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Sonntag, 13. September 2020

Wahrheit und Erkenntnis

 Wahrheit und Erkenntnis - Hermann Hesse - Wandel



Mittwoch, 11. März 2020

Rechtschaffenheit - Balthasar Gracian

Rechtschaffenheit

Balthasar Gracian - Handorakel


Mittwoch, 16. Januar 2019

Veritas und Aletheia

Veritas und Aletheia

In der römischen Mythologie war Veritas die Göttin d. Wahrheit und Aufrichtigkeit. In der griechischen Mythologie ist die Wahrheit als Aletheia bekannt.


Montag, 4. Juni 2018

Der Treuhänder und der Eid - Fabel von Aesop

Der Treuhänder und der Eid - Fabel von Aesop:

Ein Händler in der Stadt, der auch als Treuhänder tätig war, hatte einmal von seinem Freund eine Menge Geld zur Verwahrung genommen und trachtete aber danach, ihn zu betrügen. Als der Freund nun eines Tages sein Geld zurück forderte, leugnete dieser vehement, jemals von ihm Geld bekommen zu haben.


Sonntag, 17. April 2016

Was die Satire darf | Auszug | Frei nach Kurt Tucholsky


Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland vor dem Fernseher, dem PC oder dem Handy und nimmt übel. Satire scheint in den Augen vieler Menschen eine durchaus negative Sache zu sein. Sie sagt aber: "Nein!". Eine Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt gegen alles, was falsch, stockt und träge ist.

Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose  schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.

Der Satiriker selbst ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird. 

Vor allem machen viele Bürger einen Fehler: sie verwechseln das Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit frommen Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die packende Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist. Ich hebe den Vorhang auf, der schonend über die Fäulnis gebreitet war, und sage: "Seht!" - In Deutschland nennt man dergleichen 'Kraßheit'. Trunksucht ist ein böses Ding, sie schädigt das Volk, und nur schonungslose Wahrheit kann da helfen. 

Übertreibt die Satire? Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: 'Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.' 

Wir sollten also nicht so kleinlich sein. Wir alle - Volksschullehrer und Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und Ärzte und Beamte und Angestellte und Frauen und Beauftragte - wir alle haben Fehler und komische Seiten und kleine und große Schwächen. Und wir müssen nicht immer gleich aufbegehren, wenn einer wirklich einmal einen guten Witz reißt. Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und keine rechte Frau, die nicht einen ordentlichen Puff vertragen können. Sie mögen sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, sie mögen widerschlagen - aber sie sollten nicht verletzt, empört oder gekränkt das Haupt wenden. Es würde bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind wehen, wenn nicht alle übel nähmen. 

So aber schwillt der Dünkel zum Größenwahn an. Der Satiriker tanzt zwischen Interessen, Vereinigungen, Klassen, Konfessionen und Einrichtungen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiß recht graziös, aber auf die Dauer etwas ermüdend. Die echte Satire ist gesund und wirkt blutreinigend: denn wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.

Was darf die Satire?
Alles!





Donnerstag, 22. Oktober 2015

Über die Wunder dieser Welt • Novelle von Ralph Waldo Emerson

Foto: pigs.de - FZ18
"Es gibt keine Wunder mehr." Gibt es sie wirklich nicht mehr? Seit wann? Heute Nachmittag gab es sie noch, als ich in den Wald ging und, vor dem tosenden Wind geschützt, in einen hellen, wundersamen Sonnenschein trat. 

Wer kann einen Tannenzapfen betrachten oder das Harz, das aus der Rinde tropft, oder ein Blatt, dieses in sich vollkommene Stück der Pflanzenwelt, wie es im Sonnenlicht leuchtet; wer kann in dem stillen, bewaldeten Tal das fröhliche Zirpen der Grillen hören oder über einen hohen Felsgrat gehen, der wie ein natürlicher Damm das Moor überquert; wer kann den ziehenden Wolken nachsehen oder zu seinen Füßen ein Moos oder einen Stein anschauen und behaupten, es gebe keine Wunder mehr? Sag mir, guter Freund und gute Freundin, wann dieser Hügel, auf dem du stehst, durch vulkanische Kraft aus der Erdoberfläche getrieben wurde. Hebe den Kieselstein auf, betrachte seine grauen Flächen und scharfen Kristalleinschlüsse, und sage mir, durch welch feurige Sintflut die Minerale wie Wachs zerschmolzen und wie dieser Stein, als wäre der Erdball ein glühender Mörser, seine Gestalt erhielt. Der Kiesel selbst spricht die Wahrheit aus und bezeugt endlosen Zeitaltern, dass es also geschah. Sag mir, wo wird diese Luft erzeugt, die so dünn und blau und beweglich ist, die dich umfächelt, in der dein Leben schwebt und die sich der Lungen nur als eines Organs bedient, diese Luft, aus der du melodische Worte bildest? 

