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Montag, 3. September 2018

Der Affe, der zum König gewählt wurde

Der Affe, der zum König gewählt wurde:

In einer Versammlung der Tiere erwarb sich ein Affe großes Ansehen und wurde von ihnen zum König gewählt. Der Fuchs aber beneidete ihn darum.


Montag, 23. Mai 2016

Der Löwe mit dem Esel | Begleitung und Gesellschaft | Fabel von Lessing



Als der Löwe des Aesop mit einem Esel, der ihm mittels seiner fürchterlichen Stimme bei der Jagd behilflich sein sollte, in einen nahen Wald ging, rief ihm eine nasenweise Krähe, welche auf dem Ast eines Baumes saß, folgendes zu: "Da hast du ja einen schönen Begleiter und Gesellschafter bei dir! Schämst du dich nicht, mit einem Esel zu gehen?"

Darauf antwortete der Löwe: "Wen ich brauchen kann und wer mir behilflich ist, den kann ich ja wohl auch zeitweise an meiner Seite gehen lassen."

Lehre:
Ehre, wem Ehre gebührt. Recht, wem Recht zusteht





Montag, 2. Mai 2016

Die Eidechse | Lebensweisen | Fabel von Hellmut von Cube

Es waren einmal viele Tiere auf dem Wege zum Himmel. Ein Weiser mit dem gleichen Ziel schloss sich ihnen an und fragte sie der Reihe nach nach ihrem Leben. Da zählte ein Fuchs seine Abenteuer auf, ein Eichhörnchen berichtete von seinem beweglichen Dasein, eine Schleie schwamm ihr Leben in großen Zügen vor, ein Hahn tat sich groß mit seinen Pflichten hervor, ein Regenwurm murmelte über dunkle Dinge, und ein Floh wusste viel über Menschen zu erzählen. 

Als es aber an der Eidechse war, zu reden, schwieg sie. Der Weise wartete, die Eidechse schwieg. Der Weise gab ihr gute Worte und die Eidechse schwieg weiter. Da bot der Weise seine ganze Weisheit auf, aber die Eidechse schwieg noch immer. Schließlich, als sie schon fast dem Himmel nahe waren, züngelte sie ein bisschen, blinzelte ein paar Mal und sagte: "Ich habe mich gesonnt!"

Lehre: 
Was dem einen sin Uhl, dem anderen sin Nachtigall! 





Montag, 14. März 2016

Wie der Löwe mit anderen Tieren auf die Jagd ging | Fabel von Aesop

Der Löwe, ein Schaf und andere Tiere gingen zusammen auf die Jagd. Der Löwe schwur, er wolle nach ihrer Zurückkunft alles Erbeutete mit ihnen redlich teilen. Als nun ein Hirsch in einem Sumpfe stecken blieb, wo gerade das Schaf Wache hielt, meldete dieses dem Löwen den Vorfall. Der Löwe eilte herbei, erwürgte den Hirsch und teilte die Beute in vier gleiche Teile. 

"Der erste Teil gehört mir", sagte er nun zu den Umstehenden, "weil ich der Löwe bin; der zweite, weil ich der Herzhafteste unter euch bin; den dritten müsst ihr mir als dem Stärksten überlassen, und den werde ich auf der Stelle erwürgen, welcher mir den vierten abspricht." 

So behielt der Löwe den ganzen Hirsch, ohne dass es seine Jagdgenossen auch nur wagen durften, darüber zu klagen. Sein Schwur galt nichts. 

Lehre:
Mit einem starken Gewalttätigen gehe nicht gemeinschaftlich auf Geschäfte aus, er teilet immer zum Nachteil des Schwächeren.





Montag, 27. Juli 2015

Ameisendank • Dankbarkeit und Vergeltung • Fabel Steinhöwel

Eine Ameise, vom Durst geplagt, krabbelte an seinem Rand in einen Brunnen hinab, aber als sie trinken wollte, stürzte sie in das Wasser. Nun stand da über dem Brunnen ein hoher Baum, auf dem eine Taube hockte. Als diese die Ameise auf dem Wasser liegen sah, brach sie mit ihrem Schnabel ein Blatt von dem Baum und warf es in den Brunnen hinab, und die Ameise kletterte hinauf und brachte sich in Sicherheit. 

