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Vom Garten des Herrn Ming

Vom Garten des Herrn Ming

Von der Liebe - Gedicht von James Krüss


Vom Garten des Herrn Ming - Von der Liebe - Gedicht von James Krüss
Vom Garten des Herrn Ming



Im stillen Gartenreiche
Des alten Gärtners Ming,
Da schwimmt in einem Teiche
Ein Wasserrosending.

Den alten Ming in China
Entzückt sie ungemein,
Er nennt sie Cathrina,
Chinesisch: Ka-Ta-Rain.

Mit einer Pluderhose
Und sehr verliebtem Sinn
Geht er zu seiner Rose hin.

Er singt ein Lied und fächelt
Der Rose Kühlung zu.
Die Rose aber lächelt
Nur für den Goldfisch Wu.

Sie liebt das goldne Fischchen,
Das oft vorüberschießt
Und auf den Blättertischchen
Den Rosenduft genießt.

Doch Wu, der Goldfisch-Knabe,
Der lockre Bube, gibt
Ihr weder Gruß noch Gabe,
Weil er ein Hühnchen liebt.

Er liebt Shu-Shu, das kleine,
Goldrote Hühnerding.
Jedoch Shu-Shu, die Feine,
Liebt nur den Gärtner Ming.

So liebt Herr Ming Cathrina,
Cathrina liebt den Wu
Wu liebt Shu-Shu aus China,
Den Gärtner liebt Shu-Shu.

Man liebt sich sanft und leise.
Doch keiner liebt zurück.
Und niemand in dem Kreise
Hat in der Liebe Glück.

Sie leben und sie warten,
Sind traurig und verliebt
In diesem kleinen Garten,
Von dem es viele gibt.





Der Pfau im Hühnerhof - Fabel

Der Pfau im Hühnerhof – John Gay – Fabel Neid
Der Pfau im Hühnerhof 

Der Pfau im Hühnerhof

Fabel von John Gay 

Neid


Je vollkommener Schönheit ist, desto eher wird der kleinste Mangel, der kleinste Fehler sichtbar. Ein winziger, dunkler Fleck kann das blendende Weiß des frisch gefallenen Schnees trüben.

Diese Erfahrung musste auch ein Pfau machen, als ihn einmal der Hunger zum anderen Federvieh trieb, das im Hühnerhof umher lief und seine Körner aufpickte.

Kaum zeigte er sich in seiner schillernden Pracht unter all den Gänsen, Enten, Hühnern und Truthühnern, als sie ihre Hälse nach ihm verdrehten, vollkommen vergaßen weiter zu fressen und dem Pfau deutlich zeigten, dass sie nichts von seinem prächtigen Aussehen hielten.

Der Pfau, seiner Schönheit und Würde wohl bewusst, schritt ruhig zwischen seinen von der Natur nicht so reich beschenkten Verwandten dahin und fraß bedächtig, ohne sich um sie zu kümmern. Um sie aber dann doch zu beschämen, schlug er mit seinen schleppenden, samtigen Federn ein herrliches Rad.

So gleißend, so funkelnd war der Schmelz der Farben, dass die anderen Vögel sich halb geblendet abwenden mussten, und das brachte sie erst recht in Zorn.

Der Truthahn schrie: »Schaut doch, Brüder und Schwestern, wie stolz und unverschämt dieses Geschöpf einher stolziert! Kann Hochmut sich denn niemals zurück halten? Hat Hochmut es denn immer notwendig, sich öffentlich zu zeigen? Bedenkt man aber den wahren und inneren Wert, so muss jeder zugeben, dass wir Truthühner die schönere Haut haben!«

Als nächste zischte die Gans: »Seht doch, welch hässliche Beine er hat! Und diese scheußlichen Krallen! Ich bin ja keineswegs so, dass ich kleine Fehler beanstanden würde, im Gegenteil, ich verachte Leute, die nicht großmütig genug sind, um einen kleinen Mangel zu übersehen. Aber kann ich stillschweigen, wenn ich diesen heiseren Pfauenruf höre! Sogar die Eulen, deren Stimmen doch wahrhaftig nicht angenehm zu nennen sind, erschrecken, wenn dieser grässliche Pfau schreit!«

»Es ist wahr«, rief der Pfau, »das alles sind Fehler! Ihr mögt meine kreischende Stimme, meine hässlichen Beine verachten. Nur so blinde Neider wie ihr lästern vergeblich. Wie könnte jemand über all diese Fehler die Pracht meines Federkleides vergessen?«

»Gewiss, würden meine Beine, über die ihr euch so lustig macht, auch eine Gans oder einen Truthahn tragen. Und würde eure Stimme heiserer sein als meine, wer würde sich schon bei euch um solche Mängel kümmern, bescheiden und unbedeutend im Aussehen, wie ihr seid? Wem Neid und Missgunst den Verstand verdunkeln, der ist leider blind für alle Schönheit, die ihn erfreuen könnte!«

So geschah es, als der Pfau in den Hühnerhof ging.

Lehre: Oft geschieht es auch unter Leuten, dass jemand unter weniger hübschen Menschen Neid und Missgunst in den Gesichtern der anderen erweckt. Und nicht weniger suchen diese dann nach seinen Fehlern, wie jene Gänse, Enten, Hühner und Truthühner.


Der Pfau im Hühnerhof – John GayFabel Neid

Autor: John Gay

Bewertung des Redakteurs:

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    Je vollkommener Schönheit ist, desto eher wird der kleinste Mangel, der kleinste Fehler sichtbar. Ein winziger, dunkler Fleck kann das blendende Weiß des frisch gefallenen Schnees trüben.

    Ein kalabresisches Huhn - Luigi Malerba

    Ein kalabresisches Huhn – Luigi Malerba – Mitglied der Mafia
    Ein kalabresisches Huhn   

    Ein kalabresisches Huhn – Luigi Malerba – Mitglied der Mafia  


    Ein kalabresisches Huhn beschloss, Mitglied bei der Mafia zu werden.

    Es ging zu einem Mafia-Minister, um ein Empfehlungsschreiben zu bekommen, aber dieser sagte ihm, die Mafia existiere nicht.

    Sodann ging es zu einem Mafia-Richter, aber dieser sagte ihm, die Mafia existiere nicht.

    Schließlich ging es zu einem Mafia-Bürgermeister, und auch dieser sagte ihm, die Mafia existiere nicht.

    Endlich kehrte das Huhn in den Hühnerhof zurück, und auf die Fragen seiner Mithühner antwortete es, die Mafia existiere nicht.

    Da dachten alle Hühner, es sei Mitglied der Mafia geworden, und fürchteten sich vor ihm sehr.

    Ein kalabresisches HuhnGeschichte von Luigi MalerbaMitglied der Mafia - Story

    Autor*in: Luigi Malerba

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      Ein kalabresisches Huhn beschloss, Mitglied bei der Mafia zu werden. Es ging zu einem Mafia-Minister, um ein Empfehlungsschreiben zu bekommen, aber dieser sagte ihm, die Mafia existiere nicht. Sodann ging es zu einem Mafia-Richter, aber dieser sagte ihm, die Mafia existiere nicht.