die feurige Last abzuschütteln, vergebens krümmte und bäumte er sich in Todesnot, Siegfried rammte ihm von unten, wo kein Hornpanzer Schutz gab, das Schwert in den Leib und traf mit tödlichem Stoß das Herz. 

Ein heißer roter Strahl sprang aus der Wunde gegen Siegfrieds Hand. Da hob er die Finger an den Mund, um die gebrannte Stelle zu kühlen, und plötzlich verstand er die Sprache der Vögel, die über ihm in der Linde zwitscherten. "Seht, wie der Hornpanzer des Lindwurms im Feuer schmilzt!" ließ sich einer vernehmen, und ein zweiter antwortete: "Wer sich darin badet, der ist gefeit gegen Schwert und Lanze und Dolch, kein Eisen schneidet ihm eine Wunde."

Da warf Siegfried die Kleider ab und badete sich in dem heißen Strom, der zwischen den glühenden Stämmen hervorquoll. Von nun an trug er am ganzen Körper eine Hornhaut, die so fest war wie der Drachenpanzer. Nur eine einzige Stelle auf dem Rücken zwischen den Schultern blieb ungeschützt. Dorthin war nämlich ein Lindenblatt gefallen und hatte den Hornfluß abgehalten. 





Mittwoch, 17. Juni 2015

Nibelungen Sage 12/28 | Wie Siegfried verraten wurde


Die Schmach, die Kriemhild ihr angetan hatte, brannte in Brunhilds Herzen. Weinend saß sie den ganzen Tag in ihrer Kemenate und sann auf Rache. Da ging Hagen zu ihr und fragte nach der Ursache ihres Kummers. Sie verbarg ihm ihre Gedanken und Wünsche nicht, und Hagen nahm ihre Hand: "Ich gelobe es Euch mit meinem Wort, Herrin, dass Siegfried für seine Freveltat büßen soll. Niemand wird mich wieder fröhlich sehen, ehe dieser Schwur eingelöst ist."

Auch Gernot und Ortwin, die unterdessen hinzugekommen waren, stimmten für Siegfrieds Tod. Giselher aber, der den beiden folgte, riet ab von solcher Tat: "Warum wollt ihr Siegfried ans Leben? Er verdient nicht unseren Hass. Frauen streiten oft um nichtige Dinge." Doch Hagen widersprach ihm in seinem starren Sinn: "Lieber will ich sterben, als dass diese Schande ungerächt bleibt."

König Gunther hielt sich vorerst zurück, als er von des Tronjers Absicht hörte. "Weshalb sollte ich Hass hegen gegen Siegfried?" sagte er. "Er war uns stets ein treuer Freund, und wir haben nur Liebes und Gutes von ihm erfahren. Sein Tod ist für uns kein Gewinn." Aber Hagen ließ nicht ab, auf seinen Herrn einzureden. "Denkt daran, wie viele Länder Euer eigen sind, wenn Siegfried nicht mehr lebt!" Mit solchen Worten brachte er Gunther schließlich dahin, dass er einwilligte in die Ermordung des Helden. Der Tronjer hatte auch schon einen tückischen Plan bereit: "Wir lassen Boten kommen, die uns zum Schein Krieg ansagen. Ihr bietet dann sogleich  Euren Heerbann auf, und Siegfried wird nicht zögern, mit in den Kampf zu ziehen. Ich aber werde Kriemhild das Geheimnis entlocken, wo ihr Mann verwundbar ist, und dann geht es ihm ans Leben."

So wurde es beschlossen, und so geschah es bald. Zweiunddreißig Boten erschienen eines Morgens bei Hof und sagten den Burgunden Fehde an. "Lüdeger und Lüdegast", erklärten sie Gunther, "ziehen mit gewaltiger Heeresmacht heran, um Vergeltung zu üben für das, was Ihr ihnen einst angetan habt."

Gunther zeigte sich bestürzt und zog die Freunde zu Rate. Siegfried aber trat hinzu und fragte: "Weshalb diese besorgten Mienen, König Gunther? Sinnt jemand Böses gegen Euch, so seid meiner Hilfe versichert." Da berichteten der König, Lüdeger und Lüdegast wollten das Burgundenland wieder mit Krieg überziehen, und sofort bot Siegfried ihm an: "Lasst mich mit meinen Mannen gegen sie reiten und ihnen Land und Burgen verheeren, wie es vormals geschah. Ihr aber mögt bis zur Grenze mitziehen, um Eure Mark zu schützen."

Gunther heuchelte Dank und verneigte sich tief vor Siegfried. Der aber ließ gleich seine Schar, Mann und Ross, zur Heerfahrt rüsten. Auch die Burgunden waffneten sich, und Hagen ging zur Kriemhild, als wollte er Abschied nehmen vor ihr. Er traf sie in großer Sorge um Siegfried an. "Wäre er nicht so ungestüm im Kampf", klagte sie dem Tronjer, "dann wäre mir leichter ums Herz. Du bist mein Verwandter, ich empfehle ihn deiner Treue und deinem Schutz."

"Welchen Schutz sollte Siegfried brauchen?" entgegnete Hagen. "Kein Schwert und kein Speer kann ihm doch etwas anhaben, das ist jedermann bekannt." Da gab Kriemhild im Glauben an Hagens Treue das Geheimnis preis: "Als Siegfried sich im Blut des Drachen badete, fiel ihm ein Lindenblatt zwischen die Schultern, und an dieser einzigen Stelle ist er verwundbar, dort musst du ihn schützen."

"Gern", versprach Hagen mit falschem Sinn, "wenn Ihr mir die Stelle durch ein Zeichen kenntlich macht." --- "So will ich mit Seide ein Kreuzchen auf sein Gewand nähen", erbot sich Kriemhild, "das zeigt dir die Stelle an, die des Schutzes bedarf."

Besser hätte Hagens tückische List nicht gelingen können. Wohlgemut ging er zu Gunther und sagte: "Von Kriemhild habe ich verfahren, was ich wissen wollte. Auf den Kriegszug können wir nun verzichten; ich rate Euch, statt dessen eine Jagd anzusagen."

Der König war damit einverstanden, und kaum war Siegfried, Kriemhilds Kreuz an der Schulter, am nächsten Morgen zur Heerfahrt ausgeritten, da ließ Hagen ihm Boten nacheilen und ausrichten: "Lüdeger und Lüdegast haben die Fehde abgesagt, sie wollen Frieden halten mit den Burgunden."

Ungern vernahm Siegfried diese Kunde und wandte sich mit seinen Recken zurück zum Rhein. Gunther empfing ihn mit heuchlerischem Dank: "Gott lohne es Euch, Herr Siegfried, dass Ihr uns Eure Hilfe nicht versagtet. Des Krieges sind wir nun ledig, aber dafür wollen wir morgen in der Frühe ausziehen zur Jagd auf Bären und Wildschweine im Odenwald. Ich bitte Euch von Herzen, unser Jagdgefährte zu sein."

Der Vorschlag war recht nach Siegfrieds Sinn, und frohgemut versprach er, mitzureiten zur Jagd in den Odenwald. 






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