Mich drängt mein Wissensdurst, das Geheimnis der Natur zu ergründen. Warum kann die Geologie, warum kann die Botanik nicht sprechen und mir sagen, was früher war und was jetzt ist, während ich durch die Wälder gehe und mich frage, wann das Vorgebirge sich aufwarf wie eine Blase auf glühendem Stahl? Dann blickte ich nach oben und sah, wie die Sonne am weiten Himmel stand. Ich hörte den Wind brausen, und das Wasser glitzerte im Tal. Das sind die Kräfte, die jene Erscheinungen hervorbrachten und die immer noch tätig sind. Ja, sie sprechen noch immer mit mächtiger, klarer Stimme für diejenigen, die sie verstehen.






Donnerstag, 12. März 2015

Desiderata • Wünschenswertes • Weisheit von Max Ehrmann

Geh deinen Weg ohne Eile und Hast und suche den Frieden in dir selbst zu finden. Und wenn es dir möglich ist, versuche den Anderen zu verstehen.

Sag ihm die Wahrheit – ruhig und besonnen und höre ihm zu! Auch wenn er gleichgültig und unwissend ist, denn auch er hat seine Sorgen, egal ob er noch jung und aggressiv, oder ob er schon alt und müde ist.

Wenn du dich mit all den anderen vergleichst, wirst du feststellen, du lebst unter Menschen, die entweder größer oder kleiner, besser oder schlechter sind, als du selbst.

Sei stolz auf deinen Erfolg und denke auch an deine Karriere. Aber bleibe bescheiden! Denn das Schicksal kann sich jederzeit wenden. Sei vorsichtig in deinen Geschäften, denn die Welt ist voller List und Tücke. Aber lass dich trotz allem nicht von deinem Weg ablenken!

Viele Leute reden von hohen Idealen und überall wird Heldenmut angepriesen; bleibe du selber und heuchle nicht mit Gefühlen! Steh der Liebe nicht zynisch gegenüber, denn sie ist das Einzige, was wahr und unvergänglich ist.

Sei dankbar über jedes Jahr, das du erleben darfst, auch wenn mit jedem Jahr ein Stück deiner Jugend entschwindet. Bereite dich auf den Augenblick vor, indem etwas Unvorhergesehenes in dein Leben tritt, aber zerstöre dich selbst nicht aus Angst vor der Einsamkeit! Sei immer so, dass du vor dir selbst bestehen kannst.

Du hast ein Recht auf dieser Welt zu sein, genau wie die Blume, die blüht und wie ein Stern in der Nacht. Doch auf dieser Welt lebst du nicht allein! Hast du schon irgendwann mal darüber nachgedacht?

Darum schließe Frieden mit Gott, wo immer er dir auch begegnet; ganz gleich, was das Leben dir auch an Schwierigkeiten auferlegt. Lass nicht durch Lug und Trug deine Ideale zerbrechen – Die Welt ist immer noch schön. Versuche auf ihr zu leben und glücklich zu werden.







Sonntag, 8. Februar 2015

Von der Wahrheit, der Religion und der Politik | Zitat von Mahatma Gandhi

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Meine Ehrfurcht vor der Wahrheit 
hat mich in die Politik geführt; 
und ich kann ohne Zögern
und doch in aller Demut sagen, 
dass ein Mensch, der behauptet, 
Religion habe nichts mit Politik zu tun, 
nicht weiß, was Religion bedeutet. 

(Mahatma Gandhi)






Samstag, 21. April 2012

Wahrheit und Lüge oder Für und Wider den guten Ton | Fontane


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Als es mit der Ming-Dynastie zur Neige ging und die siegreichen Mandschuheere schon in die Palast-Gärten von Peking eingedrungen waren, erschienen noch immer Boten und Abgesandte, die dem Kaiser von Siegen und wieder Siegen meldeten, weil es gegen den „Ton“ der guten Gesellschaft und des Hofes war, von Niederlagen zu sprechen. 


Oh, dieser gute Ton! 

