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Dienstag, 26. Juni 2018

Sommer- und Wintergarten

Sommer- und Wintergarten:

Ein Kaufmann wollte auf die Messe gehen, da fragte er seine drei Töchter, was er ihnen mitbringen sollte. Die älteste sprach: »Ein schönes Kleid«; die zweite: »


Montag, 12. Oktober 2015

Der kleine Hund und der Wolf • Einladung zur Rettung • Fabel

Es war in einem strengen Winter. Ein Wolf hatte schon seit Tagen vom Hunger geplagt den Wald durchzogen und nach Nahrung gesucht. Jeder Bissen hätte ihn erfreuen können, selbst der Rest einer verwesenden Maus, so ausgehungert war er. Ein mageres Hündchen lief im unvorsichtigerweise über den Weg. Es bibberte vor Furcht und Kälte. "Du kommst mir wie gerufen", freute sich der Wolf und packte den ängstlichen Dreikäsehoch beim Fell. "Halt, lieber Wolf, nicht so unüberlegt, siehst du denn nicht, wie ausgezehrt ich bin? Du musst dich ja vor mir ekeln!" "Quatsch keinen Unsinn, ich bin nicht wählerisch", knurrte der Wolf verärgert. "Du bringst dich um den besten Bissen deines Lebens!" kläffte das Hündchen. "Du müsstest mich erst einmal sehen, wenn ich mich morgen von den unzähligen Köstlichkeiten des Hochzeitsmahls gemästet habe. Morgen werde ich wohlgenährt sein und strotzen vor Fett. Denn dann heiratet die Tochter meines Herrn einen steinreichen Gutsbesitzer. Speisen gibt es dort, Speisen! Feinster Rehbraten, würziger Schinken, Kalbsnieren und Hammelkeulen, Rindsbraten und duftende Mettwürste!" 

Der pfiffige Köter machte dem Wolf den Mund wässrig mit einer endlosen Aufzählung auserwählter Leckereien. "Das wäre ein Essen für dich", schloss er seine Schilderung, "und nicht meine miese Figur von heute. Komm morgen Nacht auf unseren Hof, dann will ich dir dienen. Aber sei leise, mein Herr hat gute Ohren." 

Der Wolf war ganz verrückt geworden von all den herrlichen Speisen, die der kleine Schlauberger ihm vorgesponnen hatte. Er ging auf den Vorschlag des Hündchens ein und ließ es laufen. In der folgenden Nacht schlich er behutsam auf den Hof, um ein Festmahl zu halten. Der kleine Hund lag auf einem Vordach und rief: "Willkommen, lieber Wolf! Ich freue mich, dass du meine Einladung angenommen hast. Warte einen Augenblick, ich will meinem Herrn sofort Bescheid geben, damit er kommt und dich festlich bewirtet." Und er bellte aus Leibeskräften. 

Sofort schlugen auch die Wachthunde an, und der Herr stürmte bald darauf aus dem Haus, um die Hunde loszulassen. Aber der Wolf war schon laut schimpfend davon geflüchtet.









Montag, 5. Oktober 2015

Der wilde Hund • Vergessene Vorsätze • Fabel von Aesop

Ein wilder Hund fror im Winter jämmerlich. Er kroch in eine Höhle, rollte sich zusammen, zitterte vor Kälte und sprach vor sich hin: "Wenn es nur wieder Sommer und warm wird, dann will ich mir eine Hütte bauen, damit ich im nächsten Winter nicht mehr frieren muss." 

Als aber der Sommer mit seiner wohltuenden Wärme kam, hatte er all seine guten Vorsätze vergessen. Er lag da, reckte und streckte sich, blinzelte behaglich in die Sonne und dachte nicht im Entferntesten daran, sich eine Hütte zu bauen. 

Der nächste Winter war bitter kalt, und der Hund musste wieder erbärmlich frieren.

Nicht nur das Erkennen allein ist wichtig, die Umsetzung des Erkannten in die Tat ist noch von größerer Bedeutung.





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Montag, 16. März 2015

Ameise und Mistkäfer • Fabelvariation nach Aesop

Im Sommer streifte die Ameise auf dem Land umher und sammelte Weizen und Gerste, um Futter für den Winter aufzuspeichern. Als das der Mistkäfer sah, beklagte er sie, dass sie sich solche Arbeit mache: Gerade in der Jahreszeit, in der die anderen Tiere es sich leicht machten bei der Arbeit und sich erholten, schufte sie sich ab. Die Ameise sagte für den Augenblick nichts, später aber, als der Winter kam und der Mist von den Regengüssen weggeschwemmt war, kam der Käfer zu ihr, hungrig und um Nahrung bettelnd. Da sagte sie zu ihm: "Lieber Mistkäfer, wenn du damals gearbeitet hättest, als ich mir Mühe gab und du mich beschimpftest, würde es dir jetzt nicht an Nahrung fehlen. " 

So geht es denen, die sich im Glück nicht um die Zukunft kümmern: wenn sich die Verhältnisse ändern, kommen sie in Not. 