Als später ein Vogelsteller des Weges kam, und weil er die Taube fangen wollte, steckte er eine Kleberute an eine lange Stange. Als die Ameise das bemerkte, biss sie den Vogelfänger in seinen Fuß. Davon zuckte dieser zusammen und die Stange fiel ihm aus den Händen. Von dem Lärm aber erschrak die Taube und schwang sich sogleich von dem Baum in die Lüfte, und da war sie nun auch vom Tode errettet.

Was die Taube an der Ameise getan hat, das wird ihr mit Gleichem vergolten. Wenn die Tiere sich für empfangene Wohltat dankbar erweisen, um wie viel mehr sollten es die vernünftigen Menschen sein und das Gute mit Gutem zu vergelten lernen. 






Dienstag, 9. Juni 2015

Der Wolf und die Tiere • Unersättlichkeit • Fabel von Hanakdan

Der Kanzler des Löwen, der Wolf, ward von allen Tieren verklagt, dass kein lebendiges Geschöpf vor seinem Räuberzahn sicher sei. "Der Unersättliche", klagten sie, "macht den Wald zur Einöde, unsere Weiber zu Witwen und unsere Kinder zu Waisen." Der König zürnte und verwies dem Wolf seine Grausamkeit mit harten Worten. "Das Vergangene ist nicht mehr zu ändern", setzte er königlich hinzu; "aber in Zukunft hüte dich vor Gewalttätigkeit. Begnüge dich mit den toten Tieren, die du auf dem Felde findest, und schwöre, dich zwei ganze Jahre alles Fleisches zu enthalten für jedes lebendige Tier, das du dich zu erwürgen gelüsten lässest." Der Wolf schwur und ging von dannen. 

Wenige Tage nachher überfiel ihn ein grausamer Hunger, und er sah ein fettes Schaf auf der Wiese weiden. Da kämpften in ihm Gedanken mit Gedanken. "Zwei Jahre kein Fleisch zu genießen. - Die Strafe ist hart, und ich habe geschworen. - Doch in jedem Jahre sind dreihundertundfünfsechzig Tage. Tag ist, wenn ich sehen, und Nacht, wenn ich nicht sehen kann. So oft ich also die Augen verschließe, ist Nacht, und wenn ich sie wieder auftue, so wird es Tag." - Schnell blinzte er die Augen zu und tat sie wieder auf; da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Er zählte zwei volle Jahre. "Nun", sprach er, habe ich für die Sünde zum Voraus gebüßt", ergriff das Schaf und würgte es. 

Die Fabel lehrt, dass ein Räuber leicht Mittel findet, den kräftigsten Eid zu vereiteln.







Dienstag, 26. Mai 2015

Der Löwe und der Fuchs • Verräterische Spuren • Fabel Babrios

Der Löwe war alt geworden und so entkräftet, dass er nicht mehr zur Jagd ausziehen konnte. Wie ein Kranker lag er in seiner Felsenhöhle, keuchte, als wäre es schlecht mit ihm bestellt, und tat, als könne er nur ganz leise sprechen. Zu allen Tieren kam die Botschaft von der Krankheit des Königs, und in ihrer Betrübnis eilten sie herbei, um ihn zu besuchen. Wie sie aber so einzeln in seine Höhle kamen, packte sie der Löwe und fraß sie auf, sodass es ihm trotz seinem Alter recht wohl erging. 

Auch der schlaue Fuchs kam zur Löwenhöhle, aber er durchschaute den Löwen, blieb am Eingang stehen und fragte teilnahmsvoll: "Wie geht es dir, mein König?" Der Löwe hieß ihn willkommen und nannte ihn seinen Liebling, den er von allen Tieren am meisten schätze. "Aber tritt doch ein", fuhr er fort, "komm doch und heitere mich mit deinen Scherzen auf - es geht mit mir zu Ende!" - "Mögest du doch genesen!" wünschte ihm der Fuchs. "Mir aber verzeihe, wenn ich mich entferne. Ich sehe hier die Spuren so vieler Tiere, die in deine Höhle führen; zeige mir doch eine, die aus deiner Höhle wieder herausführt!" 