Eine Stunde später war ein Reich zertrümmert und ein Thron gestürzt. Warum? Weil alles Geschraubte zur Lüge führt und alle Lüge zum Tod. 






Dienstag, 10. April 2012

Das Höhlengleichnis | Antike Philosophie

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Das Höhlengleichnis ist eines der bekanntesten Gleichnisse der antiken Philosophie. Es dient bis heute als Standardlehrbeispiel zur Einführung in die Erkenntnistheorie. Platons Lehrer Sokrates verdeutlicht im Gleichnis seinem Gesprächspartner Glaukon den Bildungsweg des Philosophen. Eingebettet ist dieses Gleichnis in die Frage Glaukons nach dem Wesen des Guten und in den Kontext der beiden vorhergehenden Gleichnisse, des Sonnengleichnisses und des Liniengleichnisses, die beide das Verständnis des Höhlengleichnisses vorbereiten. (Wikipedia)

„Und jetzt will ich dir ein Gleichnis für uns Menschen sagen, wenn wir wahrhaft erzogen sind und wenn wir es nicht sind. Denke dir, es lebten Menschen in einer Art unterirdischer Höhle, und längs der ganzen Höhle zöge sich eine breite Öffnung hin, die zum Licht hinaufführt. In dieser Höhle wären sie von Kindheit an gewesen und hätten Fesseln an den Schenkeln und am Hals, so dass sie sich nicht von der Stelle rühren könnten und beständig geradeaus schauen müssten. Oben in der Ferne sei ein Feuer, und das gebe ihnen von hinten her Licht. Zwischen dem Feuer aber und diesen Gefesselten führe oben ein Weg entlang. Denke dir, dieser Weg hätte an seiner Seite eine Mauer, ähnlich wie ein Gerüst, das die Gaukler vor sich, den Zuschauern gegenüber, zu errichten pflegen, um darauf ihre Kunststücke vorzuführen.“ „Ja, ich denke es mir so.“ „Weiter denke dir, es trügen Leute an dieser Mauer vorüber, aber so, dass es über sie hinweg ragt, allerhand Geräte, auch Bildsäulen von Menschen und Tieren aus Stein oder Holz und überhaupt Erzeugnisse menschlicher Arbeit. Einzige dieser Leute werden sich dabei vermutlich unterhalten, andere werden nichts sagen.“ „Welch seltsames Gleichnis! Welch seltsame Gefangene!“ „Sie gleichen uns! Haben nun diese Gefangenen wohl von sich selber und voneinander etwas anderes gesehen als ihre Schatten, die das Feuer auf die Wand der Höhle wirft, der sie gegenüber sitzen?“ „Wie sollten sie! Sie können ja ihr Leben lang nicht den Kopf drehen!“ „Ferner: Von den Gegenständen, die oben vorüber getragen werden? Doch ebenfalls nur den Schatten?“ „Zweifellos.“ „Und wenn sie miteinander sprechen können, so werden sie in der Regel doch wohl von diesen Schatten reden, die da auf ihrer Wand vorüber gehen.“ „Unbedingt.“ „Und wenn ihr Gefängnis auch ein Echo von der Wand zurück wirft, sobald ein Vorübergehender spricht, so werden sie gewiss nichts anderes für den Sprecher halten, als den vorüber kommenden Schatten.“ „Entschieden nicht.“ „Überhaupt, sie werden nichts anderes für wirklich halten als diese Schatten von Gegenständen menschlicher Arbeit.“ „Ja, ganz unbedingt“. „Nun denke dir, wie es ihnen ergeht, wenn sie frei werden, die Fesseln abstreifen und von der Unwissenheit geheilt werden. Es kann doch nicht anders sein als so. Wenn einer losgemacht wird, sofort aufstehen muss, den Hals wenden, vorwärst schreiten und hinauf nach dem Lichte schauen muss – das alles aber verursacht ihm natürlich Schmerzen, und das Licht blendet ihn so, dass er die Gegenstände, deren Schatten es bis dahin sah, nicht erkennen kann -, was wird es dann wohl sagen, wenn man ihm erklärt: bis dahin habe er nur eitlen Tand gesehen; jetzt sei er der Wahrheit viel näher und sähe besser; denn die Gegenstände hätten höhere Wirklichkeit, denen er jetzt zugewendet sei! Und weiter, wenn man auf die einzelnen Gegenstände hin zeigt und ihn fragt, was sie bedeuten. Er würde doch keine einzige Antwort geben können und würde glauben, was er bis dahin gesehen, hätte mehr Wirklichkeit, als was man ihm jetzt zeigt.