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Dienstag, 14. Juli 2015

Die beiden Enten und der Frosch • Gedicht von Wilhelm Busch


Sieh da, zwei Enten jung und schön,
die wollen an den Teich hingehn.
Zum Teiche gehn sie munter
und tauchen die Köpfe unter.

Die eine in der Goschen
trägt einen grünen Froschen.
Sie denkt allein ihn zu verschlingen,
das soll ihr aber nicht gelingen.

Die Ente und der Enterich,
die ziehn den Frosch ganz fürchterlich.
Sie ziehn ihn in die Quere,
das tut ihm weh gar sehre.

Der Frosch kämpft tapfer wie ein Mann.
Ob das ihm wohl was helfen kann?
Schon hat die eine ihn beim Kopf,
die andre hält ihr zu den Kropf.

Die beiden Enten raufen,
da hat der Frosch gut laufen.
Die Enten haben sich besunnen
und suchen den Frosch im Brunnen.

Sie suchen ihn im Wasserrohr,
der Frosch springt aber schnell hervor.
Die Enten mit Geschnatter
stecken die Köpfe durchs Gatter.

Der Frosch ist fort - die Enten,
wenn die nur auch fort könnten!
Da kommt der Koch herbei sogleich,
und lacht: "He, jetzt hab' ich euch!"

Drei Wochen war der Frosch so krank!
Jetzt raucht er wieder, Gott sei Dank!





Dienstag, 26. Mai 2015

Der Löwe und der Fuchs • Verräterische Spuren • Fabel Babrios

Der Löwe war alt geworden und so entkräftet, dass er nicht mehr zur Jagd ausziehen konnte. Wie ein Kranker lag er in seiner Felsenhöhle, keuchte, als wäre es schlecht mit ihm bestellt, und tat, als könne er nur ganz leise sprechen. Zu allen Tieren kam die Botschaft von der Krankheit des Königs, und in ihrer Betrübnis eilten sie herbei, um ihn zu besuchen. Wie sie aber so einzeln in seine Höhle kamen, packte sie der Löwe und fraß sie auf, sodass es ihm trotz seinem Alter recht wohl erging. 

Auch der schlaue Fuchs kam zur Löwenhöhle, aber er durchschaute den Löwen, blieb am Eingang stehen und fragte teilnahmsvoll: "Wie geht es dir, mein König?" Der Löwe hieß ihn willkommen und nannte ihn seinen Liebling, den er von allen Tieren am meisten schätze. "Aber tritt doch ein", fuhr er fort, "komm doch und heitere mich mit deinen Scherzen auf - es geht mit mir zu Ende!" - "Mögest du doch genesen!" wünschte ihm der Fuchs. "Mir aber verzeihe, wenn ich mich entferne. Ich sehe hier die Spuren so vieler Tiere, die in deine Höhle führen; zeige mir doch eine, die aus deiner Höhle wieder herausführt!"