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Donnerstag, 14. Mai 2015

Der überlistete Teufel • Sage aus Deutschland

In Soest lebte ein Schuster, ein armer Tropf zwar, aber ein Kerl, der nicht auf den Kopf gefallen war. Obwohl er sein Handwerk verstand wie nur wenige in der Stadt, gelang es ihm nicht, auf einen grünen Zweig zu kommen. Er wusste kaum noch das Leder zu bezahlen, und schon lange war Schmalhans Küchenmeister im Hause und setzte den Kindern ein dünnes Süppchen auf den Tisch. 

Eines Abends hatte der Meister wiederum bis Mitternacht den Pechdraht gezogen bis ihm die Arme lahm waren. Er saß auf dem Schemel und sann über sein Elend nach. Und wie es so geht, wenn einem Menschen die Verzweiflung ankommt, ohne es recht zu bedenken, sagte er vor sich hin: "Geld muss mir her, und wenn es vom Teufel kommt." 

Er hatte wohl selbst nicht geglaubt, dass ein solches Wort Wahrheit werden könnte. Als er aufblickte, stand wirklich der Belzebub vor ihm, aber bekleidet wie ein vornehmer Herr im Wams mit Silberknöpfen und Schuhen mit kostbaren Spangen, begrüßte ihn lächelnd, tat, als sähe er das Erschrecken des Meisters gar nicht und sprach: "Ihr habt von mir gesprochen, und nun bin ich da. Das Geld, das ihr begehrt, habe ich gleich mitgebracht, erst in zehn Jahren muss ich es zurückhaben." Dabei stellte er ein Maß auf den Tisch, das bis über den Rand hinaus mit blanken Goldstücken gefüllt war. "Nehmt das", sagte er, "und wenn ihr es mir zurückgebt, braucht es nicht gerade so gehäuft zu sein wie jetzt, sondern nur gestrichen voll. Ich will nicht so genau rechnen, weil ihr mir in eurem Jammer leid tut. Und nun unterschreibt mir den Vertrag." 

Der Schuster wollte wohl oder übel schon die Feder nehmen, die er ihm hinhielt. Da aber schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf, und den sprach er auch aus. "Darf ich euch das Geld auch schon früher zurückgeben?" fragte er. "Das dürft ihr zu jeder Zeit, Meister. Aber in zehn Jahren muss ich es bestimmt wieder haben, sonst gehört mir eure Seele." Damit schob der Teufel ihm das Maß mit dem Gold zu. Der Meister aber fuhr mit seiner großen Hand darüber hin und wischte alle Stücke, die über den Rand quollen, weg, so dass sie auf den Tisch fielen, strich sie zusammen, steckte sie zu sich und gab dem Teufel das Maß selber zurück. "Hier", sagte er, "ich bedanke mich auch schön. Das brauche ich nicht mehr. Ich habe an dem, was Ihr nicht wiederhaben wolltet, genug", und er klopfte auf seine Tasche. 

So war denn der Teufel in Soest an einen geraten, der klüger war als er selber. Es blieb ihm nach seinen Worten nichts anders übrig, als zu gehen, woher er gekommen war. Dem Meister aber, der sich so klug wie bescheiden gezeigt hatte, war das Glück wieder hold und verhalf ihm zu dem alten Wohlstand.






Freitag, 13. März 2015

Piran • malerische Kleinstadt an der Adria • Slowenien


Piran ist eine schöne Kleinstadt im Südwesten Sloweniens an der Adria gelegen. Mit vielen engen Gassen und dicht aneinander gereihten Häusern, ihrer herrlichen Lage und ihrer graziösen Altstadt mit venezianischer Architektur bietet die Stadt an der Slowenischen Riviera eine malerische Kulisse.   

Erstmalig wird die Stadt im 7. Jahrhundert erwähnt. Das Land Istrien wurde aber bereits im Jahr 177 v. Chr. von den Römern erobert. Nach der Besetzung durch die Franken kam Istrien an die Mark Friaul. 843 wurde die Stadt vom Italienischen Königreich einverleibt und 952 dem Deutschen Kaiserreich, genauer gesagt dem Herzogtum Bayern, zugesprochen. Im Jahre 976 gelangte die Stadt zum Herzogtum Kärnten und wurde anschließend von den Patriarchen von Aquuileia annektiert. Die Großmacht Venedig besetzte sie im Jahre 1283. Die Österreicher hatten das ganze Gebiet in den Jahren 1797 - 1805 inne. Durch das kaiserliche Österreich wurde eine Wohlstandszeit eingeläutet, die durch die Wiederbelebung der Salzproduktion eingeläutet wurde. Durch den "Rapallo-Vertrag" kam das Gebiet  und die Stadt nach dem ersten Weltkrieg wiederum zu Italien. Erst nach dem Volksbefreiungskampf 1941-1945 ging Piran im slowenischen Staat auf.  

Als besonderes Schmuckstück und Zentrum des städtischen Lebens wird der restaurierte Tartiniplatz betrachtet. Er entstand im Jahr 1894, als der damals an dieser Stelle liegende, zu klein gewordene und als Müllkippe verwendete Hafen endgültig zugeschüttet wurde. Mitten auf dem Platz steht das Denkmal für den Komponisten Giuseppe Tartini als überlebensgroße Bronzestatue. Zu den schönsten Gebäuden des Platzes gehören neben dem klassizistischen Rathaus an der Nordseite das rechts davon gelegene rote gotische Patrizierhaus. Das "Venezianerhaus" wurde von einem reichen aus Venedig stammenden und dort verheirateten Kaufmann für seine in Piran lebende Geliebte gebaut.






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