“ „Weit mehr.“ „Und zwingt man ihn, das Licht selber anzusehen, so schmerzen ihn doch die Augen. Er wird sich umkehren, wird zu den alten Schatten eilen, die er doch ansehen kann, und wird sie für heller halten als das, was man ihm zeigt.“ „Ja, das wird es tun.“ „Und zieht man ihn gar den rauen steilen Aufgang mit Gewalt hinauf und lässt nicht ab, bis man ihn hervor ins Sonnenlicht gezogen hat, so steht er doch Qualen aus, wehrt sich unwillig, und, ist er oben im Licht, so hat er die Augen voller Glanz und kann kein einziges von den Dingen sehen, die wir wirklich nennen.“ „Nein, wenn es plötzlich geschieht, nicht.“ „Er muss sich erst an das Licht gewöhnen, wenn er die Gegenstände oben sehen will. Zuerst wird er wohl am besten die Schatten erkennen, später die Spiegelungen von Menschen und anderen Gegenständen im Wasser, dann sie selber. Weiter wird er die Himmelskörper sehen und den Himmel selber, und zwar besser bei Nacht die Sterne und den Mond, als bei Tage die Sonne und ihre Strahlen.“ „Freilich.“ Schließlich wird er in die Sonne selber sehen können, also nicht bloß ihre Spiegelbilder im Wasser und anderswo hier unten erblicken, sondern sie selber oben an ihrem Ort. Er wird ihr Wesen begreifen.“ „Unbedingt.“ „Und dann vermag er den Schluss zu ziehen, dass sie es ist, die Jahreszeiten und Jahre hervor bringt, die über die ganze sichtbare Welt waltet und von der im gewissen Sinne alles, was man sieht, ausgeht.“ „Es ist klar, dass er hierhin zuletzt gelangt.“ „Nun weiter! Wenn er jetzt an die alte Wohnung zurück denkt und an die dortige Weisheit und an seine Mitgefangenen, so preist er sich doch glücklich über den Wechsel und bedauert jene.“ „Gewiss.“ „Und wie denkt er über die Ehrungen und Lobsprüche und Geschenke, die man dort unten voneinander erhielt? Nämlich dann, wenn einer die vorbei kommenden Schatten recht genau erkannte und sich am besten einprägte, welche zuerst, welche nachher und welche zu gleicher Zeit zu erscheinen pflegten, wodurch er dann die in Aussicht stehenden gut erraten konnte. Wird es ihn nun noch danach verlangen? Wird er die Leute beneiden, die unten in Ansehen stehen und die Macht in Händen haben? Oder wird es ihm so ergehen, wie es bei Homer steht? D.h. Wird er weiter lieber Ackerknecht bei einem armen Manne sein und alles aushalten wollen, als jenen Wahn teilen und jene Reden führen?“ „Ja, ich glaube, er erträgt lieber alles, als dass er jenes Leben führt.“ „Denke dir nun auch dies: Er würde hinunter steigen und sich auf den alten Platz setzen. Wird er nicht die Augen voller Finsternis haben, wenn er so plötzlich aus der Sonne kommt?“ „Ganz und gar.“ „Und während seine Augen noch stumpf sind und hin und her irren, muss er um die Wette mit den dauernd Gefangenen wieder jene Schatten zu erkennen suchen. Nehmen wir nun noch die Zeit, bis er sich an das Dunkel gewöhnt hat, nicht ganz kurz an, so wird man ihn doch auslachen und sagen, er käme von seinem Aufstieg mit schlechten Augen zurück. Es lohne sich nicht, den Versuch zum Aufstieg zu machen. Wer aber andere frei machen und hinauf führen will, den wird man töten, wenn man seiner habhaft wird und ihn töten kann.“ „Gewiss.“ 

