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Donnerstag, 23. April 2020

Vom parallelen Weg - Max Planck

Donnerstag, 23. August 2018

Der junge Krebs

Der junge Krebs:

Ein junger Krebs dachte bei sich: „Warum gehen alle Krebse in meiner Familie immer rückwärst? Ich will vorwärts gehen lernen, so wie die Frösche, und mein Krebsschwanz soll mir abfallen, wenn ich es nicht fertigbringe.“ Und heimlich begann er zwischen den großen Steinen…


Samstag, 5. März 2016

Gott ist eine allgemeine Erfahrung | Von Liebe und Hoffnung | C.G. Jung


'Gott ist eine allgemeine Erfahrung, die nur von einem blöden Rationalismus und einer entsprechenden Theologie verdunkelt wird.' (C.G. Jung)

Christliche Religion ist offensichtlich kein großes Thema mehr und Kirchen und Beichtstühle bleiben deshalb immer öfter leer und die Institutionen finden immer weniger Zulauf. Und das, obwohl die seelischen Nöte der Menschen in unserer Zeit immer größer werden. Liegt es vielleicht am fehlendem Inhalt oder an der Langeweile, die diese Einrichtungen und ihre Theologen verbreiten? Heutzutage wird das große Thema der christlichen Religionen, die Liebe, in noch so banalen Schlagertexten wesentlich lebensnäher behandelt als in vielen Sonntagspredigten. Und weil es so ist und die christliche Theologie oft wirklich nicht mehr zu sagen hat als über Seele, Sünde und Erlösung nur noch dogmatisch zu stottern, entschwindet den noch Gläubigen jegliche Begeisterung und niemand fühlt sich mehr von der Lehre innerlich berührt. Eine Religion, die sich einer Befreiung widersetzt und gewisse Themen zwanghaft tabuisiert, hat ihre Zukunft bereits hinter sich. Die ursprüngliche Botschaft, Liebe ist Leben, indem auch Liebe gelebt wird, für sich, die anderen und die Natur, scheint vergessen worden zu sein. 

Jeder Mensch habe Vertrauen auf die Liebe und die Hoffnung, seinen eigenen Weg im Leben zu gehen. Der Kosmos tut sein Übriges und die Sonne scheint über Gerechte und Ungerechte, Gläubige und Ungläubige, Wissende und Unwissende.  




Montag, 13. Juli 2015

Die Schwalbe und die anderen Vögel • Fabel von Aesop

Ein Vogel, welcher glaubte, dass er die Denk- und Handlungsweise der Menschen genau kenne, versammelte eines Tages eine Menge Vögel um sich und sprach zu ihnen: "Die Menschen säen den Hanf in keiner andern Absicht, als um Schlingen daraus zu machen und uns einzufangen. Daher ist es unsere Pflicht, diesen Samen beizeiten auszurotten." Die Schwalbe, die auch zugegen war, entgegnete, dass sie es für weit besser halte, die Freundschaft der Menschen zu suchen. Als ihr Rat keine Zustimmung fand, verließ sie ihre Waldgenossen, flog in die Stadt und vertilgte dort die schädlichen Insekten. Die Menschen sahen bald ihre Nützlichkeit ein und ließen sie ungestört ihr Nest an den Häusern bauen. Die anderen Vögel schadeten den Menschen, wo sie nur konnten, und wurden allerdings auch stark und oft fett dabei. Aber es reifte auch der Hanf und der wurde zu Schlingen verarbeitet, mit denen täglich eine Menge Vögel gefangen wurde, welche mit den Menschen hätten in Ruhe und Freundschaft leben können. 

Besser ist es in Harmonie und Frieden zu leben und nützlicher Tätigkeit, als Wohlleben auf unrechtem Weg mit Gefahr.





Donnerstag, 11. Juni 2015

Nibelungen Sage 18/28 | Wie Kriemhild auf Rache sann


Dreizehn Jahre schon lebte Kriemhild nun an der Seite König Etzels. Ein Sohn war ihnen geboren worden, der in der Taufe den Namen Ortlieb erhalten hatte. Nichts trübte das Glück und die Eintracht am Königshof. Zwölf Fürsten waren dem Herrscherpaar dienstbar, und Kriemhild sah zu ihrer Freude, dass alle Recken im Hunnenreich ihr mit Leib und Leben ergeben waren. Aber in allem Glanz konnte sie das Leid nicht vergessen, das Hagen ihr angetan hatte. "Hätte ich ihn nur hier im Land", wünschte sie Tag und Nacht, "wie sollte ihn da meine Rache treffen!" Auch an alle im fernen Burgundenland, die ihr teuer waren, an Frau Ute, Gernot und Giselher, dachte sie oft, und es kam sie die Sehnsucht an, ihre Lieben wiederzusehen. 