Montag, 3. Juni 2013

Monat Oktober | Geist verdichtet zu Samen | Herbert Fritsche

Alles Pflanzliche, das jetzt, von der Kühle genötigt, aus seinem grünen Herzen heraus des nahenden Winters ansichtig wird, kennt nur eine einzige Methode des Überdauerns, wenn es nicht Baum oder Gesträuch ist, sondern: die Zusammenziehung des eigenen Wesens in den Samen. Gewiss, auch Tanne und Linde, Apfelbaum und Himbeerbusch haben ihre Samenbildung, jedoch dient sie lediglich der Verbreitung der Art, während das pflanzliche Einzelwesen auch ohne die Flucht in den Samen den Winter überdauert. Anders steht es mit denjenigen Geschöpfen der Flora, die nunmehr endgültig zu welken beginnen und auf den weiten Komposthaufen der Landschaft geraten. Ihre Auferstehung im nächsten Lenz geht vom Samen her vonstatten. 

Im April lernen wir vor dem Katheder des großen Paracelsus, dass die Pflanze - wie jede Kreatur - Anteil hat an den drei Prinzipien Sal, Mercurius und Sulphur: mit der Verwurzelung ist ihr salinisches, erdenfestes Prinzip gegeben, mit Stängel und Blätterfülle ihr merkurisches Strömen und Vermitteln zwischen Erdensein und Kosmos-Kräften, mit der Blüte das sulphurische Verströmen und sublimieren in Farbe und Duft. Nun ist es gerade die Blüte, der brennende Sulphur, woraus sich ein neues Sal-Gebilde formt: der Same. 

Der Same gleicht winterlicher Erde: rund, kahl und ohne jedes Entfaltetsein, ist er dennoch Leben in der Latenz, reicher an unsichtbaren Potenzen als alles, was sich dereinst aus ihm in die Manifestation hinein verausgaben wird. Die Kugel, die im kleinsten Raume das Größtmögliche birgt und ballt, die Gestalt des Samenkorns darf als verinnerlichtes Feuer aufgefasst werden, das sich erhärtet hat zu geheimer Erdfigur und der Erde anheimgegeben werden will, um darin zu wurzeln, auf dass es aus der Wurzel grüne und blühe. Was ein Pflanzensame im Sinne seiner Potenzenballungen bedeutet, das können wir an einem Beispiel aus der Welt der Genussmittel erkennen. Trinken wir chinesischen Tee, der aus Blattorganen bereitet ist - atmenden, assimilierenden Blattorganen, die überdies, bei der Tee-Vorbereitung, einem langwierigen Fermentationsprozeß  unterworfen wurden -, so nehmen wir, was wenig bekannt ist, bei normaler Zubereitung ein Getränk ein, dessen Gehalt an Coffein (Thein ist chemisch dasselbe wie Coffein) stärker ist als der der gleichen Menge ebenfalls normal zubereiteten Kaffees. Dennoch wirkt der Tee, eben weil er aus Blättern stammt, als Philosophengetränk, das tiefgründige Gespräch befördernd und das weitausholende Denken anregend. Die Tasse Kaffee, aus Pflanzensamen - den Kaffeebohnen - zubereitet, Pflanzensamen, die überdies im Röstprozeß noch feurig aktiviert wurden, enthält zwar etwas weniger Coffein als die Tasse Tee, aber sie wirkt elektrisierend bis in jeden Nerv, trommelt das Gedankenleben bis zur Ideenflucht mobil und überstürzt das Hirn mit Katarakten von Einfällen: aus dem Coffein, das den Tee zum Philosophen- oder Diplomatengetränk machte, ist das Coffein des Literaten- und Journalistengetränks geworden, das Weckmittel, welches Menschen und Geister verquecksilbert und zu raschen Reaktionen aufpeitscht. 

Kraftvolle Naturen lieben den Oktober vor allen anderen Monaten. Man muss ihn nur aus rechter Haltung menschgemäßen Kräftigseins verstehen: Kräutersame, lodernd buntes Laub, brausender Sturm und Hirschbrunst besagen alle dasselbe, nämlich dass es nicht der Sinn des Winters ist, uns verarmen zu lassen oder gar zu töten, sondern dass jetzt Hand angelegt werden muss, um, von kühler Luft erfrischt und von überwältigender Farbensymphonie angefeuert, des Jahres Natur- und Schicksalsgeschenke einzukellern im tiefsten Herzen, von wo her alle Entscheidungen fallen, die der Welt vom Menschen her zuteil werden - im Sinne der Worte aus dem buddhistischen Dhammapadam:

Vom Herzen gehn die Dinge aus,
sind herzgeboren, herzgefügt ...






Dienstag, 31. Januar 2012

Die Ameise und die Grille | Vorsorge treffen | Fabel von Aesop

aventin.blogspot.com

Es war ein kalter Winter und Schnee fiel vom Olymp. Der Ameise ging es gut, sie hatte zur Erntezeit viel Speise eingetragen und ihren Vorratsraum damit aufgefüllt. Die Grille hingegen kauerte nun in ihrem Loch und litt gar sehr, von Hunger und arger Kälte geplagt. Sie bat darum die Ameise, ihr etwas von ihrer Speise abzugeben, damit sie davon essen könne und nicht zu sterben brauche. Doch die Ameise sprach zu ihr: "Wo warst du denn im Sommer? Warum hast du zur Erntezeit nicht Speise eingetragen?" Darauf die Grille: "Ich habe bei schönem Wetter gesungen und mit meinem Gesang die Wanderer erfreut." Da lacht die Ameise laut und rief: "So magst du im Winter tanzen!"

Lehre: 
Sorge in der Zeit, so hast du in der Not.











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