„Nun musst du dies ganze Gleichnis mit unserer voraus gegangenen Darlegung zusammen halten, lieber Glaukon. Setze an Stelle der Gefängniswohnung die durch den Gesichtssinn geoffenbarte Welt und an Stelle des Licht spendenden Feuers die Kraft der Sonne. Wenn du dir fernen unter dem Aufstieg und dem Kennenlernen der Oberwelt die Wanderung der Seele zur denkbaren Welt hinauf denkst, so verstehst du meine Meinung, die du ja zu hören wünschst, durchaus richtig. Gott weiß, ob ich die Wahrheit gefunden habe! Meine Ansicht jedenfalls geht dahin, dass es in der erkennbaren Welt die Idee des Guten ist, die man zuletzt und mit Mühe gewahr wird. Ist man aber ihrer ansichtig geworden, so muss man zu der Überzeugung kommen, dass alles Rechte und Schöne in der ganzen Welt von ihr ausgeht. In der sichtbaren Welt schafft sie das Licht und den Herren des Lichts; in der denkbaren Welt ist sie selber Herrin und gibt Wahrheit und Vernunft. Und wer mit Vernunft handeln will, in seinem persönlichen Leben oder als Staatsmann, der muss sie sehen lernen.“





Montag, 23. Januar 2012

Der Löwenanteil | Kuh-Ziege-Schaf-Löwe | Fabel von Aesop

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Eine Kuh, eine Ziege und ein Schaf schlossen mit einem Löwen Freundschaft. Als sie in einem Gebirge auf Jagd gegangen waren, brachten sie einen großen Hirsch zur Strecke und wollten ihn teilen. Da sprach der Löwe: "Den ersten Teil erhalte ich, weil ich der Löwe bin; der zweite gehört mir, weil ich so viel stärker bin als ihr. Den dritten Teil nehme ich für mich in Anspruch, weil ich mehr gelaufen bin als ihr, und wer endlich den vierten anrührt, der muss mit meiner Feindschaft rechnen." So trug er dank seiner Unverschämtheit die ganze Beute allein davon.


Lehre:
Die Fabel mahnt, wenn man sich mit Mächtigen einlassen sollte, vorsichtig zu sein. In einem Sprichwort heißt es: Immer wenn Mächtige mit Armen teilen sollten, ging es nicht ganz ordentlich zu. Außerdem: Mächtige sind oftmals auch keine Vegetarier wie Kuh, Ziege und Schaf!









Samstag, 26. November 2011

Die Rose | Gedicht | Quelle unbekannt

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Weißt du, wie die Rose spricht,
wenn sie so sanft mit ihren Dornen sticht,
dich weckt in allen Sinnen
so kannst du nicht entrinnen.

Sie spricht in tausend Worten,
von hier und andren Orten
in deines tiefsten Herzens Grund
tut sie dir ihr´ Weisheit kund.

Ihr Duft wird dich betören,
so du weißt auf sie zu hören.
Hast einmal ihn gerochen,
so sie zu dir gesprochen.

Sie tut dir ihre Wahrheit kund,
die kommt aus innerer Seele Grund.
So freue dich in dem Wissen,
dass sie dich wird auf ewig küssen.

(Quelle unbekannt)









Freitag, 14. Oktober 2011

Der Holzfäller und Merkur | Redlichkeit | Fabel aus alter Zeit


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Einem Holzfäller fiel die Axt in einen Fluss. Als die Strömung die Axt fort trug, setzte er sich an das Ufer und jammerte, bis Merkur Mitleid bekam und zu ihm hinging. Nachdem der Gott den Grund seines Weinens erfahren hatte, tauchte er zum ersten Mal in den Fluss, brachte ihm eine goldene Axt und fragte ihn, ob es seine Axt sei. Der Holzfäller aber verneinte es. Beim zweiten Mal holte er eine silberne Axt nach oben und fragte ihn wieder, ob er diese verloren habe. Der Holzfäller verneinte abermals. Merkur holte sodann beim dritten Mal seine eigene Axt. Als der Holzfäller sie erkannt hatte, schenkte Merkur ihm alle drei als Anerkennung für seine Redlichkeit. Der Mann nahm die Äxte an sich und als er zu seinen Freunden kam, erzählte er ihnen, was geschehen war.

Aber einer von ihnen wurde neidisch und hatte den Wunsch, das Gleiche zu bekommen. Deshalb nahm er seine Axt und ging zu demselben Fluss. Beim Holzfällen ließ er die Axt absichtlich in die Strömung fallen, setzte sich hin und weinte. Als Merkur erschien und ihn fragte, was ihm geschehen sei, erwähnte er den Verlust seiner Axt. Als Merkur ihm eine goldene Axt brachte und fragte, ob er diese verloren habe, sagte er unter dem Eindruck des zu erwartenden Gewinns, dieses sei seine Axt. Aber der Gott tat ihm nicht den Gefallen, sondern gab ihm nicht einmal seine eigene Axt zurück.

Lehre:
Übe Redlichkeit und die Götter werden Dich belohnen.