So bat sie eines Tages König Etzel: "Wenn Ihr mir eine Freude machen wollt, so ladet meine Brüder und ihre Freunde zu Worms an Euren Hof! So lange schon lebe ich bei Euch, und noch nie hat mich jemand aus der Heimat besucht, davon ist mir das Herz schwer." Dass vor allem aber die Rache an Hagen, dem Todfeind, ihr im Sinn lag, sagte sie nicht. 

Etzel nahm ihre Bitte freundlich auf: "Auch mir macht es Kummer, dass die Verwandten am Rhein uns schon so viele Jahre fern sind. Ich will Werbel und Schwemmel, meine beiden Spielleute, nach Worms senden und Eure Brüder mit ihren Getreuen zur Sonnwendfeier nach Etzelnburg laden."

Das war eine frohe Stunde für Kriemhild, als die Boten sich auf den Weg machten! Für Gernot und Giselher gab sie die herzlichsten Grüße mit und bat sie, all ihre Freunde mitzubringen ins Hunnenland. Hagen werde ihnen gewiss ein zuverlässiger Wegführer sein!

Nach zwölf Tagen trafen Werbel und Schwemmel in Worms ein und wurden aufs beste aufgenommen. Sie trugen Gunther ihre Botschaft vor, und dieser nahm sich eine Woche Bedenkzeit, um mit seinen Brüdern und Freunden zu beraten. 

Die meisten Burgunden freuten sich über die Einladung Etzels und waren gern zu der Reise an den Hunnenhof bereit, Hagen von Tronje aber erhob warnend seine Stimme und widerriet dem König: "Ihr habt doch wohl nicht vergessen, was Eure Schwester hier am Rhein geschehen ist? Seit ich ihr den Mann erschlug, sinnt sie auf Rache, und da wollt Ihr zu der Unholden ins Hunnenland reisen? Glaubt nicht den trügerischen Worten der Hunnenboten: es gilt uns der sichere Tod!"

"Du siehst zu schwarz, Freund Hagen", erwiderte Gunther, "längst hat Kriemhild uns verziehen. Mit freundlichem Sinn nahm sie damals Abschied, als sie zu Etzel fuhr." Auch Gernot wandte sich gegen Hagen: "Vielleicht mögt Ihr aus guten Gründen Böses von Kriemhild fürchten, uns aber stände es übel an, wenn wir die Einladung ausschlügen." Giselher riet dazu Hagen mit scharfem Spott: "Wenn Ihr Euch des Lebens nicht sicher fühlt in Kriemhilds Land, Herr Hagen, so bleibt doch hier am Rhein und lasst uns allein die Reise tun!"

Da brauste der Tronjer auf in grimmigem Zorn: "Nie hat man mir Feigheit nachgesagt! Wenn ihr zu der Fahrt entschlossen seid, so wisst denn, dass ich mit euch reiten werde. Doch rate ich euch, die Waffen nicht daheim zu lassen und tausend der besten Recken mit auf den Weg zu nehmen."

Der Rat schien Gunther gut, und sogleich sandte er Boten im Land umher, die tapfersten Degen aufzubieten. Da wurden die Rüstungen angelegt und die Rosse gesattelt, und von allen Burgen zogen sie herbei, und auch Volker, der kühne Spielmann, stellte sich mit dreißig seiner Mannen ein. Von den übrigen wählte Hagen tausend der bewährtesten Streiter aus.

Unterdessen warteten die Hunnenboten mit Ungeduld auf Gunthers Bescheid. Hagen riet seinem Herrn, sie möglichst lange hinzuhalten, damit sie Etzel und Kriemhild nicht zu früh die Nachricht von der Ankunft der Gäste bringen könnten. Erst sieben Tage vor dem Aufbruch der Burgunden durften sie sich auf den Heimweg machen. Eifrig spornten sie ihre Rosse und ritten über Passau und Bechlaren, wo sie dem Bischof Pilgrim und dem Markgrafen Rüdiger die frohe Kunde mitteilten. 