Montag, 13. April 2015

Die Knaben und die Frösche • Fabel von Aesop

Einige mutwillige Knaben machten sich eines Tages die größte Freude daraus, an einem Teiche jeden Frosch, so wie er hervortauchte, mit Steinen zu bewerfen. Je mehr Frösche sie verwundeten, je größer und lauter wurde das Geschrei, bis endlich ein alter Frosch auftauchte und ihnen zurief: "Kinder, bedenkt doch, was ihr tut, dass ihr uns armen Tiere, die euch nichts Böses taten, quält und schuldlos tötet." Dies machte die Knaben aufmerksam, sie dachten darüber nach und gingen beschämt nach Hause. 

Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz.







Montag, 9. März 2015

Zeus und das Kamel • Verlust und Gewinn • Fabel von Aesop


Ein Kamel, das einen Stier erblickte, welcher auf seine Hörner stolz war, beneidete diesen und wünschte sich denselben Schmuck; deshalb trat es vor Zeus und bat ihn gleichfalls um Hörner. Der Gott, welcher dem Tiere einen großen Körper und Stärke des Leibes, die ihm nötig waren, verliehen hatte, zürnte über die Unbescheidenheit desselben und versagte ihm nicht bloß die Hörner, sondern nahm ihm auch etwas von der Länge der Ohren hinweg.  

Viele verlieren, indem sie mehr zu gewinnen streben, dasjenige, was sie in Sicherheit genießen könnten.






Mittwoch, 25. Februar 2015

Tiger und Löwe | Wahl zum König der Tiere | Fabel von Aesop


Als der König der Tiere neu gewählt werden sollte, sah es so aus, als würde diesmal der Tiger gewinnen. Da versprach der Löwe großzügig seinen Untertanen noch reichere Beute und für jeden größere Anteile davon, schönere Wohnungen und bessere Schulen. Das gefiel allen - sie wählten ihn wieder.

Aber als die Versprechungen nicht eingelöst wurden, erinnerten Unerschrockene seine Majestät eindringlich auf seine Worte. "Unmögliches kann auch ich nicht halten", meinte der Löwe abweisend. "Das müsst ihr verstehen!"

Nach einigem Nachdenken gelang das dann auch vielen den König wieder zu verstehen - und sie huldigten ihm wie zuvor und betrachteten ihn weiter als ihren erhabenen Herrscher. 





Montag, 26. Januar 2015

Der Löwe, der Wolf und der Fuchs | Gute Gesinnung | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com

Ein alter Löwe lag krank in seiner Höhle. Alle Tiere erschienen, um den König zu besuchen, nur der Fuchs nicht. Dies bot dem Wolf die Gelegenheit, den Fuchs bei dem Löwen zu verleumden. Er sagte dem Löwen, dass der Fuchs den Herrscher über alle Tiere nicht achte und deshalb nicht zu Besuch käme.

Mittlerweile war aber auch der Fuchs erschienen und hatte die letzten Worte des Wolfes noch vernommen. Der Löwe brüllte den Fuchs an. Der aber bat um Frist zu seiner Verteidigung und sprach: "Wer von allen hier Versammelten hat dir so viel genützt wie ich, der ich überall herumgegangen bin, um mir von einem Arzt ein Heilmittel für dich empfehlen zu lassen?" 

Als nun der Löwe befahl, dieses Heilmittel auf der Stelle zu nennen, antwortete der Fuchs: "Es besteht darin, dass du einem Wolf lebendig das Fell abziehst und dich darin hüllst, solange es noch ganz warm ist." Im Nu lag der Wolf niedergestreckt am Boden. 

Da sagte der Fuchs scheinheilig: "Man muss nicht üble, sondern gute Gesinnung bei den Herrschern erwecken." 

Lehre: 
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein oder wer zuletzt lacht, lacht am besten.






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