Groß war die Freude Etzels, als er vernahm, dass die Fürsten vom Rhein mit ihren Recken schon so bald schon eintreffen sollten. Kriemhild gab den beiden Spielleuten reichen Botenlohn und fragte sie, wie Hagen die Einladung aufgenommen habe. 

"Heftig hat er die Fahrt widerraten und sie eine Todesreise genannt", ward ihr zur Antwort, "aber dennoch kommt er mit Euren Brüdern, und auch Volker, der kühne Fiedler, ist mit dabei."

"Auf Volker wollte ich gerne verzichten", sagte sie fröhlichen Sinnes, "aber auf Hagen freue ich mich, ihm bin ich besonders gewogen!"






Welcher Weg aus der Unmündigkeit führt • Frei nach Kant

Aufklärung ist der Weg des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. 

sapere aude! - Wage es, weise zu sein! 

'Habe Mut, dich  deines eigenen Verstandes zu bedienen' ist der Wahlspruch der Aufklärung. Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht fällt, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich und meine Gesundheit sorgt, u.s.w.: so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen ....

Wenn denn die Natur unter dieser harten Hülle den Keim, für den sie am zärtlichsten sorgt, nämlich den Hang und die Berufung zum freien Denken, ausgewickelt hat, so wirkt dieser allmählich zurück auf die Sinnesart aller Menschen, wodurch auch diese der Freiheit zu handeln nach und nach fähiger werden, und endlich auch sogar auf die Grundsätze der Gesellschaft, die es ihr selbst zuträglich  findet, den Menschen, der nun ein selbst bewusst lebendes Wesen ist, seiner Würde gemäß zu behandeln.

Dummheit schützt nicht vor Verantwortung. 
(frei nach Immanuel Kant)







Freitag, 16. Dezember 2011

Die Sieben Schwaben | Märchen der Gebrüder Grimm

aventin.blogspot.com
Einmal waren sieben Schwaben beisammen, der erste war der Herr Schulz, der zweite der Jackli, der dritte der Marli, der vierte der Jergli, der fünfte der Michal, der sechste der Hans, der siebente der Veitli. 

Alle sieben hatten sich vorgenommen, die Welt zu durchziehen, Abenteuer zu suchen und große Taten zu vollbringen. Damit sie aber auch sicher gingen, sahen sie's für gut an, dass sie sich zwar nur einen einzigen, aber recht starken und langen Spieß machen ließen. Diesen Spieß fassten sie alle sieben zusammen an, vorn ging der kühnste und männlichste, das musste der Herr Schulz sein, und dann folgten die andern nach der Reihe, und der Veitli war der letzte. 

Nun geschah es, als sie im Heumonat eines Tags einen weiten Weg gegangen waren und noch ein gutes Stück bis in das nächste Dorf hatten, wo sie über Nacht bleiben wollten, in der Dämmerung auf einer Wiese ein großer Rosskäfer oder eine Hornisse nicht weit von ihnen hinter einer Staude vorbeiflog und feindlich brummelte. Der Herr Schulz erschrak so sehr, dass er fast den Spieß hätte fallen lassen und ihm der Angstschweiß am ganzen Leib ausbrach. "Horcht, horcht", rief er seinen Gesellen, "Gott, ich höre eine Trommel!" Der Jackli, der hinter ihm den Spieß hielt und dem ich weiß nicht was für ein Geruch in die Nase kam, sprach: "Etwas ist ohne Zweifel vorhanden, denn ich schmeck das Pulver und den Zündstrick." Bei diesen Worten hub der Herr Schulz an, die Flucht zu ergreifen, und sprang im Hui über einen Zaun. Weil er aber gerade auf die Zinken eines Rechens sprang, der vom Heumachen da liegen geblieben war, fuhr ihm der Stiel ins Gesicht und gab ihm einen ungewaschenen Schlag. "0 wei, 0 wei", schrie der Herr Schulz, "nimm mich gefangen, ich ergeb mich, ich ergeb mich!" Die andern sechs hüpften sogleich auch alle einer über den andern hinzu und schrien: "Ergibst du dich, so ergeb ich mich auch, ergibst du dich, so ergeb ich mich auch." 

Endlich, wie kein Feind da war, der sie binden und fortführen wollte, merkten sie, dass sie betrogen waren. Und damit die Geschichte nicht unter die Leute käme und sie nicht genarrt und gespottet würden, schwuren sie untereinander so lang davon nichts zu erzählen und darüber zu schweigen, bis einer unverhofft das Maul auftäte.